Das Literatur-Buch

Der Dorling Kindersley Verlag hat für Bücher- und Literaturliebhaber ein tolles Buch publiziert: “Das Literatur-Buch – Wichtige Werke einfach erklärt“.

Über 250 Werke der Literaturgeschichte werden ausführlich vorgestellt und auch deren Entstehungsgeschichte inklusive Kurzbiographien der Schriftsteller runden das jeweilige Porträt ab. Aufgelockert wird die Deutschstunde im Buchformat mit Infografiken, Fotos und Illustrationen. In sieben Kapiteln lesen wir von Helden und Legenden über die Renaissance, Aufklärung und Romantik bis hin zur Gegenwartsliteratur.

Schon in der Einleitung war ich dem Sog dieses interessant zu lesenden Buches verfallen. Gekonnt formuliert und wahrlich sehr schön zu lesen vertiefte ich mich mehr und mehr in die Geschichte der Literatur. Während des Lesens fühlte ich mich als Teil einer unglaublich faszinierenden Zeitreise.

“Das Erzählen von Geschichten ist so alt wie die Menschheit. Es diente der Weitergabe wichtiger Ereignisse und Überzeugungen von Gemeinschaften. In Form von Mythen und Legenden wurde Geschichte von einer Generation zur nächsten überliefert. Sie boten Erklärungen für die Entstehung des Universums und die Geheimnisse der Schöpfung.” (Seite 12)

Das erste Kapitel “Helden und Legenden 3.000 v.Chr. – 1.300 n.Chr.” ist so faszinierend zu lesen und sorgte dafür, dass meine Re-Read-Liste so lang geworden ist, dass ich vermutlich den Rest des Jahres nur noch mit Lesen verbringen muss, um diese zu schaffen. Ich sage nur: Sophokles, Aristoteles, Beowulf, Tausendundeine Nacht, Die Geschichte vom Prinzen Genji, Artuslegende, Edda, usw.

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Liebe zwischen den Zeilen

Dieses Buch habe ich wahrlich verschlungen: “Liebe zwischen den Zeilen” von Veronica Henry, erschienen im Diana Verlag.

Emilia Nightingale übernimmt nach dem Tod ihres geliebten Vaters Julius die kleine Buchhandlung Nightingale Books – im Herzen des bezaubernden englischen Städtchens Peasebrook. Julius war ein großer Bücherverehrer, doch leider kein Geschäftsmann. Der bezaubernde Buchladen steht kurz vor dem Aus und Emilia hat nur noch wenige Monate, um diese charmante, bezaubernde Buchhandlung vor dem Aus und der Übernahme eine unsympathischen Großinvestors zu retten. Doch wird sie es schaffen?

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Die Romantherapie für Kinder

Die fabelhaften Autorinnen Ella Berthoud, Susan Elderkin und Traudl Bünger verfügen über einen sehr reichen Erfahrungsschatz an Buchtipps für alle Lebenslagen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie ihre bekannte Romantherapie nun auch auf die Zielgruppe Kinder ausweiten. In “Die Romantherapie für Kinder” präsentieren uns die vielbelesenen Damen einen wahren Buchschatz an trefflicher Lektüre für wahrlich jedes Problemchen im Kinder- und Jugendalter. Das herrlich aufgemacht Buch mit dem bezaubernd schlichten Cover hat mich sofort in meine Kindheit zurückkatapultiert. Damals hätte ich mir dieses Buch von Herzen gewünscht! Einige Bücher sind direkt auf meine Wunschliste gewandert zum Wiederlesen und auch zum Neuentdecken!

Die Sammlung von Kinder- und Jugendbüchern ist thematisch nach dem ABC sortiert, also von Abenteuerlust bis Zwilling und hat es mehr als in sich. Wir finden in diesem Schmuckstück die besten Kinder- und Jugendbücher für alle Lebenslagen. Erinnern wir uns doch mal unsere Lieblings-Kinderbücher, zu meinen wertvollsten Erinnerungen und Besitztümer zählen zweifelsohne meine Pippi-Langstrumpf-Bücher. Ich wollte immer so stark sein wie Pippi und auch so tolle Freunde haben wie Thommy und Annika es für Pippi waren. Freunde, die mir zuhielten, wenn ich mal wieder von einem Klassenkameraden getriezt wurde. Oder als Afrikaforscherin mit Putzi in ferne Welten reisen. In meinen Büchern finden sich noch heute Kekskrümel und Schokoflecken, weil ich beim Lesen und Versinken in die Welt der einzigartigen und bezaubernden Geschichten immer gegessen habe 😉 … Geschichten tragen uns, sie spenden uns Kraft und Zuversicht, schenken uns neuen Mut, trösten uns, sie begleiten uns und sie sind immer für uns da!

“Egal, was in unserem wirklichen Leben geschieht und wie es uns damit geht, jemand anderem ist schon mal so ganz genauso gegangen. Wir sind nicht allein, immerhin.” (Seite 9)

Viele Kinder- und Jugendbücher stellen sich den großen Gefühlen und Themen des Lebens, dabei schüren sie nicht erneut Ängste, sondern vermitteln ihre Botschaft zwar spannend, aber dennoch auch beruhigend und stärken den Leser auf ihre Art und Weise.

Das Buch ist aufgrund seiner Übersichtlichkeit ein wunderbares Nachschlagewerk für alle, die mit Kindern leben und wirken. Auch wer mal einen Geburtstagstipp für ein Kind oder einen Jugendlichen benötigt, der wird hier – wenn er das Kind näher kennt und weiß, was dieses oder diesen gerade sehr beschäftigt – ebenfalls wertvolle Buchtipps finden!

Und natürlich gibt es auch für die begleitenden Erwachsenen hervorragende und unterstützende Kinder- und Jugendbuchtipps, um diese herausfordernden Zeiten mit den Kindern gemeinsam gut zu bewältigen!

Fazit: Ein Buchschätzchen der besonderen Art für Kinder und Jugendliche (und natürlich Eltern und Großeltern, Lehrer, Erzieher, Ärzte, Psychologen, Apotheker 😉 usw.), herrlich und liebevoll aufgemacht und mit sehr vielen tollen Buchtipps! Die pure Leidenschaft seitens der Autorinnen ist spürbar lesbar  und es gibt viele tolle Lesetipps für Gerne- und Wenig-gerne-Leser im Besonderen. Ein Prachtstück, das jedes Buchregal optisch und inhaltlich aufwertet!

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Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis

Sarah J. Maas hat es letztlich doch geschafft, mich mit ihrem Fae-Reich der sieben Höfe lesetechnisch einzufangen und mehr als zu begeistern. Teil 2 der Sieben-Höfe-Reihe mit dem korrekten Titel “Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis” macht wett, was der Reihenauftakt leider  bei mir nicht komplett geschafft hat: Ich war gefangen zwischen den Seiten dieses famosen Fantasybuches! Gebannt las ich die Geschichte um Feyre und Tamis sowie dann Feyre und Rhysand, der mein Herz sofort gewonnen  hat 😉 … Ich weiß, hier gehen die Lesermeinungen – je nach Gusto – auseinander 😉 …

Und so geht es weiter: Nachdem Feyre die grausame Amarantha besiegt hat, kehrt sie mit ihrem Geliebten Tamlin an den Frühlingshof zurück. Doch so recht mag sich das Glück zwischen den beiden nicht einstellen, denn die  furchterregenden Ereignisse ihrer Gefangenschaft unter dem Berg haben Spuren bei beiden hinterlassen. Während Feyre nachts von schrecklichen Alpträumen geplagt wird, entwickelt Tamlin einen übermäßigen und schon fast krankhaften Beschützerinstinkt, um Feyre vor allem und jedem  zu beschützen. Er engt sie immer mehr ein, verbietet ihr immer mehr und nimmt ihr so die Luft zum Atmen. Bis eines Tages der gefürchtete und düstere High Lord Rhysand am Frühlingshof erscheint und darauf besteht, dass Feyre ihre Vereinbarung erfüllt und ihn an den gefürchteten Hof der Nacht begleitet. Doch Feyre fühlt sich dort so gar nicht wohl und sehnt sich zurück nach Tamlin und dem Frühlingshof. Oder doch nicht ;-)?

Der erste Satz:

“Ich erbrach mich in die Toilettenschüssel, umfasste das kühle Porzellan mit meinen Armen und versuchte, die Würgegeräusche zu unterdrücken.” (Seite 13)

Feyres Entwicklung ist so unglaublich stark, beindruckend und wunderbar zu lesen und wie Rhysand sie unterstützt und durch alles durchpowert, fand ich einfach nur wunderbar. Auch seine Freunde, die immer für Feyre da sind, so ein starkes Freundschaftsband findet man nur selten … Ich habe mich sofort in die Stadt Velaris verliebt 😉 … Und der Hof der Nacht mit seinen Düften, Eindrücken etc. – so gut beschrieben, als wäre man beim Lesen live vor Ort … Wahrlich magisch!

Am besten besorgt ihr euch die deutschen und auch schon die englischen Bücher. In den englischen Ausgaben haben mir die Zitate einfach besser gefallen, im Deutschen klingt es halt etwas gestelzt und Englischen kommt es auf den Punkt.

“Es war ohnehin leichter, ihm nichts erklären zu müssen. Ihm nicht sagen zu müssen, dass ich ihn, die Fae und ganz Prythian von Amarantha zwar befreit, mich selbst damit aber zugleich in Stücke gerissen hatte.” (Gelesen auf Seite 16)

 

Fazit: Sarah J. Maas hat eine wunderbare, atemberaubende und sehr bildgewaltige Fae-Welt erschaffen mit einer sehr authentischen und nachvollziehbaren Liebesgeschichte erschaffen. “Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis” hat eine magische Sogwirkung, einmal angefangen, kann man nur schwer wieder aufhören zu lesen ;-)! Die Charaktere  – vor allem jene vom Hof der Nacht – wurden sehr lebendig gezeichnet und es entwickelte sich beim Lesen schon eine intensive Vertrautheit mit den Charakteren bei mir, die ich sehr genossen habe. Ich fieberte beim grandiosen Ende des 2. Teils mit und bin so gespannt, wie es weitergeht. Lieber dtv-Verlag, bitte lasst uns Leser nicht so lange auf Teil 3 warten! Ich habe mir das Buch sogleich auf Englisch besorgt, werde aber auf jeden Fall die deutsche Ausgabe lesen 😉 … Und: Der Cliffhanger am Ende ist so genial, wer das nicht aushalten mag, sollte warten, bis Teil 3 erscheint oder sich schon mal die englische Ausgabe besorgen ;-)!!!

Achtung: Das Buch sollte jedoch aufgrund der Gewalt- und Sexszenen erst ab 16 Jahren gelesen werden!

Und schaut auch bitte mal rüber auf meine Facebook-Seite, dort könnt ihr das Buch gewinnen!!!!

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Das Glück der kleinen Augenblicke

Es ist tatsächlich so: Das Glück liegt in den kleinen Augenblicken, Momenten, den Dingen, die uns erfreuen wie z. B. ein Schmetterling, der auf einer Blume sitzt und uns mit seinen wunderschönen Farben verzaubert. Unsere Kinder, die uns vorleben, ganz den Moment zu genießen, wenn sie z. B. mit ihren Freunden spielen oder im Garten viele Tiere entdecken und beobachten. In Thomas Montassers neuem Buch “Das Glück der kleinen Augenblicke” geschieht das und noch viel mehr.

Marietta Piccini, freie Lektorin einem kleinen Verlag, findet eines Tages ein unvollendetes Manuskript. Leider ohne Autorenname. So bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Autor in London zu suchen und dabei entwickelt die italienische Literaturliebhaberin ein geradezu detektivisches Talent der Extraklasse ;-).

„Es gibt diese Tage im Leben, die alles verändern. Jeder erlebt sie, einige erkennen sie sogar. Bei manchen aber sind es Tage, an denen plötzlich jede Kleinigkeit von unvorstellbarer Bedeutung zu sein scheint. Einen solchen Tag erlebte – zumindest kam es ihr selbst so vor – Marietta Piccini in jenem denkwürdigen August vor einigen Jahren.“

Marietta und auch das Verlegerehepaar – die Thorntons –  sind gleichermaßen begeistert von dem Manuskript des unbekannten Autors und wollen es auf alle Fälle veröffentlichen. Doch können sie vorher noch den mysteriösen, talentierten Schriftsteller ausfindig machen?

Das Buch beschreibt, wie Marietta den unbekannten Autor aufspüren möchte und wird unterbrochen von Seiten aus dem wundervollen Manuskript des Autors. Parallel dazu folgen wir dem “unbekannten” Autor (dem Leser ist er sehr wohl bekannt natürlich!) durch seinen Alltag. Thomas Montasser gelingt es ganz wunderbar, die Geschichten all dieser Menschen zu einem bezaubernden Ganzen zu formen, dass den Leser einfach nicht loslässt! Auch das Ende finde ich durchaus gelungen!

“Paul Swift lehnte sich zurück. Nichts bereitete ihm mehr Vergnügen als die Anfänge von Geschichten zu schreiben. Sie waren das schönste Abenteuer, das man als Schriftsteller erleben konnte. Noch war alles neu, noch kannte man nicht einmal alle Figuren. ”

 

Fazit: Ein bezauberndes, höchst poetisches Buch, das mir sehr gut gefallen und mir im Urlaub zufällig auf die Füße gefallen ist – zum Glück! Von Thomas Montasser habe ich bereits schon “Ein ganz besonderes Jahr” sowie “Monsieur Jean und sein Gespür für Glück” verschlungen! Ein weises, herzliches Buch, das glücklich macht und dass ich sehr gerne gelesen habe. Ein absolutes Must-have für Bücher- und Literaturliebhaber und ein ganz kleiner feiner Buchschatz! Absolut empfehlenswert!!!!

 

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Das Glück wohnt überall: Eine inspirierende Reise um die Welt

Katharina Teimer hat sich in ihrem Buch “Das Glück wohnt nebenan – eine inspirierende Reise um die Welt” auf die Suche nach dem Glück gemacht. Und wie der Untertitel schon verrät, hat sie es überall gefunden ;-).  Denn je nach Land oder Kultur können wir das Glück in den kleinsten Dingen und quasi überall finden, wenn wir achtsam und offenen Auges durch die Welt spazieren.  In dem wunderbar aufgemachten Buch erfahren wir sehr interessante Dinge zu den jeweiligen Ländern, die die Autorinnen besucht haben, wir erfahren etwas über Bräuche, Kultur, passende Zitate, Glückszahlen, Glücksbringern, aber auch Gedichte rund um das Thema Glück. Wir bekommen auch einen tollen Einblick in die Glückskultur der besuchten Länder. Und natürlich fehlen auch nicht ein Rezept für Glückskekse, eine Aufstellung von Glückstagen und treffliche Zitate. Rundum gelungen ist diese tolle Glücksmischung in Buchform, wie ich meine.

Natürlich habe ich mir auch Gedanken gemacht, über meine persönlichen Glücksmomente und auch Glücksspeicher, die mir in stressigen Zeiten sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Sehr gerne denke ich dann meistens an meine Zeit in New York zurück. Dort absolvierte ich von Oktober 1999 – Januar 2000 ein Praktikum. Schon immer träumte ich davon, einmal in New York zu leben und zu arbeiten. Ich las alle Bücher, die auch nur annähernd mit dieser faszinierenden Stadt zu tun hatten. Und dann, als ich vor meinem Bürogebäude in der Broad Street im Financial District (Nähe Wall Street), in dem ich wirken durfte stand, habe ich zum ersten Mal dieses unglaubliche Freiheitsgefühl in mir gespürt. Und so stand ich einige Minuten mit nach oben gestreckten Armen einfach nur dort und genoss dieses erhabene Gefühl. Freiheit! Ich hatte es doch tatsächlich geschafft, meinen Traum wahr zu lassen.

An meinem ersten Tag ging ich in der Pause über die Straße und kaufte mir meinen ersten amerikanischen Kaffee – natürlich bei Starbucks. Ich war völlig erschlagen von all den verschiedenen Geschmacksrichtungen und Kaffeearten und dort eine Bestellung aufzugeben, wenn man sich in der Sprache noch nicht akklimatisiert hat, war schon meine erste Herausforderung. Glücklich und stolz verließ ich den berühmten Kaffeeladen und genoss meinen Kaffee und beobachtete das turbulente Treiben um mich herum.

Um dem Trubel ab und an mal zu entgehen (denn New York ist die mit fast 20 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt in den USA!) oder auch der permanenten Reizüberflutung zu entgehen, ging ich oft in den Bryant Park oder in die New York Public Library, die direkt an den Bryant Park angrenzt. Dort atmete ich den Duft der Bücher ein, las, träumte, schrieb oder beobachtete einfach nur die Menschen. Herrlich und für mich ein wunderbarer Glücksanker!

Fotos: www.pixabay.com

Ein weiterer Glücks-Hotspot war für mich Greenwich Village. Dort lebten unglaublich interessante Menschen und es verging kein Tag, an dem ich nicht einen Prominenten auf der Straße gesehen habe. Die Menschen dort waren noch etwas aufgeschlossener, witziger und sehr kommunikativ. Dort hatte ich richtig viel Spaß und die skurrilsten Begegnungen. Mein Lieblingspark war der Sir Winston Churchill Square, in dem ich mich super entspannen konnte. Dort konnte man das Glück förmlich riechen ;-).

Doch Glück ist für mich nicht nur, bestimmte, entspannende Orte aufsuchen und mich dort in die Stille begeben. Nein Glück ist für mich auch lebendiger Alltag: Es ist die kurze, liebevolle Unterhaltung mit einem Fremden, in der man sich wohl und an- und wahrgenommen fühlt als Mensch. Es ist das Lächeln im Vorbeigehen, das einen einen Glücksschauer über den Rücken rieseln lässt. Es ist die aufmerksame Geste eines Sitznachbarn in der U-Bahn, der merkt, dass man sich mit all seinen Taschen verheddert hat und hilft oder der einen tröstet, wenn man vor lauter Leser seine Haltestelle verpasst hat. Es ist eine Gruppen von Menschen, die täglich im selben Bus fahren und die sich wie Freunde begrüßen und sich einen herrlichen Tag wünschen.

Das Glück liegt für mich im kleinen, im Detail, in der Aufmerksamkeit und Wertschätzung, allem Leben gegenüber. Und es ist auch wichtig, nicht nur Glück zu konsumieren, sondern selbst auch Glück zu verbreiten, wann immer man kann. Und dafür hat man jede Menge Zeit, denn in New York muss man oft warten: Warten auf eine halbwegs leere U-Bahn, in die man sich noch hinein quetschen kann. Warten an der Schlange im Supermarkt oder in anderen Läden. Warten auf den Lunch. Im Restaurant, weil man sich nicht einfach irgendwo hinsetzen darf, sondern auf den Ober wartet, denn dieser platziert uns an einen Platz (Wait to be seated!) …In der Post, in der Bank – überall gibt es diese Absperrbänder, die die Form der Schlange vorgeben.  Always stay in line 😉 lautet mein Motto. Aber ich habe es genossen, denn dort las ich oder plauderte mit meinem Vor- oder Nachsteher. Oder ich bewunderte das geduldige Schlange stehen, bei dem sich niemand zu beschweren schien. Es war schon sehr skurril. Die ganze Zeit rannten die New Yorker wie von Furien gehetzt an mir durch die Stadt, aber sobald man irgendwo Schlange stehen muss, sind sie die Ruhe selbst. Damals gab es noch keine Smartphones, deshalb habe ich mich in Schlangen meistens sehr gut unterhalten.

Noch was Lustiges zum Thema schnelle New Yorker: Der typische New Yorker (von ihm spricht man, wenn er mind. 7 Jahre in der Stadt gelebt hat!) eilt wie von Sinnen durch die Straßen. Dabei ist er stets auf sein Ziel fixiert, schaut nicht nach rechts und links und schaut dabei neutral. Fast sprinten sie die Gehwege hinunter und lassen verdutzte Besucher einfach stehen. Auf den Bürgersteigen herrscht deshalb auch ein ungeschriebenes Gesetz, denn es gibt – ähnlich den Autobahnen – verschiedene Spuren für schnelle, langsame und besonders langsame Fußgänger (quasi der Standstreifen ;-)). Und beim Hetzen trägt er selbstverständlich immer Kopfhörer und einen Coffee-to-go mit sich herum. Und er trägt mindestens ein schwarzes Kleidungsstück ;-)!

Fazit:

Klare Lese- und Glücksempfehlung! Das Buch macht glücklich und informiert Glückssuchende über die verschiedenen Glückskulturen in den einzelnen Ländern. Vor allem motivierte es mich, über meine eigenen Glücklichmacher nachzudenken und dies nochmals zu erleben. Das Glücksbuch ist ein wunderbares Geschenk vor allem für Vielreisende und Glückssucher!

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Libellenfrühling

Liebe Verlage, ich möchte Euch von Herzen bitten, Dennis Kohlmann unter Vertrag zu nehmen. Der junge Mann ist äußerst talentiert und ich prophezeie ihm eine großartige Zukunft als Autor und Geschichtenerzähler.

Dennis Kohlmann hat mich vor einigen Wochen kontaktiert, ob ich nicht einmal sein Buch “Libellenfrühling” lesen möchte. Und da mein Herz ganz arg für all die wunderbaren Selfpublisher da draußen schlägt und mich als Libellenfan 😉 und Liebhaber von Büchern unter 150 Seiten dieses Buch absolut perfekt war – habe ich es mir schicken lassen (lieber Dennis, vielen Dank an dieser Stelle für die wundervolle blaue Stoff-Libelle, die hier an meinem Schreibtisch einen Ehrenplatz hat). UND KEINE SEKUNDE BEREUT.

Das Buch hat mich von Anfang verzaubert und ich versank tief in diese wunderbare und zu Herzen gehende Geschichte. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Julien.

Julien ist ein Junge voller Fantasie, mit wenig Freunden (außer dem unzertrennlichen Duo Hannes und Manuel), doch er ist sehr liebevoll, während seine pubertierende Schwester Mia merkwürdig geworden ist, seit sie neue Freunde gefunden hat. Julien, auch oft Libelle (und die Libellen werden später im Buch dann auch noch eine Rolle spielen ) genannt,  liebt seine Schwester über alles und würde alles für sie tun.

Seine Schwester Mia hingegen hat viele Faxen im Kopf und ist ein Pubertier und lehnt sich gegen alles auf, was von den Eltern kommt. Und als sie sich eines Abends trotz Hausarrestes doch mit ihren Freunden im Wald zu einer Seance trifft, verrät Julien sie nicht. Er schläft ein und als er am nächsten Morgen erwacht, ist alles nicht mehr so wie es gestern noch war. Julians Eltern finden ihre Tochter merkwürdig verändert vor der Haustür.

“Wie sie dort lag, mit aufgerissenen Augen und einem Gesicht, das so weiß und leer war wie eine Schneewüste im Winter. Verblasste Sommersprossen. Keine Farbe auf den Lippen. Alles schattiert in Weiß und Grau und Blau. Nur ihr Haar loderte. So wie das von Mia.” (Seite 11)

Mia ist nicht mehr sie selbst, jegliches leben ist aus ihren Augen verschwunden und Julien weiß, dass dies nur die Hülle seiner Schwester. Doch wo ist der Rest von Mia? Ist sie noch zu retten und was kann er tun, um seine Schwester zurückzuholen, wo auch immer sich ihre Seele gerade befindet?

Seine Mutter erklärt ihm auf der Intensivstation, dass Mia in einem Wachkoma liegt und ihr Zustand sehr kritisch ist.

“Für mich war Mia gar nicht wirklich hier. Das hier war bloß ein leerer Körper. Ohne Inhalt. Ohne Seele.” (Seite 23)

Niemand glaubt ihm, als er erzählt, dass er seine Schwester eines Nachts im Mondlicht eingehüllt in ein bläuliches Licht im Garten gesehen hat. Julien weiß, dass viel mehr hinter dem schrecklichen und auch sehr mysteriösen Zustand seiner Schwester Mia steckt. Doch niemand will ihm glauben.

Und so begibt sich Julien mit seinem Hund Charlie auf die Suche nach seiner Schwester Mia, die er irgendwo im Wald vermutet – jedenfalls ihre Seele! Er glaubt, dass der Wald sie sich geschnappt hat … Kein Wunder, Julien ist schockiert, von dem, was mit Mia geschehen ist und er möchte sie retten und herausfinden was in jener Nacht mit seiner geliebten Schwester geschehen ist.

Bei seinen Suchtouren trifft er auch auf einen Fremden, der in einer Hütte im Wald lebt und  in seinem Mantel aussieht wie eine “Mumie”.  Julien hat große Angst vor dem unheimlichen Fremden, ist aber gleichzeitig auch sehr neugierig, warum dieser so alleine im Wald wohnt und sich auch so merkwürdig verhält. Und so versucht Julien in der Hütte des Fremden mögliche Spuren von Mia zu finden und auch herauszufinden, was es mit dem mysteriösen Fremden, der im Trenchcoat etc. durch den Wald schleicht, auf sich hat. Mehr möchte ich an dieser Stelle dazu nicht schreiben, denn ihr möchtet das Buch ja sicherlich noch selbst lesen ;-).

Der erste Satz:

“Ihrem Blick nach zu urteilen, war Mama entweder der Überzeugung, ich sei ein verwaistes Straßenkind, oder gar ein ausgereiftes Sumpfmonster.” (Seite 1)

Noch zwei herrliche Sätze (ich muss aufpassen, dass ich nicht das ganze Buch zitiere, erstens bekäme ich dann Ärger mit Dennis 😉 und zweitens wäre das nicht fein ;-)):

“Später lag ich im Bett und wartete, während sich draußen dunkle Wolken vor den sichelförmigen Mond schoben. Ich starrte aus dem Fenster in der Dachschräge über mir und schaute den Sternen beim Verschwinden zu.” (Seite 9)

Fazit:

Dennis Kohlmann hat eine wundervolle, äußerst spannend und sehr mystisch-fantastische Geschichte über wahre Freundschaft, bedingungslose Geschwisterliebe und Dinge, zwischen den Zeilen geschrieben. Die Geschichte lebt von der ersten Zeile an und es haben sich mir beim Lesen wundervolle Bilder im Kopf gezeigt. Das sehr flüssig und sehr schön geschriebene Buch ist gleichermaßen für Jugendliche und Erwachsene geeignet. BITTE LEST DIESES BUCH UNBEDINGT und liebe Verlage nicht vergessen, den Autor unbedingt im Auge zu behalten … ;-)!

 

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