365 Fragen, 5 Jahre, 1825 Antworten – Die deutsche Ausgabe von „Q and A

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Schon lange habe ich mit dem legendären „Q and A“ geliebäugelt. Seit 2013 gibt es das Fragen-und-Antworten-Journal schon in Deutschland. Aufgebaut ist es wie ein gewöhnlicher Kalender, es wirkt in seiner Aufmachung sehr vintagemäßig – es sieht einfach toll aus.

Über einen Zeitraum von 5 Jahren (1.825 Tage) kann man jeden Tag eine vorgegebene Frage beantworten. Diese kann recht gewöhnlich sein, wie z.B. “Welchen Ohrwurm hast du gerade?”, aber auch kurios z. B. “Wie sieht dein Freudentanz aus?” oder sehr persönlich wie beispielsweise “Bist du verliebt?”. Auf 4 leeren Zeilen kann man so jährlich über einen Zeitraum von fünf Jahren aufschreiben, was einen zum Thema in den Sinn kommt. Besonders interessant wird es natürlich, wenn man dieses Journal schon einige Jahre führt und man jeden Tag nachlesen kann, was man in der Vergangenheit gedacht und geschrieben hat. So kann man sehen, wie man sich verändert hat … Sicher sehr spannend diese Fünf-Jahres-Reise zum Ich ;-).

Beginnen kann man natürlich immer, wann man möchte, man muss nicht zwingend am 1.1. eines Jahres starten.

 

Fazit: Ein tolles Journal, um sich mit ungewöhnlichen, normalen, kuriosen etc. Fragen selbst näher zu kommen – auch ein supertoller Geschenketipp 😉 – ein sehr langfristiges Geschenk ;-)!

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Kurzkrimi: Stiefmütterchen

Stiefmütterchen

Fast geräuschlos glitt der letzte Nachtzug aus der Halle. Der Bahnsteig war leer, bis auf einen einzelnen Mann. Er hatte sich eine Zigarette angezündet und starrte dem Zug nach, dessen rote Schlusslichter rasch kleiner wurden. Er inhalierte tief und hauchte eine Mischung aus Zigarettenrauch und kleinen Sauerstoffkristallen in die Nacht. Sie war weg. Erleichtert schnippte er seine Zigarette ins Gleisbett. Wenn sie wüsste, dass er rauchte. Hartmut grinste innerlich. Froh, endlich wieder alleine zu sein. Er liebte seine Mutter, denn  das tut man ja schließlich als Sohn. Aber sie konnte so unglaublich anstrengend sein und behandelte ihn mit 30 Jahren immer noch wie ein Kleinkind. Kontrollierte ihn, roch an ihm, ob er sich gewaschen habe, ob er geraucht hatte. Übernahm die Führung seines Lebens, zwang ihm ihren Willen auf, denn als Mutter wusste sie natürlich, was gut für ihn war.

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Flammende Liebe

Josef stand im dichten Stadtwald und blickte auf seine leblose Frau, die auf dem moosbedeckten Boden lag. Es war neblig und glitzernde Raureifperlen zeigten den Herbst in Bestform. Wohin nur mit ihr, überlegte er, blickte sich nervös um und zündete sich zitternd eine Zigarette. Das hatte er nicht gewollt, es war einfach passiert. Sie wollte ihn verlassen, mit seinen beiden Kindern. Und zu ihm, den großen, hageren, neuen Nachbarn ziehen, im gleichen Haus wollte sie mit dem Neuen heile, glückliche Familie vor seinen Augen spielen. Da war er ausgerastet, hatte nur noch Rot gesehen. Und wild zugestochen. Weiterlesen

Das Haarmassaker

Bonnie Tyler hat mir die Haare geschnitten. Besser gesagt, zerfetzt. Mit einem Frisiermesser, das Gisela – so stand auf Bonnies Namensschild – resolut durch meine bis dahin noch gesunden, langen Haare zerrte. Sie teilte meine Haare in einzelne Strähnen, zog kräftig daran und malträtierte mich mit besagtem Messer. Der Salon heißt Cut & Go. Hätte ich mal machen sollen. Gehen. Dabei wollte ich mir nur die Spitzen schneiden lassen. Und nun dies. Da war nichts mehr zu machen. Ich muss die nächsten Monate mit Zopf (besser gesagt hinten Zopf, vorne vereinzelte, kurze Fransen, frei nach Bonnie „Against the wind„) oder Mütze (im Frühling!) herum laufen. Weiterlesen

Schreiben ist fühlen in Worten

Lesen und Schreiben kann ich bereits seit meinem fünften Lebensjahr. Damals liebte ich es, neben meinem älteren Bruder zu sitzen und zuzuschauen, wie er Lesen und Schreiben übte und sich arg plagte. Mir fiel es leicht, ich lernte es, in dem ich einfach neben ihm saß.

Weniger einfach ist der Inhalt des Schreibens: Wie schreibe ich eine lebendige Geschichte, mit der ich andere begeistere? Wie schaffe ich es, mit Worten zu verzaubern? Meine Gefühle so in Worten zu kleiden, dass sie der Leser regelrecht spüren kann? Ich habe in meinem Leben bisher keine Antwort gefunden. Trotz diverser Anläufe fällt mir das private Schreiben nicht leicht. Beruflich schreibe ich viel, flüssig und schnell: Pressetexte, Onlinetexte, Klappentexte, Vorschautexte, Konzepte, Berichte, etc. Von Kollegen, Freunden und Autoren werde ich für meine blumigen E-Mails, Karten und Briefe (ja, die gibt es noch) gelobt. Weiterlesen