Die Abschaffung der Mutter

Alina Bronsky und Denise Wilk haben mit “Die Abschaffung der Mutter” ein sehr streitbares, aber auch sehr wichtiges Buch geschrieben.
Die Mütter von insgesamt 10 leiblichen Kindern, haben vielfältiges Erfahrungen gesammelt. Aus der Einleitung geht hervor, dass das Buchprojekt wohl schon vor Veröffentlich für reichlich Wirbel gesorgt hat, denn das Vorwort kommt sehr kämpferisch daher, was mir zu Beginn nicht so gut gefallen hat.
Auch das Thema “Vollzeitmutter” fehlt nicht, denn gerade diese scheinen so manch anderen Müttern ein Dorn im Auge zu sein. Ich sage immer: Leben und leben lassen. Wenn eine Frau glücklich damit ist, ihre Kinder selbst zu erziehen und nicht in die Fremdbetreuung zu investieren, so ist das doch perfekt für die Kinder. Ich stelle immer wieder fest, dass es – leider – unter Müttern keinen Zusammenhalt gibt, jede meint, das Beste zu tun, aber ich sage, jeder wie er mag. Die Akzeptanz der Mütter, die ist wichtig. Nicht wer wie was und wo macht.
Ich bin sehr gerne für mein Kind da und mir ist es völlig egal, was andere darüber denken, denn es ist meine Entscheidung und mein Leben.
Richtig in Fahrt kommen die beiden Autorinnen, wenn es um den von allen Seiten propagierten Zwang der Betreuung von Kleinkindern geht. Die in den Medien stets positiv verbreitenden positiven Erfahrungen in der Kleinkinderbetreuung in Schweden und Frankreich widerlegen die beiden, mit prominenter Unterstütung des Familientherapeuten Jesper Juul nd dem Bindungsforscher Karlhein Brisch.
Fazit: Ein wichtiges, kämpferisches Buch und ganz besonders die Stellen über die oben erwähnte frühkindliche Betreuung sowie die ebenfalls lesenswerten Textstellen über die Situation Alleinerziehender in Deutschland sind absolut gut recherchiert und geschrieben. Auch soll das Buch dazu anregen, sich selbst als Mutter einmal zu reflektieren und sich von den Meinungen anderer und den in den Medien propagierten Trends schlicht und einfach zu distanzieren und sich auf seine Familie zu konzentrieren – ob nun mit Teilzeitjob oder ohne. Hauptsache alle sind damit glücklich und zufrieden. Freiheit für die Frau und Mutter, Freiheit für alle Menschen!!!
Mimikry

Ui, was für ein Spaß macht das Buch “Mimikry – Das Spiel des Lesens” herausgegeben von Philipp Albers und Holm Friebe.
Das Lesespiel ist ganz einfach: Ein paar Menschen treffen sich, es wird ein Spielleiter festgelegt. Dann suchen sich die Spieler einige Bücher aus. Der Spielleiter liest nun einige – möglichst bekannte – Stellen aus dem jeweiligen Buch vor und zwar so lange, bis die Spieler glauben, dass sie den Schreibstil des jeweiligen Autors nachahmen können. Dann beginnt das muntere Schreiben. Dann sammelt der Spielleiter alle Papiere ein, nummeriert sie und liest sie möglichst unbeteiligt vor. Die Gruppe rät nun, welche Zahl der Originalanfang ist. Punkte erhält, wer das Original errät und derjenige, dessen Text von den anderen als Original gehalten wird. Falls keiner der Teilnehmer das Original errät, bekommt der Spielleiter den Punkt. In jeder Runde wechselt die Spielleitung.
In “Mimikry” sind die Ergebnisse diverser Spieleabenden auf 400 Seiten zu lesen. Ein Buch, das nun selbst zum Ratespiel mutiert. Spannende Sache, wie ich finde, ich weiß nicht, ob ich so gut die Tonalität der ausgewählten Bücher gefunden hätte wie die Teilnehmer der diversen Spielrunden u.a. Ronja von Rönne.
Ein Auszug:

Fazit: Eine tolle Idee, macht Lust, das Spiel selbst einmal zu spielen … Oder einfach selbst mehr zu schreiben! Absolute Empfehlung!
Auf viele Arten anders

Die selbst sehr vielbegabte Anne Heintze hat in ihrem neuen Buch “Auf viele Arten ANDERS – Die vielbegabte Scanner-Persönlichkeit: Leben als kreatives Multitalent” eine sehr vielfältiges, kreatives und praxisnahes Buch geschrieben.
Sie fordert uns auf, unsere vielen Begabungen zu kreativ auszuleben und uns nicht von anderen als wankelmütige Persönlichkeiten bezeichnen und somit verunsichern zu lassen.
Anne Heintze berichtet aus ihrem Praxisalltag, sie kennt die Sorgen und Nöte, aber auch die Talente außergewöhnlich begabter Menschen aus ihrer langjährigen Erfahrung als Coach und Trainerin sehr gut. So ermutigt sie die sogenannten Scanner-Persönlichkeiten (also jene Menschen, die viele Begabungen haben und oftmals als unbeständig bezeichnet werden) in diesem Buch mit dem herrlichen bunten und offensichtlich vielbegabten Zebra auf dem Cover – selbstbewusst zu sich selbst und ihrer inneren Vielfalt zu stehen. Dabei zeigt sie uns auch auf, mit unseren ureigenen Talenten, Begabungen, inneren Qualitäten umzugehen.
Hierzu Anne Heintze auf Seite 11:
“Ein vielbegabter Mensch ist reich an geistiger Vielfalt und bunter Kreativität. Er kann lernen, sich als außergewöhnliches Individuum zu positionieren, um die vorhandenen Gaben für sich und andere gewinnbringend und sinnstiftend ein- und umzusetzen.”
Gut gefallen hat mir auch der umfangreiche Selbst-Test, die vielen Anregungen und praktischen Übungen, die uns unterstützen, unseren ureigenen Weg zu gehen, mit allem was wir in uns tragen. Nieder mit den Selbstzweifeln, hinfort mit vermeintlichen Problemen – auf zu einem befreienden und glücklichen Leben, werte Damen!
Fazit: Ein bemerkenswertes, vielseitiges, kreatives Buch! Auf, ihr lieben Vielbegabten – lebt eure tollen Gaben authentisch, liebenswert und ohne Selbstzweifel! Seid stolz auf euch und lest dieses Buch – es bereitet den Weg für eure Träume, die gelebt werden möchten!
Schönes Wochenende!

Der kleine Drache Kokosnuss – Vulkan-Alarm auf der Dracheninsel

Hurra, ein neues Abenteuer des kleinen Drachen Kokosnuss und seinen Freunden Mathilda und Oskar, dem lustigen kleinen Fressdrachen! Diesmal heißt es: Vulkan-Alarm auf der Dracheninsel – auweia!
Die drei Freunde beobachten ein kleines Flugobjekt, dass auf der Dracheninsel landet. Und als der inseleigene Vulkan brennende Gesteinsbrocken spuckt, sind die Freunde alarmiert. Ihre geliebte Dracheninsel ist in Gefahr! Wird es dem kleinen Drachen Kokosnuss, Mathilda und Oskar gelingen, ihre geliebte Insel zu retten?
Fazit: Ein tolles neues Abenteuer der drei beliebten Freunde! Zwar war es dann und wann etwas weniger aufregend – nicht so wie sonst, jedoch denn kurzweilig und lustig. Wenn auch einige Wörter wie beispielsweise “Pups” unnötig oft wiederholt wurden, so dass es sehr künstlich lustig wirkte. Ein Must-have für Fans der drei kleinen, mutigen Dracheninsel-Bewohner!
Confidence Code – Was Frauen selbstbewusst macht

Die beiden Journalistinnen Katty Kay und Clarie Shipman haben ein interessantes Buch mit dem Titel “Confidence Code – Was Frauen erfolgreicher macht” geschrieben.
Darin haben sie die neusten wissenschaftliche Erkenntnisse u.a. auch aus den Neurowissenschaften und “revolutionäre Praxis-Tipps” zusammengetragen.
Herausgekommen ist ein Buch, das einerseits auch interessant ist, andererseits leider auch sehr amerikanisch “oberflächlich” daherkommt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob man nach dem Lesen des Buches wirklich mit den Tipps selbstbewusster werden kann. Zumal es nicht wirklich neue Erkenntnisse sind. Und so geht es mir meist nach dem Lesen von Büchern, die aus Amerika kommen, mir fehlt es einfach an Tief und sinnstiftendem Nutzen nach der Lektüre solcher Erfolgsbücher.
Die Autorinnen gaben sich wirklich große Mühe, interessant zu schreiben und dennoch hat es bei mir leider nicht “klick” gemacht und ich war froh, als ich das Buch zu Ende gelesen habe. Ich muss gestehen, ich habe auch einige Seiten weitergeblättert, ohne diese gelesen zu haben. Ich denke das liegt aber auch größtenteils an mir, da ich sehr viele Bücher lese und es einfach irgendwann auch nichts mehr Neues zu schreiben gibt. Es sei denn es werden von wissenschaftlicher Seite neue Gedankenwelten losgetreten.
Das Buch liefert aber auch – und das hat mir sehr gut gefallen – interessante Informationen über das Selbstvertrauen bei Frauen. Und hier wird insbesondere erwähnt, dass Selbstvertrauen, dass durch uns kommt, wenn wir weniger denken und mehr ins Handeln kommen, uns mehr bringt als z. B. Selbstvertrauen, das lediglich darauf fußt, aus dem Lob anderer entstanden zu sein. Und natürlich sollte man authentisch sein. Aber das ist ja auch nichts wirklich Neues …
Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Natürlich liegt vieles an uns selbst, natürlich müssen wir authentisch sein, an uns glauben, positiv sein, unser Verhalten ändern, wie sonst sollte denn Veränderung geschehen, wenn wir nicht bei uns selbst beginnen? An uns arbeiten? Es gibt zahlreiche Bücher von deutschen Autorinnen, die tiefer gehen und informativer und praxisnaher sind! Schade!
Klare Sicht

Ronja von Rönne: Wir kommen

Ronja von Rönnes “Wir kommen” musste ich natürlich lesen, denn ich schätze ihre schnoddrige Art zu schreiben auf ihrem Weblog Sudelheft sehr … Und darum geht es: Maja, Noras beste Freundin aus Kindheitstagen stirbt plötzlich so ganz ohne Vorwarnung. Nora wirft das ziemlich aus der Bahn und auch sonst scheint ihr Leben ziemlich durcheinander zu sein. Als ihr Therapeut zudem noch in den Urlaub fährt und ihr rät ihr Erfahrungen in einem Tagebuch festzuhalten, sind wir mitten im Buch. Sie schreibt über ihr Leben, dass Stück für Stück immer mehr aus den Fugen gerät. Sie berichtet, wie sie gemeinsam mit ihren drei Freunden, die in einer Viererbeziehung leben, ans Meer flüchtete, denn dort ist sie immer, wenn alles aus dem Ruder läuft.
Mir hat die Idee, dass die Protagonistin Nora ein Tagebuch schreibt und ich als Leserin hier nun Einblicke erhalte, sehr gut gefallen. Auch das einfach gestaltete Cover hat mich farblich sehr angesprochen, denn ich bin kein Freund von super schick gestalteten Covern, die nicht halten, was sie versprechen.
Ich fand schnell hinein in das Buch und war sofort wieder von der schnoddrigen, frechen Schreibe von Ronja von Rönne angetan. Doch irgendwann wurde es anstrengend zu lesen. Irgendwann zieht sich der Text wie Kaugummi in die Länge und man möchte doch endlich wieder den Text genießen. Gut, denke ich mir, muss man ja auch mal schaffen, viel schreiben und wenig sagen, aber hier war ich dann doch schnell gelangweilt.
Fazit: Ein guter starker Anfang, der sich dann langsam im schwummrigen Geschwafel verliert! Schade, hier wurde so viel Potential verschenkt! Ich kann es wirklich nur den absoluten Hardcore-Fans oder Sammlern von schlichten Covern empfehlen. Lohnenswert ist das erste Drittel des Buches, den Rest muss man nicht lesen! Schade!
Zufriedenheit: Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück

Christina Berndt hat ein neues, sehr empfehlenswertes, gut lesbares und sehr informatives Buch geschrieben. Das Thema diesmal: “Zufriedenheit – Wie man sie erreicht und warum sie lohnender ist als das flüchtige Glück“.
Die preisgekrönte Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt, ausgezeichnet mit dem renommierten Wächterpreis, schreibt kurzweilig über unseren selbstauferlegten Optimierungszwang und -drang und das effiziente Streben und Denken nach mehr Produktivität, Effizienz und Effektivität, die viele nicht glücklich sondern eher unglücklich macht.
Zu Beginn des lohnenswerten Buches steht das folgende geschrieben:
Überhaupt ist das von allen so sehr gesuchte Glück eher ein Stolperstein, als mühsamer Weg, der uns unsere Defizite glasklar und ohne Rücksicht aufzeigt. Wen wundert es da, das viele Glückssuchende, die im Außen nicht fündig werden, innerlich noch unglücklicher und pessimistischer werden. Wir vergessen, das auch glückliche Momente vergänglich sind und dann und wann einfach auch einmal unglückliche Zeiten auf uns warten. Aber auch diese gehören zu uns. Hier rät sie uns, die vorhandenen Gefühle anzunehmen, innezuhalten, durchzuatmen und sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens konzentrieren und fokussieren.
Hierzu noch lassen wir noch einmal Frau Berndt selbst zu Worte kommen:
Im weiteren Verlauf des Buches versucht sie Fragen wie “Was läuft im Gehirn ab, welche genetischen Faktoren spielen eine Rolle?” Ein Zufriedenheitstraining zeigt uns, wie wir an Resilienzfaktoren wie z. B. Optimismus und Dankbarkeit arbeiten können.
Fazit: Ein kurzweiliges, informatives und sehr gut lesbares Sachbuch zum Thema Zufriedenheit. Wem der Vorgänger “Resilienz” bereits gefallen hat, der kommt um dieses Buch auch nicht herum! Lesenswert!


