Im Zauberbann des Schneemonds

Natalie Luca hat mit ihrem neuen Buch “Im Zauberbann des Schneemonds” einen soliden und spannenden Reihenauftakt geschrieben.

Wir begleiten die siebzehnjährige Artemis, die nach einem Unfall ihrer Mutter zu ihrem unbekannten Großvater nach Neuwald ziehen muss. Sie hat Angst und ist verwirrt und weiß nicht so recht, was auf sie zukommt, denn sie hat ihren Großvater nie kennengelernt. Doch es kommt noch schlimmer für Ari – wie sie gerne genannt wird: Sie muss eine merkwürdige Privatschule besuchen, die von  Kindern alter Adelsfamilien besucht wird. Und dort scheint es auch zwei verfeindete Gruppen zu geben, aus denen Ari nicht so recht schlau wird. An ihrem ersten Schultag wird ihr der Schüler-Counssellor und Mönch Lykos zur Seite gestellt, der ihr in der Anfangszeit helfen soll, sich einzuleben. Doch irgendwie ist alles merkwürdig: Ihr Großvater, das Haus, in dem sie nun leben soll, die Schule, die Mitschüler und auch die Dinge, die sie mitbekommt.

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Die Ermordung des Commendatore I

Haruki Murakami schreibt in seinem jüngsten Buch “Die Ermordung des Commendatore I – Eine Idee erscheint” über einen Künstler, der nach der Trennung von seiner Frau nicht mehr malen möchte. Bis ein reicher Mann ihn bittet, ein Gemälde von ihm anzufertigen. Das Buch ist ein Zweiteiler, der nächste Teil “Eine Metapher wandelt sich” wird Mitte April erscheinen.

Wer Murakami kennt und schätzt, der weiß, dass seine Protagonisten nicht immer Namen haben. So auch in diesem Buch. Der 36-jährige Künstler reist nach der überraschenden Trennung von seiner Frau ziellos durch Japan. Er möchte auch nicht mehr als Porträtmaler wirken und möchte sich nun nach diesem einschneidenden Life Event der Trennung auch beruflich neu orientieren.

 

“Und wo soll ich jetzt hin?, fragte ich mein Spiegelbild. Oder besser: Wie weit ist es mit mir gekommen? Wo bin ich? Und noch dringlicher: Wer bin ich überhaupt?” (Gelesen auf Seite 36)

So lässt er sich schließlich in einem leerstehenden Haus eines Bekannten seines Vaters – dem demenzkranken Amada – in den Bergen von Odawara nieder und entdeckt dort auf dem Dachboden ein verpacktes Bild, das den Titel “Die Ermordung des Commendatore” trägt. Das Bild ist ein unbekanntes Werk von Tomohiko Amada, der vormals in diesem Haus gewohnt hat und ein Freund des Vaters unseres namenlosen Ex-Künstlers ist.

Das Gemälde hat eine magische Wirkung auf unseren Protagonisten und er kann es nicht mehr aus der Hand legen, so fasziniert ist er davon. Und mit diesem Bild schlägt auch sein Leben eine neue Richtung ein: Plötzlich meldet sich seine Agentur und berichtet von einem Mann, der sich von ihm gerne porträtieren lassen möchte und dafür eine sehr hohe Summe zahlen möchte. Zwischen dem sehr reichen Herrn Menshiki und unserem namenlosen Maler entwickelt sich eine faszinierende Freundschaft. Und so bittet Menshiki seinen neuen Freund, ihm zu helfen, dessen 13-jährige Tochter kennenzulernen.

Wer Haruki Murakami kennt, der weiß, dass sich alle Geschichten irgendwie ähneln und doch entwickelt jede auf ihre ureigene Weise ihre individuelle Sogwirkung auf uns Leser. Murakami schreibt gewohnt lässig und einnehmend, geradezu magisch und ganz einfach, er erschafft eine so mystische Atmosphäre und das mit ganz einfachen Stilelementen. Genau das ist die hohe Kunst des Schreibens: Mit einfachen Mitteln eine so großartige, sogartige Atmosphäre entstehen zu lassen, dass der Leser das Buch auf keinen Fall aus der Hand legen möchte.

Und wie immer bei Haruki Murakami weiß man nicht, ob das, was man gerade liest,  Traum oder Wirklichkeit ist:

 „Es gelang mir einfach nicht, Wirkliches und Unwirkliches zu vereinbaren.“ (Aussage des Künstlers auf Seite 332)

Weitere faszinierende Sätze, die ich mir markiert habe:

“Das Bewusstsein, gemalt zu werden, gibt einem das Gefühl, nach und nach innerlich ausradiert zu werden.” (Seite 192)

“Vermutlich hatte eine Idee keine Wärme und kein Gewicht.” (Seite 336)

Die Geschichte ist sehr spannend und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Und ja, es gibt am Ende auch einen echt fiesen Cliffhanger, der einem die Zeit bis zum 16. April 2018 als sehr qualvoll erscheinen lässt.

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Das Buch der Schurken


Was wären Bücher ohne Schurken, Bösewichte oder Antagonisten? Schrecklich langweilig! Genau!

“Das Buch der Schurken – Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur” von Martin Thomas Pesl listet die fiesesten, amüsantesten und coolsten Antagonisten der Welt auf … Eine gute Idee … Und herrlich aufgemacht ist das fabelhafte Buch auch – mit Illustrationen von Kristof Kepler …

Aufgeteilt ist das Buch besser gesagt sind die Schurken in 12 Kategorien: Die Gierigen, die Rachsüchtigen, die Despoten, die Berserker, die Egoschweine, die Erziehungsberechtigten, die fatalen Frauen, die Psychopathen, die Ungreifbaren, die verrückten Wissenschaftler, die Über- und Unterirdischen und die Könige des Verbrechens … Na, habt ihr ungefähr schon eine Idee, welcher Bösewicht sich in welcher Kategorie versteckt ;-))?

Jeder Bösewicht ist auf einer Doppelseite herrlich illustriert dargestellt und mit einem passenden Zitat versehen. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie eine Schurkenrangliste runden das empfehlenswerte Buch ab.

Das Cover sticht sofort ins Auge und auch sonst sollte man das Buch unbedingt im Bücherregal stehen habe, es ist ein formidables Nachschlagewerk ;-).

Und das sagt der Autor Martin Thomas Pesl u.a. zum Buch:
“Dieses Buch ist ein Lexikon. Das heißt, man muss es nicht von vorne bis hinten lesen. Man darf sich morgens zum Kaffee oder auf eine Zigarettenlänge ein, zwei Schurken des Tages zuführen. Man kann im Buch der Schurken blättern und überlegen, welche Romanentdeckung mit einer Prise Fiesem man als Nächstes erkunden möchte. Wer der schurkischere Hochstapler ist: Felix Krull oder der mit dem lustigen Namen, Lafcadio Wluiki? Wer zuerst böse war: Frankenstein oder sein Monster; Moby Dick oder Captain Ahab? Oder wem aus der Liste der Konzernchef XY oder die Schwester des Exfreundes eigentlich am ehesten gleicht?” (Gelesen und genossen auf Seite 9)

Fazit: Eine tolle Übersicht über die 100 bösesten und fiesesten Schurken der Weltliteratur! Ein Must-have für Vielleser und Sammler toller Cover ;-)!

Das schreibt der btb Verlag:

Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres. Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Illustrationen und Schurkenskala.

Über den Autor:

Martin Thomas Pesl ist Autor, Lektor, diplomierter Übersetzer (englisch, ungarisch) und Sprecher. Schreibt u.a. für das Magazin WIENER und Nachtkritik.de.

Buchinformationen:

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: btb Verlag, erschienen am  9. Januar 2018
  • Preis: 12 Euro
  • ISBN-13: 978-3442716036
  • Bestellmöglichkeit: Das Buch der Schurken*

*Dies ist ein Partnerlink! Ich erhalte eine kleine Zuwendung, die ich zu 100 Prozent in meinem Weblog für Gewinnspiele, Bücher und Portokosten re-investiere ;-))

Silberschwingen 1 – Erbin des Lichts

“Silberschwingen – Erbin des Lichts” ist der erste Band der neuen Dilogie von Emily Bold, die heute erschienen ist. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Die Autorin entführt uns  mit ihrer fantastischen Geschichte nach  London in die parallel existierende Welt der Silberschwingen. Von der ersten Seite an hat es Emily Bold geschafft, mich zu fesseln und tief in die Geschichte hinein zu ziehen. Das Cover ist wunderbar von Carolin Liepins in Szene gesetzt.  Auch der Klappentext überzeugt und macht Lust über Halbwesen, Silberschwingen und Dunkelheit versus Licht zu lesen …

Kurz vor ihrem 16. Geburtstag beginnt Thorn körperliche Veränderungen an sich festzustellen. Ihr ist immer öfter völlig unerklärlich heiß und ihr Rücken schmerzt. Da sie Läuferin im Schulteam ist, viel trainiert und auch nicht damit umzugehen weiß, nimmt sie das nicht so ernst, auch wenn sie nicht versteht, woher die Schmerzen denn nun eigentlich kommen.

Und als Thorn eines Tages aus dem Unterricht fliehen muss, weil ihre Schmerzen so stark sind, hilft ihr ausgerechnet ihr Mitschüler Riley, der mit seiner Clique, den Shades, zu den Außenseitern ihrer Schule zählt. Und er erzählt ihre eine unglaubliche Geschichte, die ihr bisheriges Weltbild arg ins Wanken bringt: Sie sei ein Halbwesen – halb Mensch und halb Silberschwinge. Und Silberschwingen wachsen mit 16 Jahren Flügel und auch ihre Fähigkeiten zeigen sich. Thorn ist entsetzt, alles woran sie glaubte, scheint nicht mehr zu existieren, ihre Welt, ihre Freunde, ihre Familie, nichts ist mehr, wie es scheint.
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Die Grimm-Chroniken (Band 1): Die Apfelprinzessin

“Die Grimm Chroniken 1 – Die Apfelprinzessin”  ist der erste Teil der neuen Reihe von Maya Shepherd, der jüngst im Sternensand Verlag erschien. Auf rund 146 Seiten entführt uns die talentierte Autorin in eine wahrlich neue und magische Märchenwelt, in der alles anders ist, als es zu sein scheint …  Es ist schwierig über das sehr empfehlenswerte Buch zu schreiben, ohne zu spoilern. Der Klappentext verrät auf alle Fälle kaum etwas über die spannende und wahrlich überraschende Geschichte, was durchaus gewollt war.

Die namenlose und dennoch jedem Märchenfan bekannte Protagonistin wird im Prolog kurz eingeführt, jedoch bleibt sie geheimnisvoll, was ich sehr gerne mag ;-).

 

“Ich war die grausame Zauberin, die das unglückliche Rapunzel zur Einsamkeit verdammte. Ich war die herzlose Stiefmutter, die das arme Aschenputtel immer wieder quälte. ich war die dreizehnte Fee, die dem unschuldigen Dornröschen den Tod wünschte. Ich war die böse Königin, die nach dem Herz des schönen Schneewittchens verlangte.” (Gelesen im Prolog auf Seite 7)

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Wonder Woman

Leigh Bardugo ist vielen Lesern ein Begriff von Büchern wie “Das Lied der Krähen” und der Grischa-Reihe. Nun hat sie gemeinsam mit anderen bekannten amerikanischen Fantasy-Autoren die Superhelden-Reihe geschrieben. Bereits erschienen ist Batman von Marie Lu. Es werden noch Bücher u.a. von Sarah J. Maas (Catwoman, ET 7.8.18) folgen, das ich sicher lesen werde ;-).

In Leigh Bardugos neuem Buch “Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen” geht es um Prinzessin Diana, die auf der Insel Themyscira ein beschauliches Leben mit ihren Amazonenschwestern lebt.  Weit ab von allen weltlichen Schwächen wie Krieg, Neid, Missgunst, Mord etc. leben die Frauen ruhig, idyllisch und unsterblich schön vor sich hin.

Diana hat keinen leichten Stand dort, denn als einzige Amazon hat sie ihren Status nicht durch einen heldenhaften Tod wie alle anderen verdient, sondern wurde auf der Insel erschaffen. Sie ist also selbst dort eine Außenseiterin – so unweltlich ist das Leben auf der Insel also gar nicht … Die anderen Amazon sind ihr sehr kritisch gegenüber eingestellt und nehmen sie nicht allzu ernst (tja, selbst im Paradies gibt es Schubladen).

“Diana fragte sich, ob es anstrengend war, immer so perfekt zu sein. Vielleicht waren Heldinnen einfach so.” (Gelesen auf Seite 31)

Bei einem Wettkampf versucht sie nun zu beweisen, was in ihr steckt. Doch ausgerechnet kurz vor dem Sieg explodiert ein Schiff vor der Insel und Diana rettet die einzige Überlebende – ein Mädchen namens Alia. Sie ist eine Kriegsbringerin, die mit Erreichen ihres 17. Lebensjahres Krieg und Verwüstung in die Welt bringen wird.

“Kriegsbringerin. Procatalysia. Haptandra. Man konnte es nennen, wie man wollte. Es klang immer nach Monstrum.” (Gelesen auf Seite 156)

Diana hat die Wahl: Entweder sie tötet das Mädchen oder sie rettet es. So oder so keine tolle Auswahlmöglichkeiten … Doch lest selbst, wie sich Diana entscheiden wird und welche Auswirkungen das für sie und die Welt hat 😉 …

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