Das Glück wohnt überall: Eine inspirierende Reise um die Welt

Katharina Teimer hat sich in ihrem Buch „Das Glück wohnt nebenan – eine inspirierende Reise um die Welt“ auf die Suche nach dem Glück gemacht. Und wie der Untertitel schon verrät, hat sie es überall gefunden ;-).  Denn je nach Land oder Kultur können wir das Glück in den kleinsten Dingen und quasi überall finden, wenn wir achtsam und offenen Auges durch die Welt spazieren.  In dem wunderbar aufgemachten Buch erfahren wir sehr interessante Dinge zu den jeweiligen Ländern, die die Autorinnen besucht haben, wir erfahren etwas über Bräuche, Kultur, passende Zitate, Glückszahlen, Glücksbringern, aber auch Gedichte rund um das Thema Glück. Wir bekommen auch einen tollen Einblick in die Glückskultur der besuchten Länder. Und natürlich fehlen auch nicht ein Rezept für Glückskekse, eine Aufstellung von Glückstagen und treffliche Zitate. Rundum gelungen ist diese tolle Glücksmischung in Buchform, wie ich meine.

Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht, über meine persönlichen Glücksmomente und auch Glücksspeicher, die mir in stressigen Zeiten sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Sehr gerne denke ich dann meistens an meine Zeit in New York zurück. Dort absolvierte ich von Oktober 1999 – Januar 2000 ein Praktikum. Schon immer träumte ich davon, einmal in New York zu leben und zu arbeiten. Ich las alle Bücher, die auch nur annähernd mit dieser faszinierenden Stadt zu tun hatten. Und dann, als ich vor meinem Bürogebäude in der Broad Street im Financial District (Nähe Wall Street), in dem ich wirken durfte stand, habe ich zum ersten Mal dieses unglaubliche Freiheitsgefühl in mir gespürt. Und so stand ich einige Minuten mit nach oben gestreckten Armen einfach nur dort und genoss dieses erhabene Gefühl. Freiheit! Ich hatte es doch tatsächlich geschafft, meinen Traum wahr zu lassen.

An meinem ersten Tag ging ich in der Pause über die Straße und kaufte mir meinen ersten amerikanischen Kaffee – natürlich bei Starbucks. Ich war völlig erschlagen von all den verschiedenen Geschmacksrichtungen und Kaffeearten und dort eine Bestellung aufzugeben, wenn man sich in der Sprache noch nicht akklimatisiert hat, war schon meine erste Herausforderung. Glücklich und stolz verließ ich den berühmten Kaffeeladen und genoss meinen Kaffee und beobachtete das turbulente Treiben um mich herum.

Um dem Trubel ab und an mal zu entgehen (denn New York ist die mit fast 20 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt in den USA!) oder auch der permanenten Reizüberflutung zu entgehen, ging ich oft in den Bryant Park oder in die New York Public Library, die direkt an den Bryant Park angrenzt. Dort atmete ich den Duft der Bücher ein, las, träumte, schrieb oder beobachtete einfach nur die Menschen. Herrlich und für mich ein wunderbarer Glücksanker!

Fotos: www.pixabay.com

Ein weiterer Glücks-Hotspot war für mich Greenwich Village. Dort lebten unglaublich interessante Menschen und es verging kein Tag, an dem ich nicht einen Prominenten auf der Straße gesehen habe. Die Menschen dort waren noch etwas aufgeschlossener, witziger und sehr kommunikativ. Dort hatte ich richtig viel Spaß und die skurrilsten Begegnungen. Mein Lieblingspark war der Sir Winston Churchill Square, in dem ich mich super entspannen konnte. Dort konnte man das Glück förmlich riechen ;-).

Doch Glück ist für mich nicht nur, bestimmte, entspannende Orte aufsuchen und mich dort in die Stille begeben. Nein Glück ist für mich auch lebendiger Alltag: Es ist die kurze, liebevolle Unterhaltung mit einem Fremden, in der man sich wohl und an- und wahrgenommen fühlt als Mensch. Es ist das Lächeln im Vorbeigehen, das einen einen Glücksschauer über den Rücken rieseln lässt. Es ist die aufmerksame Geste eines Sitznachbarn in der U-Bahn, der merkt, dass man sich mit all seinen Taschen verheddert hat und hilft oder der einen tröstet, wenn man vor lauter Leser seine Haltestelle verpasst hat. Es ist eine Gruppen von Menschen, die täglich im selben Bus fahren und die sich wie Freunde begrüßen und sich einen herrlichen Tag wünschen.

Das Glück liegt für mich im kleinen, im Detail, in der Aufmerksamkeit und Wertschätzung, allem Leben gegenüber. Und es ist auch wichtig, nicht nur Glück zu konsumieren, sondern selbst auch Glück zu verbreiten, wann immer man kann. Und dafür hat man jede Menge Zeit, denn in New York muss man oft warten: Warten auf eine halbwegs leere U-Bahn, in die man sich noch hinein quetschen kann. Warten an der Schlange im Supermarkt oder in anderen Läden. Warten auf den Lunch. Im Restaurant, weil man sich nicht einfach irgendwo hinsetzen darf, sondern auf den Ober wartet, denn dieser platziert uns an einen Platz (Wait to be seated!) …In der Post, in der Bank – überall gibt es diese Absperrbänder, die die Form der Schlange vorgeben.  Always stay in line 😉 lautet mein Motto. Aber ich habe es genossen, denn dort las ich oder plauderte mit meinem Vor- oder Nachsteher. Oder ich bewunderte das geduldige Schlange stehen, bei dem sich niemand zu beschweren schien. Es war schon sehr skurril. Die ganze Zeit rannten die New Yorker wie von Furien gehetzt an mir durch die Stadt, aber sobald man irgendwo Schlange stehen muss, sind sie die Ruhe selbst. Damals gab es noch keine Smartphones, deshalb habe ich mich in Schlangen meistens sehr gut unterhalten.

Noch was Lustiges zum Thema schnelle New Yorker: Der typische New Yorker (von ihm spricht man, wenn er mind. 7 Jahre in der Stadt gelebt hat!) eilt wie von Sinnen durch die Straßen. Dabei ist er stets auf sein Ziel fixiert, schaut nicht nach rechts und links und schaut dabei neutral. Fast sprinten sie die Gehwege hinunter und lassen verdutzte Besucher einfach stehen. Auf den Bürgersteigen herrscht deshalb auch ein ungeschriebenes Gesetz, denn es gibt – ähnlich den Autobahnen – verschiedene Spuren für schnelle, langsame und besonders langsame Fußgänger (quasi der Standstreifen ;-)). Und beim Hetzen trägt er selbstverständlich immer Kopfhörer und einen Coffee-to-go mit sich herum. Und er trägt mindestens ein schwarzes Kleidungsstück ;-)!

Fazit:

Klare Lese- und Glücksempfehlung! Das Buch macht glücklich und informiert Glückssuchende über die verschiedenen Glückskulturen in den einzelnen Ländern. Vor allem motivierte es mich, über meine eigenen Glücklichmacher nachzudenken und dies nochmals zu erleben. Das Glücksbuch ist ein wunderbares Geschenk vor allem für Vielreisende und Glückssucher!

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Digitale Depression

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Das Autorenduo Sarah Diefenbach und Daniel Ullrich gehen in ihrem sehr lesenswerten Buch „Digitale Depression – Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern“ auf die virtuellen Glücksdämpfer der neuen Medien – allen voran dem allseits bereiten Smartphone – ein.

Beim Versuch, unser Glück online zu konservieren und zu intensiveren sprich zu posten, verlernen wir, unser Glück direkt zu erleben. Die Generation Smartphone ist mehr darauf bedacht, always on zu sein, stets das perfekte Foto für den Facebook-Post zu schießen – „während der magische Augenblick vorbeizieht„. Das Foto wird dann fix gepostet, um wiederum möglichst viele Likes zu generieren und hiermit wiederum Selbstbestätigung zu bekommen. Die bewusste Wahrnehmung des Moments wird weitgehend ausgeschaltet, wir gucken durch die Linse, aber nehmen nicht wahr, was das Auge sieht. Das Foto wird wichtiger als das Ereignis selbst. Und die Fotos verschwinden dann meist im virtuellen Nirvana und werden nicht mehr bewusst angeschaut, sprich erlebt. (Man muss schon auch Glück haben, wenn man die „Sehenswürdigkeiten“ überhaupt noch hinter all den Selfiesticks sehen kann – wie nervig sind diese Dinge doch nur!)

Bewegt man sich wie ich – die manchmal völlig vergisst, dass sie ein Handy besitzt, durch den Alltag, dann sieht man vielfach Menschen, die wie Zombies nur noch auf das Display ihres Smartphones starren, die schon Panikattacken bekommen, wenn dem Akku unterwegs der Saft ausgeht. Auch bei Gesprächen blickt man sich oftmals nicht mal mehr in die Augen, sondern einer der Gesprächspartner tippt wie bekloppt auf seinem Smartphone herum. Nicht mal auf öffentlichen Toiletten hat man seine Ruhe, weil meistens ein Zeitgenosse selbst auf dem Klo noch ein wichtiges Businesstelefonat führen muss. Wo ist hier bitteschön der Datenschutzbeauftragte ;-)?

Ich selbst möchte gar nicht so viel von meinen Mitmenschen erfahren, auch nicht, dass die Uschi nun ausgezogen ist oder man seit Tagen an einer Verstopfung leidet. Leider muss ich mir dies meist – insbesondere in den ICEs anhören, auch wenn ich in der Ruhezone sitze. Die eigene Privatsphäre und auch die der anderen leidet massiv. Und was ist mit der Rücksichtnahme auf andere? Die ist durch die permanente Erreichbarkeit leider nicht möglich.

„Technik ist heute schließlich überall und immer dabei. Angefangen bei der elektrischen Zahnbürste über den Kaffee aus dem Vollautomaten und jederzeit abrufbare Ratschläge zu allen Lebenslagen per YouTube bis hin zur Überwachung der Trainingsfortschritte vie Fitness-Armband, dabei immer die Kopfhörer auf den Ohren. Und auch der Austausch mit anderen läuft technikvermittelt. Kontakte knüpft man über Facebook, Instagramm zeigt, wer ich wirklich bin – oder sein will. Via WhatsApp bleibt man immer in Verbindung mit Freunden und Familie, wer noch mehr News aus meinem Leben will, kann meinem Blog folgen.“ (Seite 11)

Doch machen all diese Dinge uns wirklich glücklich? Tut es uns gut, was wir in den sozialen Medien tun? Wir alle wollen ein glückliches Leben führen, wir wollen herausfinden, was uns glücklich macht und was wir selbst für unser Glück tun können – was eine der kompliziertesten überhaupt Lebensaufgaben ist. Denn: Glückliche Menschen tun auch der Gesellschaft gut, weil sie weniger Verkehrsunfälle verursachen, hilfsbereiter und großzügiger sind, gesünder leben und effizienter arbeiten.

„Kritische Stimmen zur technischen Durchdringung unseres Alltags gibt es viele. Berechtigte Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre beispielsweise. Sorgen um gesundheitliche Gefahren, wie die böse Handystrahlung oder den Mausarm. Oder auch Sorgen um die Degeneration unserer kognitiven Fähigkeiten.“ (Seite 12)

Fazit: Ein super empfehlenswertes Buch über den Verlust unseres Glücksempfindens durch die neuen Medien. Ein aufrüttelnder Wachmacher zum reflektierten Umgang mit sozialen Medien & Co.

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