Die Fabelmacht-Chroniken – Flammende Zeichen

Die Fabelmacht-Chroniken“ von Kathrin Lange, erschienen im famosen Arena Verlag, standen natürlich ganz oben auf meiner Wunschliste. Die Geschichte um das fabelmächtige Mädchen Mila, die nach einem Streit mit ihrer Mutter zu ihrer Freundin Isabelle nach Paris flieht, musste ich natürlich unbedingt lesen. Schon im Zug beginnt Milas schicksalshafte Begegnung mit einem unbekannten alten Mann, der sie bittet, ihre Geschichte, an der sie gerade schreibt, vorzulesen. In Paris angekommen trifft sie auf weitere seltsame Gestalten. Wie subtil Kathrin Lange die Geschichte so langsam und suspensemäßig aufbaut hat mir sehr gut gefallen. Auch schreibt sie sehr spannend und flüssig.

Mila trifft auch den geheimnisvollen Nicholas, der Protagonist ihrer Geschichte. Und auch Nicholas schreibt über Milla. Wie sich ihre beiden Geschichten miteinander verweben und welche viele spannenden Dinge dabei geschehen, werde ihr hier von mir natürlich nicht erfahren ;-).

Erster Satz:

„Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?“ (Seite 5)

Kathrin Lange schreibt über die Macht der Wort, die Macht des Fabulierens. Mila und Nicholas beschwören durch ihre Fabelmacht gefährliche Situationen herauf und auch das Ende kann nicht mehr umgeschrieben werden. Es geht um Leben und Tod … Welche Macht, wenn man die Wirklichkeit einfach so umschreiben kann und doch ist die Gabe der Fabelmacht eine sehr gefährliche. Auch Milas und Nicholas Familie hat dies erfahren müssen: Mila verlor Vater und Bruder, Nicholas seine Mutter.

Mila hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen, sie ist sehr selbstbewusst und packt alles mit unglaublicher Power an. Auch in schier ausweglosen Situationen findet sie gemeinsam mit ihren neuen Freund Eric meistens eine Lösung. Eric hat mir sehr gut gefallen, er ist ein loyaler Begleiter und echter und wahrer Freund und stets für Mila da. Und Nicholas auch auf seine Art, er trägt natürlich schwer an seinem Schicksal, dass durch seine Geschichte in der Realität manifestiert wurde.

Milas Freundin Isabell ist auch ein wundervoller Charakter, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Auch wie Paris beschrieben ist, macht die Stadt sofort in der Geschichte lebendig und man kann sich gut alles vorstellen.

Nicht beeindruckt hat mich jedoch die sehr kühl und sachlich geschilderte Liebesbeziehung von Mila und Nicholas, hier hätte ich mir etwas mehr Gefühl gewünscht … Kommt aber vielleicht noch im 2. Teil?

„Jedes Buch, das jemand schreibt, erschafft nach ihrer Vorstellung ein neues Universum.“ (Seite 272)

Immer wenn ich dachte, jetzt habe ich aber alles durchschaut, kam wieder etwas, womit ich nicht gerechnet habe. Der fiese Cliffhanger allerdings war echt mies ;-), aber sehr passend zur Geschichte. Wie geht es nun wohl weiter mit den wunderbaren Charakteren? Und wie lange müssen wir wohl auf Band 2 warten, lieber Arena-Verlag?

Das Cover springt ins Auge und  ist durchaus gelungen und auch die Aufmachung des Buches hat mir supergut gefallen.

Fazit: Ein solider, auf seine Art sehr faszinierend und auch spannender Fantasy-Schmöker für alle Bücherfans. Einziges Manko: Ich habe die Liebesgeschichte nicht gefühlt, hier ist noch viel Potential vorhanden – sie war halt da, mehr aber auch nicht … An manchen Stelle ist die Geschichte auch etwas oberflächlich, dort hätte ich gerne etwas mehr über die Fabelmacht und weitere Hintergründe z. B. gelesen. Leider ist mir auch nicht bekannt, wann und ob der 2. Teil kommt und auf wieviele Bände die Geschichte angelegt ist (hätte mir hierzu Ankündigungs-Infos hinten im Buch gewünscht!). Für Bücherbücher-Fans und bibliophile Leser ist die Geschichte um die Fabelmacht dennoch ein Must-Read!

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