Der entstörte Mensch

Mein erstes Buch von Petra Bock habe ich vor vielen Jahren gelesen. Der Titel lautete: Die Kunst, seine Berufung zu finden. Damals habe ich auch eine E-Mail an die Autorin geschrieben und war höchst erfreut, dass sie mir geantwortet hat. Danach habe ich noch ihr Geld-Buch gelesen, die Mindfuck-Reihe war nicht so ganz mein Ding. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Petra Bock ein neues Buch veröffentlicht hat. Der Titel dieses Mal: »Der entstörte Mensch. Wie wir uns selbst und die Welt verändern.« Das interessierte mich, hatte ich wenige Wochen zuvor mein bis dato wichtigstes Buch mit dem Titel »Hashtag Menschlichkeit: Über die Kraft der Freundlichkeit« veröffentlicht. Und so begann ich Petra Bocks neuestes Werk zu lesen, besser gesagt zu inhalieren. Es ist zwar etwas sperrig und wissenschaftlich verfasst und dann und wann fehlte mir bei diesem so wichtigen Thema doch etwas mehr menschliche Wärme zwischen den Zeilen, aber der Inhalt bringt es auf den Punkt: Wir müssen uns alle entstören und wieder enger zusammenrücken. Unserer Welt und zukünftigen Generationen zuliebe!

Und gerade jetzt in diesen Zeiten ist der perfekte Zeitpunkt für dieses Buch. Alle lechzen nach technischem Fortschritt, doch der Mensch ist in seiner Entwicklung irgendwann stehengeblieben, hat sich nicht mehr weiterentwickelt. Einige mutierten gar wieder zu Höhlenmenschen 😉 … Wie Petra Bock so schön formulierte:

„Das alte Denken hat uns weit gebracht, aber es bringt uns nicht mehr weiter.“ 

 

Petra Bock weiter:

»Wir stehen vor einem gewaltigen Innovationsschub. Technisch, wirtschaftlich und politisch. Vor allem aber menschlich. Wir sehen gerade, wie komplex und fragil unsere Welt ist – unsere innere ebenso wie die äußere-, und dass wir mit unseren bisherigen Strategien so nicht mehr weiter kommen. Keine Spezies lernt schneller als der Mensch. Und keine Spezies hat mehr zu lernen. Wir werden uns neu erfinden.«

Menschlichkeit ist heute sehr wichtig. In einer komplexen Welt und in unsicheren Zeiten (aber mit großem Wachstumspotenzial!) ist es wichtig, menschlich zu agieren und auch menschlich zu bleiben. Niemand nimmt dem anderen etwas weg (ich sage nur Klopapier), es ist für uns alle immer noch genug da und es geht so gut wie nie. Wir haben wirklich Luxusprobleme – Jugendliche nennen das ja First world problems. Als wären das echte Probleme … Wir haben jetzt die einzigartige Chance, zu wachsen, uns zu verändern, damit wir zukünftigen Generationen ein neues Weltbild, eine neue Welt präsentieren und vorleben können. Also, packen wir es an!

Eine Sache hat mich mal wieder gestört: Das zwanghafte Erfinden neuer Begriffe, das ist ja im Coachingbusiness wie ein Virus ;-), jeder muss ständig neue Wörter (ganz furchtbar finde ich den Begriff Mindfuck – sorry, Frau Bock!) erfinden. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich aus diesem Grund auch nicht mehr so gerne die Biografien von Coaches lese ;-), weil ja alle irgendwie ganz tolle Zukunftsdenker, Impulsgeber (das ist ja jeder irgendwie auf seine Art ;-)) sind oder Transformationscoaches usw. ;-)!

Fazit: Dieses ermutigende Buch rüttelt wach, ist wegweisend in seinem Inhalt und ich kann es nur euch nur wärmstens ans Herz legen: Lest dieses Buch und werft alles über Bord, was euch noch im Wege steht. Entstört euch sozusagen. Dazu müsst ihr bei euch anfangen … eine konkrete Anleitung zur Entstörung liefert die Autorin in ihrem Buch ab Seite 219 ff. Dazu müsst ihr natürlich in erster Linie vor eurer Haustür kehren, also bei euch beginnen … Vertraue deinem inneren Kompass und lass dich nicht mehr vom Außen steuern. Eigentlich steht in dem Buch, was uns spirituelle, weise Menschen schon von Anbeginn der Zeit mitteilen möchten ;-). Verändere dich selbst, dann verändert sich auch die Welt ;-). Alles fängt bei uns an! Wer es etwas wissenschaftlicher benötigt, ist mit diesem Buch sehr gut bedient! Her mit einem neuen Weltbild! Klare Lese-Empfehlung!