Yin Yoga des Herzens von Tanja Seehofer und Doris Iding

Yin Yoga des HerzensDas kleine zarte Büchlein “Yin Yoga des Herzens” von Tanja Seehofer und Doris Iding gewährt einen Einblick in die moderne Technik des Yin Yoga. Schon der Untertitel “Geschmeidiger Körper, offener Geist” beschreibt den Inhalt des informativen Buches des Windpferd Verlages sehr gut. Das Cover macht auch gleich Lust, mit Yin Yoga zu beginnen – die Farben harmonisieren sehr gut und wirken sehr entspannend. Die Yoga-Stellung “Happy Baby” klang toll  – die musste ich gleich ausprobieren.

Yoga ist Fähigkeit, sich ausschließlich auf einen Gegenstand, eine Frage oder einen anderen Inhalt auszurichten und in dieser Ausrichtung ohne Ablenkung zu verweilen (Yogasutra 1.2)

Dieser Satz beschreibt schon ganz gut, worum in diesem Buch geht: Um die Entspannung sowie die Anregung der Selbstheilungskräfte bei diversen Beschwerden, die im Buch auch explizit mit den dazu passenden Übungen sowie Affirmationen und auch Selbst-Coaching-Fragen beschrieben werden.

Fazit: Ein tolles kleines Büchlein mit viel Wissen, vielen Übungen und tollen Beschreibungen – kaufen!

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Gelesen: Die Vorstellung von einem unkomplizierten Leben mit einem Mann

Helle Helle Unkomplizierter MannIch mag die sachlichen Romane der dänischen Schriftstellerin Helle Helle sehr. Stets drückt sie darin ihren Unmut gegen den dänischen Wohlfahrtsstaat in einer nüchternen, beiläufigen Art aus. Ihr neuestes Buch “Die Vorstellung von einem unkomplizierten Leben mit einem Mann” zeigt dies deutlich, wenn auch der Titel eher in die Irre führt, denn Susanne, die Protagonistin der Geschichte, lebt mit einem komplizierten Schriftsteller zusammen.

Die Geschichte: Susanne arbeitet in der Großküche eines Krankenhauses, ist verheiratet mit einem wortkargen Schriftsteller namens Kim und nicht so ganz glücklich, warum weiß sie aber gar nicht so genau. Es geht um die Liebe in ihrer sachlichen Art, die Banalität des Alltags eines Paares, bei der Arbeit, beim Einkaufen, beim Weihnachten planen und feiern und so weiter.

Brilliant sind bei Helle Helle die minutiösen Schilderungen des banalen Alltags der Jederfrau Susanne: vom Abstreifen und Aufhängen von Gummihandschuhen (sie arbeitet erst als Putzfrau im Krankenhaus und wird dann in die krankenhauseigene Großküche befördert) :

„Die meisten hängten die Gummihandschuhe mit der Innenseite nach außen auf. Das gehörte zum Ersten, was sie hier gelernt hatte. … Es gab dafür eine Technik, die sie alle anwendeten. Wenn ein Handschuh innen nass war, zog man ihn aus, setzte an, die Innenseite nach außen zu stülpen, klemmte den Handschuh beim Handgelenk zusammen und schwang ihn durch die Luft, bis er sich von selbst mit Luft füllte und die Innenseite sich nach außen kehrte. Und so hängte man ihn am Wagen zum Trocknen auf.“

Die kurzen, sachlichen Dialoge zwischen Susanne und ihrem Ehemann Kim  kommen sehr einsilbig, wortkarg daher und präsentieren wenig Informationen zu den beiden. Man weiß beim Lesen nicht, was die beiden treibt, was ihre eigentlichen Sehnsüchte sind, was sie sich vom Leben wünschen und auch nicht was sie sich von ihrer Partnerschaft erwarten – dies alles findet im Hintergrund statt.

Ich wusste nicht so genau, was die Geschichte mir zeigen will, ich habe schon bessere Bücher der Autorin gelesen. Auch die überraschende Wendung, die geschieht, konnte ich als Leserin nicht so ganz nachvollziehen.

In ihrer Heimat gilt die Autorin als vielgelesene, bekannte Autorin, die wegen ihrer gesellschaftskritischen, einengenden Betrachtungen der Menschen bekannt ist. Denn wo viel Freiheit und Möglichkeiten sind, kann auch eine Enge und ein Nichtwissen-wohin-Gefühl entstehen, aufgrund der Vielfalt der genannten Möglichkeiten. Die Personen in diesem Buch sind in sich gefangen, in ihren jeweiligen Geschlechterrollen, in ihren Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen, in ihrem ganzen Sein, wirken geradezu lethargisch und passiv, sie funktionieren, aber sie leben nicht. Das alles verursacht eine eher traurige Stimmung beim Lesen.

Fazit: Ein Nice-to-have für Fans dänischer Literatur und von Helle Helle, für alle anderen einen Versuch wert, als Start empfehle ich jedoch ihr Buch “Haus und Heim“, dass es nur noch antiqurarisch gibt.

Der erste Satz:

“Susanne saß im Auto und schlug sich vor die Stirn.”

 

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“Spiegel” verweigert zukünftig Verlinkung zu Amazon

Der “Spiegel” hat auf die anhaltende Kritik von Schriftstellern an seiner Verlinkung der Bestsellerliste auf amazon.de reagiert. Wie das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels in seiner Online-Ausgabe berichtet, einigten sich Vertreter des “Spiegel” und des Buchhandels in Hamburg darauf, dass künftig bis zu acht Shop-Plattformen in die Verlinkung eingebunden werden sollen. Welche Buchhandelsplattformen das sein werden, stehe noch nicht fest, hieß es.

Quele: http://www.ndr.de/kultur/buch/Spiegel-will-nicht-mehr-nur-Amazon-verlinken,amazonspiegel100.html

Ist euch schon aufgefallen, dass es nun auch häufig die Infos bei den Artikeln gibt, wie lange man diesen Artikel liest, hier zum Beispiel die Lesezeit von 2 Minuten bei obenerwähnten Artikel:

Lesezeit Screenshot NDR

 

Eine ausgezeichnete Idee: Herzlichen Glückwunsch!

Gelesen im Presse-Newsletter des Dumont-Buchverlages (na, endlich ;-)):

Haruki Murakami erhält den WELT-Literaturpreis 2014, der am 7. November im Rahmen eines feierlichen Empfangs in Berlin verliehen wird. Die Laudatio hält Clemens Setz. Unter den bisherigen Preisträgern waren Jonathan Franzen, Philip Roth und Daniel Kehlmann. An dieser Stelle möchten wir Richard Kämmerlings, den Redaktionsleiter von DIE LITERARISCHE WELT zitieren:
Haruki Murakami ist einer der wenigen echten Weltstars der Literatur.“
Sein neuer Erzählband Von Männern, die keine Frauen haben erschien am 4. Oktober.
 

 

Gelesen: Das wilde Buch

Das wilde Buch
http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/das-wilde-buch/978-3-446-24639-3/

Welch Freude, welche Zauber, welche Phantasie – was ist es doch für ein großes Glück, solche Bücher lesen zu dürfen!

“Das wilde Buch” von Juan Villoro, erschienen im Hanser Verlag ist wundervoll zu lesen. Das Cover ist toll und passend, die Buchseiten sind auch witzig gestaltet – ein tolles Design, das wunderbar zum Inhalt passend- ein großes Kompliment an die Grafiker!

Der 13-jährige Juan (ja welch Zufall, der Autor heißt auch so 😉 ) verbringt den Sommer bei seinem verschrobenen, bücherliebenden Onkel Tito, der eine gigantische Bibliothek in seinem Haus hütet. Tito lebt allein und um so überraschter ist Juan, als sein Onkel ihn bittet, das wilde Buch, ein rebellisches Buch zu finden. Dieses Buch widersetzt sich dem Gelesen-werden und konnte bisher noch von niemanden gefunden werden. Juans Abenteuergeist ist geweckt: Gemeinsam mit der Tochter des Apothekers macht er sich auf die Suche nach dem wilden Buch und entdeckt viele sonderbare, lesenswerte Bücher, nur das gesuchte wilde Buch nicht …

Es ist eine magische, wunderschön geschriebene Geschichte, die Juan Villoro da geschrieben hat. Das Buch wird nie langweilig, man ist immer dabei, fiebert mit und ist überrascht, wie lebendig Bücher doch sein können. Es ist ein Buch über die Liebe zum Lesen und die Macht der Bücher …

Fazit: Unbedingt kaufen, lesen und zahlreich verschenken – ein zauberhaft magisches Buch für alle Buchverrückten, Vielleser, Schmökertanten 😉 wie mich …

Auf Bitte des Hanser Verlages hier noch ein Hinweis zum Kauf des Buches:

„Erhältlich im Buchhandel vor Ort“

In meinem Fall wäre das die wundervolle, kleine, feine Buchhandlung Lesekatze 😉 …

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Bullshit-Bingo …

Bullshit… was für ein seltsames, “böses” Buch …

Wohin wir auch schauen: die Welt wird immer blöder – ob in der Werbung, der Politik, der Esoterik oder im ganz normalen Alltag. Scharfsinnig und humorvoll zeigen Tobias Hürter und Max Rauner, wie uns andere für dumm verkaufen und was wir dagegen tun können.

Kein Wunder, wenn man solche Bücher liest – ich mag es nicht, wenn man sich über andere erhebt – sei es, weil man sich intellektueller, schöner, besser, größer etc. fühlt. Leben und leben lassen. Lernt zu lieben, dann braucht ihr nicht solche Bücher zu lesen oder gar zu schreiben! Hätten die Autoren nur die Zeit genutzt, wirklich einmal die Hemdsärmel hochzukrempeln und an der Basis mit anzupacken – sei es Essen an Obdachlose oder verarmte Kinder zu verteilen etc. Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen und etwas zu tun. Ein Buch zu schreiben und die Verantwortung auf die Leser abschieben – das ist einfach!