“Das war ich nicht”: Die drei Welten des Kristof Magnusson

Die Literatur-Übersetzerin Meike Urbanski hat sang- und klanglos ihren Künstler-Freund in Hamburg verlassen. Die beiden waren kurz davor, Kinder zu bekommen und sich, wie ihre Pärchenfreunde, in ihrem Bio-Leben im Schanzenviertel einzurichten.  Sie kauft sich ein altes Haus in einem kleinen Dorf an der Nordsee und wartet auf den neuen Roman des bekannten Schriftstellers Henry LaMarck. Doch der amerikanische Starautor leidet an einer Schreibblockade und altersbedingten Sinnkrise. Alle warten auf seinen in einer Talkshow versehentlich angekündigten Jahrhundert-Roman über den 11. September, doch er hat noch keine einzige Zeile geschrieben. Henry LaMarck flieht an seinem 60. Geburtstag von seiner Überraschungsparty im Verlag und versteckt sich in einem Luxushotel.

Nach Chicago hat es auch der deutsche Mathematiker Jasper Lüdemann geschafft: Vom Backoffice in den Händlersaal der Investmentbank “Rutherford & Gold”.  Und er brennt, will den schnellen Erfolg, arbeitet viel, isst Snickers ohne Ende, um den Stress und das hohe Arbeitspensum auszuhalten.

Als Meike von ihrem Verlag erfährt, das Henry LaMarck verschwunden ist,  reist sie nach Chicago. Dort lernt sie nicht nur Henry LaMarck kennen, sondern auch Jasper, der sich in sie verliebt. Bald sind die Leben der  drei Protagonisten tief miteinander verstrickt und  sie erleben turbulente Zeiten gemeinsam. Das ganze Buch liest sich wie eine Mischung aus Finanzkrimi, Komödie und Zeitgeschichte. Die Geschichte ist rasant geschrieben und hat mich wunderbar unterhalten, ich konnte das Buch nicht beiseite legen, wurde immer tiefer in die Geschichte hineingezogen. Die drei Protagonisten sind herrlich verschroben und eigen und ich habe sie sofort ins Herz geschlossen. Wünsche mir noch mehr Bücher von diesem hochtalentierten Sprachkünstler!

Fazit: Unbedingt lesen! Unbedingt verschenken! Unbedingt weiterempfehlen! Und lieber Herr Magnusson: Unbedingt weiterschreiben!!!

2 Gedanken zu ““Das war ich nicht”: Die drei Welten des Kristof Magnusson

  1. Also dieses Buch hab ich noch nicht gelesen, aber vor ein paar Jahren “Zuhause” und ich muss sagen, ich mag den Herrn Magnusson auch sehr. Und letztens übersetzte er Einar Karasón’s “Sturmerprobt” und ich war ganz bitterlich enttäuscht, aber dafür kann er ja nix 🙂 “Das war ich nicht” ist aber auch demnächst mal dran!
    Grüße

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