Fred Christmann: Keine Angst vor Ängsten

51qro7kVkNLDr. Fred Christmann, Autor des Fachbuches „Keine Angst vor Ängsten“ vermittelt klar und fundiert, was Therapeuten und Betroffene über Angstmechanismen wissen müssen. Zudem zeigt der erfahrene Psychotherapeut dem interessierten Leser viele Übungen auf, die sich für die jeweilige Angststörungen eignen. Dabei geht er auch auf die Therapie bei Kindern und Jugendlichen ein, was mir sehr gut gefallen hat.

Die von ihm vorgestellten verhaltenstherapeutischen Interventionen wie z. B. Probehandlen, Konfrontation, Imagination und Achtsamkeit – können zur ganzheitlichen Behandlung der verschiedenen Angststörungen eingesetzt werden. Sehr gut gefiel mir auch, dass man sich online zwei Mentalübungen anhören kann, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Im Anhang finden sich weitere Übungen und Materialien für Kinder und Jugendliche.

Fazit: Das kompakte, leicht verständliche und sehr übersichtlich aufgebaute Buch ist sehr informativ. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Angstbewältigung souverän durch den schmalen Band und doch ist das Buch so prallvoll an Informationen, Übungen und Bewältigungsstrategien, dass man als Leser erst einmal ungläubig mit dem Kopf schütteln muss ;-). Ich bin sehr begeistert von diesem Buch und kann es einfach nur jedem empfehlen, der sich mit Angststörungen befasst, sei es nun professionell, als Betroffener oder als Angehöriger! Auch Studenten oder Heilpraktikeranwärter auf dem Gebiet der Psychotherapie profitieren vom Kauf des hervorragenden Fachbuches!

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Ulrich Sachsse: Proxy – die dunkle Seite der Mütterlichkeit

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Ulrich Sachsse hat mit „Proxy – die dunkle Seite der Mütterlichkeit“ ein sehr beklemmendes Buch geschrieben. Wir alle, die wir Mütter oder Eltern sind, können uns nicht vorstellen, was Kinder in ihren frühen Jahren erleben müssen und später als Eltern an ihre Kinder weitergeben oder auch nicht. Ich war bestürzt als ich Frau Proxys Bericht las und was sie ihren Kindern angetan hat, aber auch, was sie selbst als Kind erleben musste. Sie berichtet schonungslos offen über den sexuellen Missbrauch als Kind, dem Wegsehen ihrer Mutter, den Traumatisierungen, die sie später als Mutter selbst zur Täterin werden lassen. Ich hoffe viele Sexualstraftäter lesen, was sie damit den Folgegenerationen und auch der Gesellschaft antun mit ihren widerlichen und für mich völlig unverständlichen Taten … Ulrich Sachsse gelingt es jedoch als Fachmann über diese schockierenden Erlebnisse mit dem nötigen Abstand zu berichten und auch die Fachleute, die sonst in dem Buch noch zu Wort kommen, machen das Münchhausen-by-Proxy-Syndrom für Laien und Therapeuten und auch für die Angehörigen etwas verständlicher – zumindest was die Zusammenhänge angeht.

Fazit: Nichts für schwache Nerven, wer sich jedoch mit dem Thema beschäftigen möchte, der kommt an diesem Buch nicht vorbei!

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