Everless

Was für eine Lesefreude! “Everless” von Sara Holland war eines meiner sehnlichst erwarteten Novitäten des Februars und nach dem Lesen dieses wundervollen Buches kann ich Euch sagen: Zurecht!

Schon der Klappentext hat mich magisch angezogen. Und so habe ich das Buch ganz schnell und atemlos gelesen …

Die Protagonistin ist Jules, die in einer sehr Angst machenden, aber zugleich auch sehr spannenden Welt lebt. Sie lebt mit ihrem Vater in bitterer Armut in einem kleinen Häuschen in Crofton. Jules weiß, dass die nächste Pacht bald fällig ist und sie möchte ihren Teil dazu beitragen, weil ihr Vater kränkelt, weil er schon so viel Lebenszeit gegeben hat, um mit ihr zu überleben. Und so entscheidet sich Jules, an dem Ort Zeit zu verdienen, vor dem sie als Kind mit ihrem Vater geflohen ist: Sie kehrt zurück auf Schloss Everless!

“Everless ist ein Dickicht aus Türmen und Palisaden, bunten Bleiglasfenstern und Balustraden, von denen grün-goldene Banner herabhängen. Eine Allee aus sorgfältig in Form geschnittenen Bäumen teilt alles in zwei Hälften, auch das Schloss selbst. Auf der einen Seite endet sie vor dem Tor, das wir soeben passiert haben, und obwohl ich ihn von hier aus nicht sehen kann, weiß ich, dass an ihrem anderen Ende ein See liegt, umgeben von Schlossmauern und schwarz vor altem Eis und Schatten.” (Gelesen auf Seite 50)

Doch dort lauert überall Gefahr für sie und fortan muss sie sich täglich im Dickicht von Spannung, Intrigen, Machtkämpfen und aufgestauten Emotionen aus ihrer Kindheit zurechtfinden oder -kämpfen, denn leicht ist Jules Leben ganz gewiss nicht. Und dies ist von Sara Holland so bildhaft geschrieben, dass ich die Geschichte atemlos in mich aufgesaugt habe. Wem kann sie trauen? Nichts scheint so zu sein, wie sie es in Erinnerung hatte.

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Blutrote Dornen. Der verzauberte Kuss

Natürlich musste ich nach dem famosen und bezaubernden ersten Teil der Rosenmärchen (meine Rezension könnt ihr hier lesen: http://www.buchnotizen.de/2018/02/19/schneeweisse-rose/) auch den 2. Teil mit dem Titel “Blutrote Dornen – der verzauberte Kuss” von Jennifer Alice Jager lesen.

Und auch diesmal wurde ich lesetechnisch nicht enttäuscht. In diesem Märchen lernen wir Briar Rose kennen, die Tochter von Snow und Chris (ihr erinnert Euch ;-)). Die drei leben friedlich in ihrer eigenen Welt fernab des Königreiches. Briar ist ein sehr wildes Mädchen und ich konnte kaum glauben, dass sie eine Prinzessin ist. Doch mir hat ihr Charakter sehr gefallen, war ich doch selbst als Mädchen wild und jungenhaft 😉 … Doch eines Tages muss Briar zusammen mit ihrer Familie die häusliche Idylle verlassen und zum Schloss des Königs von Farrendale, welcher der Bruder von Briars Vater ist, reisen. Dort trifft sie – neben ihrer unsympathischen Cousine Liliana – auch auf den jungen Mann Thorn. Dieser wird von seinem Vater gezwungen, die Feierlichkeiten am königlichen Hofe zu besuchen und so hat sich Thorn ziemlich ungern auf die Reise ins ferne Königreich Farrendale gemacht. Um schneller am Ziel zu sein, reist er durch den verwunschenen Wald, denn er glaubt nicht an die Warnungen der Menschen, dass dort böse Feen leben (er glaubt überhaupt an magische Wesen wie Feen und Elfen und alles magische ist ihm fremd)… Und genau das wird ihm leider zum Verhängnis, denn er trifft auf die böse Fee Lelissthras, die er durch seinen Kuss aus ihrem Schlafen erlöst. Da er all dies für einen bösen Traum hielt, reist er weiter dem Königreich entgegen. Aber die böse Fee hat ganz anderes mit ihm vor: Sie möchte zurück zu ihrer alten Macht und möchte Rache nehmen an jenen, die sie in den Tiefschlaf versetzt haben …

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Im Zauberbann des Schneemonds

Natalie Luca hat mit ihrem neuen Buch “Im Zauberbann des Schneemonds” einen soliden und spannenden Reihenauftakt geschrieben.

Wir begleiten die siebzehnjährige Artemis, die nach einem Unfall ihrer Mutter zu ihrem unbekannten Großvater nach Neuwald ziehen muss. Sie hat Angst und ist verwirrt und weiß nicht so recht, was auf sie zukommt, denn sie hat ihren Großvater nie kennengelernt. Doch es kommt noch schlimmer für Ari – wie sie gerne genannt wird: Sie muss eine merkwürdige Privatschule besuchen, die von  Kindern alter Adelsfamilien besucht wird. Und dort scheint es auch zwei verfeindete Gruppen zu geben, aus denen Ari nicht so recht schlau wird. An ihrem ersten Schultag wird ihr der Schüler-Counssellor und Mönch Lykos zur Seite gestellt, der ihr in der Anfangszeit helfen soll, sich einzuleben. Doch irgendwie ist alles merkwürdig: Ihr Großvater, das Haus, in dem sie nun leben soll, die Schule, die Mitschüler und auch die Dinge, die sie mitbekommt.

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Das Buch der Schurken


Was wären Bücher ohne Schurken, Bösewichte oder Antagonisten? Schrecklich langweilig! Genau!

“Das Buch der Schurken – Die 100 genialsten Bösewichte der Weltliteratur” von Martin Thomas Pesl listet die fiesesten, amüsantesten und coolsten Antagonisten der Welt auf … Eine gute Idee … Und herrlich aufgemacht ist das fabelhafte Buch auch – mit Illustrationen von Kristof Kepler …

Aufgeteilt ist das Buch besser gesagt sind die Schurken in 12 Kategorien: Die Gierigen, die Rachsüchtigen, die Despoten, die Berserker, die Egoschweine, die Erziehungsberechtigten, die fatalen Frauen, die Psychopathen, die Ungreifbaren, die verrückten Wissenschaftler, die Über- und Unterirdischen und die Könige des Verbrechens … Na, habt ihr ungefähr schon eine Idee, welcher Bösewicht sich in welcher Kategorie versteckt ;-))?

Jeder Bösewicht ist auf einer Doppelseite herrlich illustriert dargestellt und mit einem passenden Zitat versehen. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis sowie eine Schurkenrangliste runden das empfehlenswerte Buch ab.

Das Cover sticht sofort ins Auge und auch sonst sollte man das Buch unbedingt im Bücherregal stehen habe, es ist ein formidables Nachschlagewerk ;-).

Und das sagt der Autor Martin Thomas Pesl u.a. zum Buch:
“Dieses Buch ist ein Lexikon. Das heißt, man muss es nicht von vorne bis hinten lesen. Man darf sich morgens zum Kaffee oder auf eine Zigarettenlänge ein, zwei Schurken des Tages zuführen. Man kann im Buch der Schurken blättern und überlegen, welche Romanentdeckung mit einer Prise Fiesem man als Nächstes erkunden möchte. Wer der schurkischere Hochstapler ist: Felix Krull oder der mit dem lustigen Namen, Lafcadio Wluiki? Wer zuerst böse war: Frankenstein oder sein Monster; Moby Dick oder Captain Ahab? Oder wem aus der Liste der Konzernchef XY oder die Schwester des Exfreundes eigentlich am ehesten gleicht?” (Gelesen und genossen auf Seite 9)

Fazit: Eine tolle Übersicht über die 100 bösesten und fiesesten Schurken der Weltliteratur! Ein Must-have für Vielleser und Sammler toller Cover ;-)!

Das schreibt der btb Verlag:

Was wäre die Welt ohne Schurken? Unfassbar langweilig: Sherlock Holmes ohne Moriarty, Paris ohne Fantômas oder gar das Monster ohne Frankenstein? Im Herrn der Ringe würde vermutlich ununterbrochen gepicknickt, Alice würde den lieben langen Tag nur durchs Wunderland hopsen und Hannibal Lecter an Sojawürstchen knabbern. Schurken machen das Leben erst spannend, das unserer Helden und natürlich auch unseres. Martin Thomas Pesl hat die 100 genialsten und coolsten Bösewichte der Weltliteratur zur verschmitzten Schurkenparade versammelt. Mit Illustrationen und Schurkenskala.

Über den Autor:

Martin Thomas Pesl ist Autor, Lektor, diplomierter Übersetzer (englisch, ungarisch) und Sprecher. Schreibt u.a. für das Magazin WIENER und Nachtkritik.de.

Buchinformationen:

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: btb Verlag, erschienen am  9. Januar 2018
  • Preis: 12 Euro
  • ISBN-13: 978-3442716036
  • Bestellmöglichkeit: Das Buch der Schurken*

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Silberschwingen 1 – Erbin des Lichts

“Silberschwingen – Erbin des Lichts” ist der erste Band der neuen Dilogie von Emily Bold, die heute erschienen ist. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Die Autorin entführt uns  mit ihrer fantastischen Geschichte nach  London in die parallel existierende Welt der Silberschwingen. Von der ersten Seite an hat es Emily Bold geschafft, mich zu fesseln und tief in die Geschichte hinein zu ziehen. Das Cover ist wunderbar von Carolin Liepins in Szene gesetzt.  Auch der Klappentext überzeugt und macht Lust über Halbwesen, Silberschwingen und Dunkelheit versus Licht zu lesen …

Kurz vor ihrem 16. Geburtstag beginnt Thorn körperliche Veränderungen an sich festzustellen. Ihr ist immer öfter völlig unerklärlich heiß und ihr Rücken schmerzt. Da sie Läuferin im Schulteam ist, viel trainiert und auch nicht damit umzugehen weiß, nimmt sie das nicht so ernst, auch wenn sie nicht versteht, woher die Schmerzen denn nun eigentlich kommen.

Und als Thorn eines Tages aus dem Unterricht fliehen muss, weil ihre Schmerzen so stark sind, hilft ihr ausgerechnet ihr Mitschüler Riley, der mit seiner Clique, den Shades, zu den Außenseitern ihrer Schule zählt. Und er erzählt ihre eine unglaubliche Geschichte, die ihr bisheriges Weltbild arg ins Wanken bringt: Sie sei ein Halbwesen – halb Mensch und halb Silberschwinge. Und Silberschwingen wachsen mit 16 Jahren Flügel und auch ihre Fähigkeiten zeigen sich. Thorn ist entsetzt, alles woran sie glaubte, scheint nicht mehr zu existieren, ihre Welt, ihre Freunde, ihre Familie, nichts ist mehr, wie es scheint.
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Die Grimm-Chroniken (Band 1): Die Apfelprinzessin

“Die Grimm Chroniken 1 – Die Apfelprinzessin”  ist der erste Teil der neuen Reihe von Maya Shepherd, der jüngst im Sternensand Verlag erschien. Auf rund 146 Seiten entführt uns die talentierte Autorin in eine wahrlich neue und magische Märchenwelt, in der alles anders ist, als es zu sein scheint …  Es ist schwierig über das sehr empfehlenswerte Buch zu schreiben, ohne zu spoilern. Der Klappentext verrät auf alle Fälle kaum etwas über die spannende und wahrlich überraschende Geschichte, was durchaus gewollt war.

Die namenlose und dennoch jedem Märchenfan bekannte Protagonistin wird im Prolog kurz eingeführt, jedoch bleibt sie geheimnisvoll, was ich sehr gerne mag ;-).

 

“Ich war die grausame Zauberin, die das unglückliche Rapunzel zur Einsamkeit verdammte. Ich war die herzlose Stiefmutter, die das arme Aschenputtel immer wieder quälte. ich war die dreizehnte Fee, die dem unschuldigen Dornröschen den Tod wünschte. Ich war die böse Königin, die nach dem Herz des schönen Schneewittchens verlangte.” (Gelesen im Prolog auf Seite 7)

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Rattatatam, mein Herz

Was für ein intensives, mutiges, herrlich sarkastisches Buch hat Franziska Seyboldt da mit ihrem dritten Werk “Rattatatam, mein Herz – vom Leben mit der Angst” geschrieben.

Franziska Seyboldt nimmt uns Leser mit auf ihre Reise durch ihre Angststörung. Schonungslos, ehrlich, mutig und mit einem phänomenalen Humor. Ihre herrliche Art, poetisch und mit vielen Metaphern und Sprachbildern über ihre Angststörung zu schreiben ist sehr intensiv und sehr bewegend. Und oft habe ich Schmunzeln müssen, wenn sie herrliche Dialoge mit ihrer Angst führt – genial! Und wie Frau Seyboldt schreibt – sie schreibt sie wahrlich alles von der Seele, was ihr in den letzten aufgrund ihrer Angststörung widerfahren ist – sie schreibt sich frei von allen Erlebnissen und allen Einschränkungen, die die Angst ihr auferlegt. Ich finde das so mutig und so toll, wie sie sich dem allen stellt und dabei auch ihren ureigenen Humor nicht verliert! Grandios und wunderbar! Ich verneige mich respektvoll vor Ihnen, werte Frau Seyboldt!

 

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