David Foenkinos: Charlotte

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David Foenkinos ist es einmal mehr gelungen, mich mit seinem aktuellen Buch „Charlotte“ zu überraschen. Schlägt man das Buch auf, so ist man zunächst verblüfft, manch einer eventuell auch erschrocken, denn die „Biographie“ der Malerin Charlotte Salomon ist wie ein endloses Gedicht geformt – eine optische, eher ungewöhnliche Form für eine Künstlerbiographie. Die Einzeiler haben es jedoch mehr als in sich und David Foenkinos erklärt im Buch, dass er den Text einfach so schreiben musste.

Und das tut er sehr gut, einfühlsam, persönlich und fesselnd. Es ist die Geschichte der jungen, jüdischen Malerin Charlotte Salomon. Die Künstlerin hatte – trotz ihres kurzes Lebens – ein sehr ereignisreiches und von vielen Schicksalsschlägen geprägtes Leben. In der Familie ihrer Mutter gibt es viele Suizide, und auch ihre Mutter bringt sich im Alter von 36 Jahren um. Ebenso wie deren Schwester und später auch die Großmutter. Ihr Vater, ein erfolgreicher Arzt und Chirurg heiratet vier Jahre später eine berühmte Opernsängerin, die das gesellschaftliche Leben in das Leben der beiden – Vater und Tochter – zurückbringt. Jedenfalls für kurze Zeit. Dann kommt 1933 die Machtergreifung der Nazis. Dennoch schafft es Charlotte – mit Unterstützung eines sehr einflussreichen jüdischen Professors namens Bartning – an der Staatsschule für Freie und Angewandte Kunst aufgenommen, zu werden.  Doch auch dies dauert nicht lange, dann muss Charlotte zu ihren Großeltern nach Frankreich fliehen.

Fazit: Ein sehr bewegendes  und außergewöhnliches Buch über eine starke und sensible Künstlerin, die im Alter von  26 Jahren und im 5. Monat schwanger,  im KZ sterben musste.

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