Mimikry

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Ui, was für ein Spaß macht das Buch „Mimikry – Das Spiel des Lesens“ herausgegeben von Philipp Albers und Holm Friebe.

Das Lesespiel ist ganz einfach: Ein paar Menschen treffen sich, es wird ein Spielleiter festgelegt. Dann suchen sich die Spieler einige Bücher aus. Der Spielleiter liest nun einige – möglichst bekannte – Stellen aus dem jeweiligen Buch vor und zwar so lange, bis die Spieler glauben, dass sie den Schreibstil des jeweiligen Autors nachahmen können. Dann beginnt das muntere Schreiben. Dann sammelt der Spielleiter alle Papiere ein, nummeriert sie und liest sie möglichst unbeteiligt vor. Die Gruppe rät nun, welche Zahl der Originalanfang ist. Punkte erhält, wer das Original errät und derjenige, dessen Text von den anderen als Original gehalten wird. Falls keiner der Teilnehmer das Original errät, bekommt der Spielleiter den Punkt. In jeder Runde wechselt die Spielleitung.

In „Mimikry“ sind die Ergebnisse diverser Spieleabenden auf 400 Seiten zu lesen. Ein Buch, das nun selbst zum Ratespiel mutiert. Spannende Sache, wie ich finde, ich weiß nicht, ob ich so gut die Tonalität der ausgewählten Bücher gefunden hätte wie die Teilnehmer der diversen Spielrunden u.a. Ronja von Rönne.

Ein Auszug:

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Fazit: Eine tolle Idee, macht Lust, das Spiel selbst einmal zu spielen … Oder einfach selbst mehr zu schreiben! Absolute Empfehlung!

Das schreibt der Blumenbar Verlag:

Der große Literaturschwindel: Ein Salonspiel, ein Täuschungsmanöver und ein Zeitvertreib: »MIMIKRY« versammelt 101 Schriftsteller, Journalisten und Künstler zur Literatur-Fälscherei: Wer einen Romananfang am glaubwürdigsten imitiert, eine markante literarische Stimme am besten trifft, gewinnt. Ein Kompendium der literarischen Bildung und Hochstapelei: Zum Mitlesen und Mitraten.

Was zeichnet den Stil von Günter Grass aus? Wie beginnt Jane Austens »Stolz und Vorurteil«? Kann man wie Rainald Goetz schreiben? Und würden Sie den Unterschied zwischen Original und Fälschung erkennen?

»MIMIKRY« ist eine Literatur-Blindverkostung, die wie das biologische Vorbild funktioniert: Signalfälschung, Täuschung und Verstellung. In der Tradition kollektiver Schreibexperimente – von den Zirkeln der Romantiker bis zu den surrealistischen Sitzungen – entstanden so an 19 Abenden im Sommer 2015 täuschend echte, aber frei erfundene Anverwandlungen an 80 Romananfänge: von der Weltliteratur bis zum aktuellen Bestseller, vom Lieblingsbuch bis zur verhassten Schullektüre.

»MIMIKRY – Das Spiel des Lesens« versammelt die Ergebnisse dieses sozialliterarischen Experiments. Ein Kompendium der literarischen Bildung und Hochstapelei, der Variationen und Verirrungen, der Überschreibungen und Übertreibungen, zum Mitlesen und Mitraten. Und ganz nebenbei ein Who’s Who der literarischen Gegenwart, welches davon lebt, dass darin niemand er oder sie selbst ist.

Über die Autoren:

Philipp Albers und Holm Friebe sind Gründer und Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur in Berlin. Zusammen haben sie ein Standardwerk über Zahlenpsychologie verfasst (»Was Sie schon immer über 6 wissen wollten«, 2011) und elaborierte Spiel- und Improvisationsformate wie Powerpoint-Karaoke erfunden. Holm Friebe unterrichtet Designtheorie und schreibt Sachbücher (u.a. »Wir nennen es Arbeit«, 2006, und »Die Stein-Strategie«, 2013), Philipp Albers rezensiert Bücher für Deutschlandradio Kultur. Mit der ZIA beraten sie Dax-Konzerne und Ministerien, entwickeln Großgruppenformate und veranstalten eigene Konferenzen (u.a. Digital Bauhaus Summit). Das Lexikonspiel und seine literarische Ableitung spielen sie seit über fünfzehn Jahren im privaten Freundeskreis.

Buchinformationen: