Rattatatam, mein Herz

Was für ein intensives, mutiges, herrlich sarkastisches Buch hat Franziska Seyboldt da mit ihrem dritten Werk “Rattatatam, mein Herz – vom Leben mit der Angst” geschrieben.

Franziska Seyboldt nimmt uns Leser mit auf ihre Reise durch ihre Angststörung. Schonungslos, ehrlich, mutig und mit einem phänomenalen Humor. Ihre herrliche Art, poetisch und mit vielen Metaphern und Sprachbildern über ihre Angststörung zu schreiben ist sehr intensiv und sehr bewegend. Und oft habe ich Schmunzeln müssen, wenn sie herrliche Dialoge mit ihrer Angst führt – genial! Und wie Frau Seyboldt schreibt – sie schreibt sie wahrlich alles von der Seele, was ihr in den letzten aufgrund ihrer Angststörung widerfahren ist – sie schreibt sich frei von allen Erlebnissen und allen Einschränkungen, die die Angst ihr auferlegt. Ich finde das so mutig und so toll, wie sie sich dem allen stellt und dabei auch ihren ureigenen Humor nicht verliert! Grandios und wunderbar! Ich verneige mich respektvoll vor Ihnen, werte Frau Seyboldt!

 

Erster Satz:

“Ich war zwölf Jahre alt, als die Welt, in der ich bisher zu Hause war, verschwand.” (Seite 7)

 

Auch sehr gut gefallen hat mir, dass sie sich kritisch mit ihren Therapeuten auseinandersetzt, denn nicht für jeden ist die Verhaltenstherapie mit all ihren Methoden nicht das gelbe vom Ei. Ihren ersten Therapeuten nennt sie Hannibal Lecter 😉 … Er war für sie der Einzige, bei dem sie nicht drei Jahre auf einer Warteliste gelandet ist, sondern sofort einen Termin bekommen hat … Er empfiehlt ihr die Lektüre eines Buches und kommt auch sonst sehr schräg rüber ;-), die Bilder, die ich beim Lesen über die beiden im Kopf hatte, sind schon filmreif 😉 …

“Die Sache hat einen Haken. Das mit Hannibal Lecter und mir funktioniert nicht. In meiner Vorstellung muss ein guter Therapeut zugewandt, empathisch und nicht urteilend sein. Hannibal Lecter ist das genaue Gegenteil. Ich habe nicht das Gefühl, das er mich und meine Probleme ernst nimmt, es kommt mir sogar vor, als würde ich ab und zu den Anflug eines verächtlich gekrümmten Mundwinkels erkennen. Wenn gerade die Person, der man sein Innerstes offenbart, so kühl reagiert, ist das keine besonders  gute Basis für eine Therapeuten-Patienten-Beziehung. Das Hannibal Lecter bisher nicht versucht hat, mich zu essen, ist auch nur ein schwacher Trost. ” (Seite 33)

Franziska Seyboldt hat mit ihrem Buch einen sehr mutigen Schritt gewagt: Sie hat ihr Innerstes komplett nach außen getragen und so ihrer Angst ein wenig die Furcht genommen und ein fabelhaftes Buch darüber geschrieben, dass sicher vielen Betroffenen und Angehörigen helfen kann. Ich wünsche diesem Buch ganz viele Leser!

Fazit: Sehr bewegend, sehr mutig, herrlich sarkastisch bietet das phänomenale Buch von Franziska Seyboldt einen authentischen und schonungslos tiefen Einblick in ein Leben mit Angst. Die Dialoge mit ihrer Angst sind genial und trotz der ernsten Thematik zum Schmunzeln! Ein Buch für Interessierte, Betroffene, Laien, aber auch Familienmitglieder und Freunde von Betroffenen. Habt bitte keine Angst vor diesem Buch, es ist wundervoll formuliert und bietet auch Raum zum Schmunzeln! Unbedingt lesen!

 

Das schreibt der Kiepenheuer & Witsch Verlag:

Jeder 6. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens einmal unter einer Angststörung.
Angststörungen treten laut einer internationalen Studie häufiger auf als Depressionen. Und doch sind sie immer noch ein Tabuthema. Franziska Seyboldt will dies mit »Rattatatam, mein Herz« ändern.
Die Angst hat sich schon früh eingeschlichen in Franziska Seyboldts Leben. Und sie ist weit über das hinausgegangen, was man allgemein unter »ängstlich« versteht. Angst davor, mit der U-Bahn zu fahren, zum Arzt zu gehen, in beruflichen Situationen zu versagen, kurz: generalisierte Angststörung. Panikattacken. Millionen von Menschen kämpfen sich mit dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Angst vor der Angst durchs Leben und sind wahre Meister im Ausredenerfinden geworden, notgedrungen. Warum spricht niemand darüber? Warum ist die Angststörung nicht so »normal« wie Depressionen oder Burn-out? Diese Fragen stehen am Anfang von Franziska Seyboldts poetischem und mutigen Buch, das ihren Weg durch die Angst beschreibt. Sie ist nie eingeladen, diese Angst, und doch immer dabei. Indem sie unter ihrem Klarnamen schreibt, befreit sich Franziska Seyboldt aus dem Zwang nicht aufzufliegen, keine Schwäche zu zeigen: »Ist man schwach, wenn man Schwäche zeigt, oder holt man sich gerade so die Kontrolle zurück?«, fragt sie.
Ein wegweisendes Buch, das eines der wichtigsten Themen unserer durchperfektionierten Gesellschaft aufs Tapet bringt.

Über die Autorin:

Franziska Seyboldt, geboren 1984 in Baden-Württemberg, studierte Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Redakteurin, Autorin und Kolumnistin bei der taz, schreibt Werbetexte und Bücher für Erwachsene und Kinder. »Rattatatam, mein Herz« ist ihr drittes Buch.

Buchinformationen:

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag, erschienen am 11. Januar 2018
  • Preis: 18,00 Euro
  • ISBN-13: 978-3462050479
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