Sonja Heiss: Rimini

Ein ganz normale Familie spielt im neuen und sehr empfehlenswerten Buch „Rimini“ von Sonja Heiss die Hauptrolle. Die Armins konnte ich mir allesamt sehr gut vorstellen. Hans, Anwalt, verheiratet mit Masha und Vater zweier Kinder hat es nicht leicht, er ist schnell wütend und versucht, seine Ehe, die so vor sich hin plätschert, zu retten. Seine Schwester Masha ist 39 und wünscht sich plötzlich ein Kind. Die Eltern der beiden – Barbara und Alexander versuchen, ihr Rentnerdasein zu meistern, denn Barbara möchte nochmal so richtig Gas geben, während es ihrem Gatten genügt, sich einen Wellensittich zu kaufen. Und so nimmt alles seinen natürlichen und gar nicht vorhersehbaren Lauf …

 

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Witziger Buchtrailer: Rimini von Sonja Heiss

Auf das Buch „Rimini“ von Sonja Heiss, das heute erscheint,  freue ich mich schon sehr ;-):

Die Armins sind eine ganz normale Familie, normal dysfunktional. Während Hans mit Wutanfällen zu kämpfen hat und seine Ehe retten muss, versucht seine Schwester Masha mit 39 auf die Schnelle einen Mann zu finden, mit dem sie ihren plötzlichen Kinderwunsch verwirklichen kann. Die Eltern der beiden, Barbara und Alexander, ringen mit ihrem Rentneralltag. Barbara will mehr vom Leben, Alexander reicht ein Wellensittich. Barbaras verzweifelte Flucht vor der Anhänglichkeit ihres Mannes setzt Dinge in Gang, mit denen niemand gerechnet hat. Und dann ist da noch dieses Familiengeheimnis, das über allem wabert. (Quelle: Kiwi Verlag)

 

schaut mal den Buchtrailer *grins*: 

Isabel Bogdan: Der Pfau

 

51MkDtJx5uLIsabel Bogdan hat mit ihrem Buch „Der Pfau“  einen subtil komischen, sehr elegant britischen Roman geschrieben, der mir sehr gut gefallen hat.

Auf dem schottischen Landsitz von Lord und Lady McIntosh spielt ein Pfau während eines Seminares zur Teambildung einer Gruppe von Londoner Bankern verrückt und sorgt für mächtig Ärger. Die Bankangestellten nebst Chefin bekommen davon jedoch nichts mit und fühlen sich in der schottischen Langeweile sehr unwohl, was nicht nur an der Kälte in den Räumen dort liegt sondern auch an den zu bewältigenden Teamaufgabe einer Psychologin. Sie versuchen sich so gut es geht mit allem zu arrangieren.

Der erste Satz:

„Einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch einfach nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt.“

Isabel Bogdan erzählt mit wunderbar britischem Humor, heiter und in einem zauberhaften Schreibstil über dieses Wochenende in den schottischen Highlands. Die mitwirkenden Charaktere sind allesamt liebenswert und eigentümlich und very british ;-).

Im Zentrum der komödiantisch anmutenden Geschichte steht ein Pfau, der mit seinem Ableben sehr viele kuriose Begebenheiten ins Rollen bringt. Wie er genau gestorben ist, das weiß nicht jeder der Anwesenden auf dem schottischen Landgut.  Doch die subtilen Schuldzuweisungen innerhalb der Gemeinschaft lesen sich sehr schön, auch weil sich die Teilnehmer des Seminars und auch die sonst immer Anwesenden auf dem Landsitz sehr verdächtig verstricken.

Herrlich fand ich die Gespräche der Personen aus und auch wie sie miteinander umgehen. Die Autorin braucht nicht viele Worte, um ein zauberhaftes britisches, subtiles Flair entstehen zu lassen. Und auch das überraschende Ende, herrlich ausgestattet mit einer Portion britischer Ironie und Humor ist gnadenlos gelungen.

Fazit: Ein gelungenes Debüt mit zauberhaften, unvergesslichen Charakteren und herrlichem britischen Humor, subtil, zart, feinsinnig und unglaublich unterhaltsam! Bitte unbedingt lesen!

 

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Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich

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Es klingelt an der Tür unseres namenlosen Protagonisten und der Tod steht vor der Tür. In „Sophia, der Tod und ich“ schickt uns Thees Uhlmann (Sänger und Frontmann der Hamburger Band „Tomte“) auf eine irrsinnige, makabre und superwitzige Reise mit dem Tod. Der Tod sagt, er habe nur noch drei Minuten zu leben. Unser Held, ein grübelnder, nachdenklicher, fußballliebender Altenpfleger weiß nun nicht, was er sich für seine letzten drei Minuten, die ihm der äußerst höfliche Herr Tod noch gewährt, wünschen soll. Seine Beziehung mit Sophia ist vorbei, sein Job ist nun ja und er selber weiß nicht, ob sein unehelicher, achtjähriger Sohn die Postkarten, die er ihm täglich schreibt, überhaupt bekommt und liest.

Mitten in seinen „letzten“ Gedanken klingelt es erneut an der Tür … seine Ex Sophia erscheint und erinnert ihn, dass sie gemeinsam seine Mutter besuchen wollten. Der Tod ist völlig perplex, ist er es doch gar nicht gewöhnt, bei seiner Arbeit gestört zu werden – bzw. ist dies nicht vorgesehen. Und so nimmt die superwitzige und toll geschriebene morbide Geschichte ihren Lauf …

Erster Satz:

„Es klingelt an der Tür und im Treppenhaus riecht es nach frisch gebrühtem Kaffee.“

Fazit: Ein sehr witziges, dialogreiches und fantastisches Lese-Abenteuer mit viel schwarzem Humor und einem äußerst höflichen und sympathischen Herrn Tod. Unmöglich, dieses Buch nicht in einem Rutsch zu lesen.

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Helge Schneider: Orang Utan Klaus – Helges Geschichten

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Helge Schneider,  der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feierte,  hat ein lustiges Buch geschrieben: „Orang Utan Klaus – Helges Geschichten“ heißt es. Gewohnt zotig lässt sich der Großmeister des knurrigen Humors über so alles mögliche aus … Helge Schneider hat die besten Geschichten der letzten 30 Jahre gesammelt, allesamt herrlich illustriert von ihm selbst. Alleine das Cover mit den Orang Utans und einem Bildausschnitt von ihm haben mir sehr gut gefallen.

 

Zu lesen ist natürlich auch Helge Schneiders berühmte Paris-Geschichte:

»Als ich zum ersten Mal in Frankreich war, der Hauptstadt von Paris, saß ich in einem von diesen leckeren Straßencafés, die mit Glas überdacht sind wie eine Vitrine, wo man, wenn man drin sitzt, hochgucken kann, durch das Dach durch, in den Himmel hinein. Es war ein wunderschöner Maitag, der Himmel hatte die Farbe Blau gewählt, um uns zu imponieren. Die Blumen blühten in den Vasen mit aller Gewalt …«

Aufmerksam auf das Buch wurde ich durch einen Live-Mitschnitt von Helge Schneider in einer Buchhandlung – dort hatte er einen Lachanfall bei der Elch-Geschichte und ich fand das super! Auch seine Videos schaue ich mir gerne an – legendär sein Video, in dem er in einem Hotelzimmer in Hannover „festsitzt“, weil seine Lesung aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde … Er riet zum Essen von Mandarinen und Karateübungen – Helge Schneider eben ;-).

Fazit: Das unterhaltsame und typische Helge-Schneider-Buch ist ein absolutes Must-have für Helge-Schneider-Fans, für Menschen des zotigen Humors und überhaupt ein Buch für Zeiten wie diese – Humor ist, wenn man trotzdem lacht ;-)! Eine Hommage zum 60. Geburtstag des „weisen bzw. weißen Helge“! Quasi die Soloshow im Buchformat! Großartig!

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Gelesen: Teufels Grinsen

teufels grinsenWas für ein spannend erzählter Kriminalroman! Ich war ja erst skeptisch, ob das klappt, wenn eine als Mann verkleidete Ärztin mit Sherlock Holmes gemeinsam in einem Kriminalstück auftritt – aber: It works!

Die deutsche Anna Kronberg alias Anton Kronberg arbeitet in Teufels Grinsen von Annelie Wendeberg als Arzt in London. Sie ist eine mutige, moderne Frau mit einem scharfen Verstand. Es ist so witzig, wie sie sich mit dem guten alten Sherlock Holmes messerscharfe Dialoge liefert, dass ich beim Lesen mehrmals grinsen musste ;-). Sie bzw. er gerät als angesehener Arzt und Bakteriologe während der Cholerakrise in London mitten hinein in eine bitterböse Verschwörung, dabei gerät sie selbst in tödliche Gefahr. Doch da ist ja noch Sherlock Holmes 😉 … Dann und wann wirkt sich doch auch etwas überheblich, gerade in den Begegnungen mit Dr. Watson, dem besten Freund von Sherlock Holmes.

Teufels Grinsen von Annelie Wendeberg ist der erste Band einer Reihe mit der Ermittlerin Dr. Anna Kronberg. Ich bin gespannt wie es weitergeht und ob Anna irgendwann mit ihrer Maskerade auffliegt. Die Geschichte spielt Ende des 19. Jahrhunderts in London. Zwischen Sherlock Holmes und Anna scheint sich etwas zu entwickeln, aber so genau ist das noch nicht klar, man muss ja auch nicht im ersten Band schon alles literarisches Pulver verschießen.

Fazit: Mal etwas anderes, historisches mit Kriminalgeschichte gepaart, eine Frau in einer starken Rolle, die jederzeit auffliegen kann. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und freue mich auf den zweiten Teil der Geschichte mit dem Titel Tiefer Fall (erscheint am 11.05.2015). Für Sherlock-Holmes-Fans ein Muss, für alle anderen, die mal etwas neues neben den schon üblichen brutalen skandinavischen Krimis lesen möchte, eine entspannende Alternative. Es ist ein kleines feines Büchlein, meine Stammleser wissen, wie sehr ich schmale Büchlein schätze ;-). Probiert es aus!

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Gelesen: Hab ich selbst gemacht

hab ich selbst gemachtFür mich eines der besten Bücher zur DIY-Bewegung: „Hab ich selbst gemacht“ von Susanne Klingner, erschienen bei Kiwi.

Die Journalistin Susanne Klingner versucht, 365 Tage, also ein Jahr lang, nur selbstgemachtes zu essen, anzuziehen etc. Selbst vor Zahnpasta schreckt sich nicht zurück ;-)! Das Ergebnis ihres Selbstversuchs: 365 Tage, 2 Hände und 66 Projekte.

Das Buch liest sich sehr kurzweilig, es ist amüsant und es gibt auch das eine oder andere Rezept und viele Tipps. Es ist ein kluges, lustiges Buch, dass die Journalistin Susanne Klingner da geschrieben. Ich fand es bewundernswert, dass sie ein Jahr lang durchgehalten, denn nicht immer hat man Zeit z. B. mal „schnell“ ein Brot zu backen oder mal schnell die verloren gegangenen Handschuhe zu stricken …. Im Buch selbst findet sich auch ein tolles Stollenrezept, der Christstollen schmeckt sehr saftig und hält sehr lange, wenn er nicht gleich von der lieben Familie aufgegessen wird. Es gibt viele Anregungen und ich wiederhole mich – die Geschichte ist schön und alltagsnah geschrieben – man geht richtig mit, wenn mal das eine oder andere nicht klappt. Aber wie so oft lautet das schlichte Geheimnis: Just do it 😉 … einfach nur machen …

Auf der Webseite des Kiwi Verlages gibt es noch viele nützliche Links und ein Interview mit der Autorin!

Fazit: Für alle Freunde der DIY ein Kultbuch und ein Must-have im Buchregal!

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