Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg

In dem fabelhaft unterhaltsamen Sommerbuch Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandwegdreht sich wieder alles um Polly Waterford, die auf der Gezeiteninsel Mount Polbearne an der Küste Cornwalls ein neues Leben beginnen möchte. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, bin aber dennoch sehr gut in die Geschichte hineingekommen und es wird auch einiges vom ersten Teil nochmals wiederholt, so dass keine Fragen offen blieben. Und auch die Autorin betont im Vorwort des 2. Teils, dass das Lesen des 1. Teils nicht nötig ist. Nur möchte man den 1. Teil unbedingt lesen, nachdem man mit dem 2. Teil begonnen hat ;-). Sehr gutes Marketing ;-)!

Nachdem Polly im ersten Teil die Inselbäckerei von Mrs. Manse. Die Bäckerei läuft gut und alles pendelt sich, doch dann stirbt die ehemalige Besitzerin Mrs. Manse und die Erben mischen sich in Pollys Tagesgeschäft ein. Mrs. Manse´s Neffe Malcolm übernimmt die Geschäftsführung möchte nur noch billige Zutaten verwenden und auch vorgefertigte Teilchen und Brote, die nur noch aufgebacken werden müssen. Damit kann Polly nicht leben. Nach einer Zeit, in der sie abwägt, was sie tun soll, entschließt sie sich, sich selbständig zu machen … Doch mehr möchte ich hier nicht verraten!

Pollys Unterstützer Jayden und Flora, die in ihrer Bäckerei arbeiten nehmen einen großen Teil der Geschichte ein und sind richtig tolle, sehr lebendig zu lesende Charaktere. Wobei mir die Menschen in dem kleinen Fischerdorf durchweg alle irgendwie sympathisch bis auf den Fiesling Malcolm.

„Jetzt legte sie ihr Buch weg und ging zum Fenster rüber. Die durch die Wolken silbern aufs Wasser fallenden Sonnenstrahlen, das leise Krächzen der Möwen und das Pfeifen des Windes, das im Winter zum reinsten Donnergrollen wurde, rührten ihr das Herz. Noch konnte sie nicht so recht fassen, dass sie wirklich hier lebte, und fragte sich mal wieder, ob das alles sie wohl eines Tages weniger beeindrucken würde.“ Aus: Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg“

Das Buch ist ein wahrlich ein herrlicher Schmökerroman für die Sinne und bestens zur Urlaubslektüre geeignet. Seufzend las ich von den vielen tollen Brotsorten und anderen Leckereien, die Polly gebacken hat. Herrlich dieser Duft, den ich mir vorstellte beim Lesen und die Meeresbrise und auch den Leuchtturm, in dem Polly mit ihrem Freund Huckle lebt, konnte ich mir so gut visualisieren, als wäre ich dort …  Und auch Pollys Papageientaucher Neill macht das famose Sommerbuch so herrlich lebendig … Dann und wann ging mir Pollys Naivität etwas auf die Nerven, vor allen Dingen wenn sie sich selbst so klein macht und ihre Selbstzweifel sie übermannen. Zum Glück war das an nur ein bis zwei Stellen so.

Fabelhaft ist die Beschreibung des Sturmes – ich habe richtig mitgefiebert und kam mir vor, als würde ich mittendrin stecken, sehr lebendig und richtig tolles Lese-Kino!

Jenny Colgan schreibt flüssig, sie benutzt viele herrliche Adjektive, um ihrer Geschichte viel Leben einzuhauchen und sie schreibt kurz und prägnant und ohne lange und verschachtelte Sätze.

Fazit: Eine tolle, herrlich sommerliche, leichte, berührende und kurzweilige Geschichte für den Urlaub und zum Entspannen am Wochenende. Warmherzig, liebenswert, eigenwillig, charmant und lecker! Im hinteren Teil des Buches finden sich auch Rezepte von Polly zum Ausprobieren. Ein durchweg gelungenes Sommerbuch mit Herz!

 

 

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