Falk Mieschendahl: Human Flow

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Falk Mieschendahl hat mit seinem Buch “Human Flow” einen Ratgeber geschrieben, der uns Möglichkeiten aufzeigen soll,  im Fluss des Lebens  mitzuschwingen, alles, was kommt zuzulassen und eins zu werden mit allem. Dem Autor gelingt es, die Grundlagen der alten Weisheitslehren des Ostens mit der modernen Psychologie und auch Coachingmethoden zu verknüpfen.

Immer im Fokus sollte das Jetzt sein, denn ein leidvolles Zurückblicken in Vergangenes ist ebenso kontraproduktiv wie ein verklärter Blick in die Zukunft: The Power is now!

 

“Der natürliche Grundzustand ist eine Quelle aus Lebenskraft, die scheinbar aus dem Nichts an die Oberfläche des Lebens kommt. Ich nenne diese Erfahrung den Flow.  Es ist möglich, aus diesem Zustand heraus zu leben und ein selbst-bewusster Teil des großen Ganzen zu werden. Der Weg dorthin beinhaltet viele Experimente, Niederlagen, Geschenke, Aufräumarbeiten, Wagnisse und mehr und mehr Vertiefung. Der Verlauf der Entwicklung hat alle Elemente eines typischen normalen Lebens, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Du bist dir deiner selbst bewusst und darüber, wie intelligent das große Ganze doch ist. Auf der Reise zum großen Flow und der Integration des natürlichen Grundzustandes in deinen Alltag bist du getragen, warst es immer und wirst es immer sein.”

Falk Mieschendahl auf Seite 42 seines Buches “Human Flow”

Die Reisevorbereitungen auf dem Weg zu uns selbst bestehen aus 6 Wirkprinzipien (Aufmerksamkeit, Selbsterforschung, sanfte Konfrontation, Hinterfragung, Authentizität, Urvertrauen). Hier werden Nutzen und Schritte aufgezeigt, um die Wirkprinzipien mittels einzelner Methoden zu erreichen. Z. B. im Rahmen der sanften Konfrontation, wo es um das Angstsystem, die verschiedenen Angstkörper geht und mit einer Übung “Das offene Herz” (die mir am besten gefallen hat) gezeigt wird, wie wir im Auge des Sturmes sanft reagieren können. Im 6. Wirkprinzip Urvertrauen werden “Du trägst und liebst mich”-Techniken aufgezeigt, die sich auf Gebete (im Sinne von ständigen Wiederholungen – ähnlich der Affirmationen) und dem Fühlen des Gebetes beschränken.

Im nächsten Abschnitt des Buches der da heißt “Flowstyle: Eine Zusammenfassung” werden neun Missverständnisse auf dem Weg zum Flow aufgezählt, die ich  teilweise arg krass und negativ fand wie z. B. “Achtsamkeits-Nazis”, “die allgemeine Wachstumsbesoffenheit” … Diese Begrifflichkeiten finde  ich bei einem Coach doch etwas arg daneben. Dieser Teil hat mir nicht sonderlich gefallen, da ich hier andere Erfahrungen gemacht und mehr die wertschätzende Haltung gegenüber Lebewesen habe. Also so eins scheint der Autor dann auch nicht mit allem zu sein. Und dann kommt auch nichts Neues mehr, was man nicht schon in anderen Bücher auch schon mal gelesen hat …

Fazit: Ein sehr persönliches Buch von Falk Mieschendahl mit vielen Erlebnissen. Ein Buch zur Selbsterfahrung, sich mehr selbst bewusst sein, mehr in der Gegenwart leben, achtsam sein und leben. Aber es ist ein Buch, dass die Erfahrungen des Autors wiedergeben und jeder Mensch ist anders und hat eine andere Wahrnehmung der Welt – deshalb empfinde ich das Buch für mich nicht sonderlich unterstützend. Nett, aber nicht überragend zu lesen, gespickt mit einigen Rechtschreibfehlern (z. B. Seite 42 Alltrag statt Alltag), und auch vom praktischen Nutzen finde ich es bis auf zwei Übungen eher etwas karg. Es regt zwar zum Denken an, zu mehr Achtsamkeit mit sich selbst und anderen und dafür schätze ich das Buch sehr – jedenfalls in der ersten Hälfte. Die zweite Hälfte finde ich nicht sonderlich “neu”, hat man alles schon mal woanders vielleicht sogar freundlicher gelesen … Ich weiß nur nicht, ob ich es ein zweites Mal lesen werde, dafür ist es mehr der Weg von Falk Mieschendahl als der meine … Nettes und ansprechendes Buchdesign – innen jedoch “alter Wein in neuen Schläuchen” … Es fehlen in meinen Augen auch einige Quellenangaben, aus denen der Autor reichlich geschöpft hat …

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Ursula Nuber: Eigensinn

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Ursula Nuber, Chefredakteurin der Zeitschrift “Psychologie heute” und selbst Psychologin hat ein neues Buch mit dem Titel “Eigensinn – Die starke Strategie gegen Burn-out und Depression – für ein selbstbestimmtes Leben” geschrieben.

Eigensinnige Menschen haben nicht gerade ein berauschendes Image, sie kommen in der Regel nicht gut bei ihren Mitmenschen an, weil sie als schwierig, stur, dickköpfig, uneinsichtig und egoistisch gelten – als anstrengender Zeitgenosse angesehen werden.

So schreibt Frau Nuber selbst im Vorwort ihres Buches:

“Mit Eigensinnigen ist nicht gut Kirschen essen. Sie stören die Harmonie, weichen von der Norm ab und können ganz schön nerven.”

Ich hingegen fühlte mich von dem Wort “Eigensinn” sofort magisch angezogen, denn was ist so falsch daran, sich einen “eigenen Sinn” sozusagen einen Weg durchs Leben zu bahnen ohne Vergleich, ohne Wettbewerb oder dergleichen?

Eigensinn ist nicht mit Egoismus gleichzusetzen oder gar zu verwechseln. Dem ist aber nicht so: Egoistische Menschen – also selbstsüchtige Menschen – leben nach dem Motto “Ich setze meine Interessen durch, die anderen interessieren mich nicht”. Eigensinnige Menschen hingegen setzen sich für ihre Rechte und Interessen ein, ohne die Rechte anderer oder die Gefühle anderer zu verletzen, frei nach dem Motto: “Ich habe Bedürfnisse und Wünsche, so wie andere auch. Ich habe Rechte und andere haben auch Rechte.”

Ich sehe es wie die Autorin auf Seite 11:

“Ohne Übertreibung kann man sagen: Eigensinn ist eine Grundvoraussetzung, um in der heutigen Zeit mit ihren vielfältigen Herausforderungen stabil und gesund zu bleiben.”

Eigensinn ist ein Charakterzug, meint Ursula Nuber. Er kann uns wie oben bereits erwähnt eine wertvolle Unterstützung, Psychologen würden es Ressource nenne, sein, damit wir die verschiedenen Situationen und Herausforderungen des Alltags besser stemmen können. Ein gesundes Maß an Eigensinn ist also durchaus unserer seelischen und körperlichen Gesundheit förderlich. Und so zeigen wir auch unsere ureigene Individualität, unserer Unvergleichlichkeit, indem wir nicht länger tun, was andere bereits tun oder von uns erwarten, dass wir es so tun. Und so können wir anderen Menschen Grenzen aufzeigen und Widerstand leisten.

Fazit: Ursula Nuber hat ein sehr eigensinniges Buch geschrieben, das mir sehr gut gefallen hat. Eine wertvolle Fundgrube hervorragender Fakten und Gründe, um eigensinniger zu sein – ein Hommage an den Eigensinn mit all seinen Facetten und Möglichkeiten. Seid eigensinnig, leistet Widerstand ;-)! Ein sehr empfehlenswertes, sehr schön lesbares Buch mit Tiefgang!

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Mirriam Prieß: Resilienz – Das Geheimnis innerer Stärke

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Dr. Mirriam Prieß plädiert in ihrem neuen sehr praxisnahen Buch “Resilienz – Das Geheimnis innerer Stärke” dafür, Beziehung als Grundlage des Lebens anzusehen. Frei nach dem Motto: “Ohne Dialog, kein Leben!”

Der Ratgeber hilft, zu unserer Substanz zu gelangen, dabei werden keine neuen Verhaltensweisen vermittelt, sondern eine neue Haltung, die uns “durch das Leben trägt und mit der wir selbst dem stärksten Sturm standhalten können”.

Dr. Prieß weiter:

“Psychische Widerstandsfähigkeit entsteht nicht durch Abwehr. Im Gegenteil. Wer im Widerstand ist, verliert sukzessive an Kraft. Erst wenn wir erkennen, dass die eigentliche Kraft in uns selbst und in der Fähigkeit der Begegnung liegt – im richtigen Aufnehmen und wieder Abgeben -, werden wir aufhören uns zu erschöpfen und zu unserer wahren Stärke finden.”

Das Buch ist in 4 Kapitel eingeteilt: Der Dialog, Das Elternhaus, Was hindert uns daran, resilient zu werden?, Wege in die Resilienz. Darüber hinaus enthält es einen 12-Punkte-Selbsttest “Wie resilient bin ich?”

Sehr gut gefallen haben mir die diversen grauen Kästchen im Text, die das geschriebene nochmals in aller Kürze knackig formuliert wiedergaben.

Exemplarisch folgt hier der Inhalt eines der grauen Kästchen:

 

“Resilient zu bleiben oder zu werden heißt, dialogfähig zu bleiben oder zu werden. Dialogfähigkeit ist die Grundlage für die Aufrechterhaltung Ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit.”

Auch die Kästchen zur Selbstreflexion fand ich sehr spannend und anregend. Alles in allem ein kurzweiliges und doch sehr tief gehendes, aber sich sehr wohlig für mich anfühlendes Lesevergnügen auf nur knapp 185 Seiten.

Fazit: Es wurde schon viele Bücher über Resilienz geschrieben, doch gefällt mir dieses am besten – für mich ist es das beste Buch zum Thema Widerstandskraft! Es ist leicht verständlich und sehr anregend geschrieben. Es lädt zur Selbstreflexion ein und zeigt sehr gut auf, warum es resiliente und weniger resiliente Menschen gibt. Somit stärkt es auch die Wahrnehmung und das Gespür für andere Menschen. Es schadet nie, anderen wertschätzend und verstehend zu begegnen! Herzlichen Dank liebe Frau Dr. Prieß für dieses Buch!

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Barbara Berckhan: Genug geschuftet

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Genug geschuftet – Wie Sie weniger tun und mehr erreichen” heißt der neue Ratgeber von Barbara Berckhan. Das liebevoll und toll aufgemachte Buch aus der neuen Reihe “Leichter Leben” des Scorpio Verlages bietet auf 96 Seiten jede Menge Praxistipps, kurze Übungen und Mitmach-Seiten zum Ausfüllen, um einen Burn-out zu vermeiden.

“Anstrengung ist keine Tugend”, “Tun Sie mehr, was Ihnen Freude macht”, “Verdienen Sie Ihr Geld mit Ihren Talenten” und so weiter … lauten einige der sehr prägnanten Überschriften und Tipps in dem sehr empfehlenswerten Ratgeber.

Frau Berckhan zeigt uns Wege, wie wir uns darauf konzentrieren, was uns voranbringt. Das bedeutet nicht permanent nur schuften, ohne zu leben. Sie lädt uns ein, ein Gespür für unsere innersten Bedürfnisse zu finden, unsere Träume, unsere Talente entdecken, uns auf eine innere Schatzsuche zu unserem wahren Kern zu begeben.

“Warten Sie nicht darauf, dass andere Sie entdecken. Entdecken Sie sich selbst. … Alles, was Sie herabsetzt, hat in Ihrem Denken nichts zu suchen. ….Weniger ist mehr. Weniger Getue und weniger Anpassung, mehr Konzentration auf das, was wirklich wichtig ist. … “

Fazit: Ein leichter, lockerer und sehr liebevoll aufgemachter Ratgeber, den ich sehr gerne gelesen habe und auch gerne weiterempfehlen möchte. Kurz, prägnant, liebevoll geschrieben und gestaltet – ein tolles Buch!

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Das Herz – unser Glücksmuskel

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Glück lässt sich trainieren mittels unserer Herzenskraft schreibt Beate Pracht in ihrem wundervollen und sehr empfehlenswerten Buch “Das Herz unser Glücksmuskel“. Unser Herz ist ein sehr wichtiges Organ – klar, das weiß jeder. Dass dort aber auch unsere Gefühle sitzen und sich das negativ auf unser Herz auswirken kann, das wissen die wenigsten, bzw. können sich die wenigsten vorstellen.

Unser Herzschlag verändert sich laufend, dies ist auch notwendig, damit sich unser Körper möglichst schnell und auch flexibel neuen Geschehnissen anpassen kann. Beate Pracht schreibt sehr interessant über unsere Herzratenvariabilität, das bedeutet, ein gesundes Herz schlägt nicht gleichmäßig, sondern die Intervalle unserer Herzschläge wechseln ständig. Wir können also unsere Herzratenvariabilität so schulen, dass wir unsere Stressresistenz und somit auch unsere Gesundheit besser im Griff haben.

Und man erfährt als Leser sehr viel über den Körper, Gefühle, Denken, das soziale Miteinander und die eigene Lebensgestaltung in diesem wertvollen Ratgeber mit seinem systematischen Trainingsprogramm. Viele leicht umsetzbare Tipps und Übungen, die unseren Herzrhythmus beeinflussen und die aufzeigen, was wir alles zu unserem eigenen Wohlbefinden beitragen können.

 

Beate Pracht arbeitet seit vielen Jahren mit Lamas und bietet tiergestützte Therapien und Seminare an. Im Buch kann man zahlreich die eingestreuten Anekdoten zu ihren liebevollen Tier-Begleitern lesen und ich sehe Lamas nun mit anderen Augen.

Fazit: Ein achtsames, präsentes, sehr gut geschriebenes, interessantes und tief wirkendes Anleitungsbuch, um unseren Glücksmuskel – das Herz für unser aller Wohl zu trainieren. Absolut empfehlenswert und tiefgehend! Nutzen wir diese verborgene, unglaubliche und umfassende Kraft unserer Herzen!

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Meine ruhelose Seele

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Die klinische Psychologin Dr. Kay Redfield Jamison ist selbst bipolar und hat mit “Meine ruhelose Seele – Die Geschichte einer bipolaren Störung” ein bemerkenswertes, sehr emotionales Buch geschrieben.

Biographisch beschreibt sie darin sehr offen und genau ihre Erfahrungen mit dieser affektiven Störung. Der Text ist sehr tiefgründig, es ist phantastisch, wie sich selbst beobachtet mit all ihrem Wissen über diese Erkrankung.

Dr. Jamison ist eine der führenden Experten auf dem Fachgebiet der bipolaren Störung, sie kennt sie aus eigener Erfahrung und das war in ihrer akademischen Laufbahn nie ein Problem, da sie sehr offen damit umging.

Diese affektive Störung ist nicht heilbar, aber sie ist behandelbar. Die Autorin erklärt auf gut verständliche Weise das Krankheitsbild, die einzelnen Stimmungen und die Möglichkeiten der Behandlung. Dr. Jamison erklärt, wie Lithium wirkt und was es bewirken kann. Leider zeigt sie keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten auf.

So schreibt sie im Vorwort auf Seite 13:

“Ich hatte große Bedenken, ein Buch zu schreiben, das sowohl meine eigenen manischen Attacken, meine Depressionen und Psychosen als auch meine Schwierigkeit, die notwendige ständige Medikamentenbehandlung zu akzeptieren, so unverhüllt darstellt. Klinikangestellte sind bisher – wegen ihrer Approbation oder ihrer privilegierten Stellung im Krankenhaus – davor zurückgeschreckt, anderen von ihren eigenen psychischen Problemen zu berichten.”

Fazit: Ein mutiges, ehrliches, weise und kraftvolles Buch über manisch-depressive Störungen, sehr emotional.

 

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Andreas Knuf: Sei nicht so hart zu dir selbst

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Andreas Knuf zeigt in seinem neuen Buch “Sei nicht so hart zu dir selbst” wie wir aufhören können, ach so überkritisch mit uns umzugehen und lernen, Selbstmitgefühl für uns zu entwickeln. Wir müssen uns nicht supertoll finden oder gar alles an uns lieben. Dem Autor geht es vielmehr darum, dass wir uns so annehmen, wie wir nun mal sind – mit all unseren Gefühlen und ohne uns mit anderen zu vergleichen. Es ist egal, ob wir dick oder dünn, erfolgreich oder unsportlich sind.

“Das Leben wird entspannter, wenn wir endlich aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen, ” schreibt der Diplom-Psychologe Andreas Knuf.

Fazit: Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es hat so etwas unaufdringliches … Es zeigt einen alltagstauglichen Weg mit vielen unterstützenden Übungen, um Selbstmitgefühl  zu entwickeln und in unseren Alltag zu etablieren. Herr Knuf zeigt verständlich auf, warum Selbstmitgefühl wichtiger ist als Selbstwertgefühl und die im Buch vorgestellten Übungen können unkompliziert in den Alltag eingebaut werden. Ein wichtiges Thema!

 

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Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

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In jüngster Zeit gibt es – endlich muss man sagen – eine Vielzahl an Ratgeberbüchern psychischer Erkrankungen für Betroffene und deren Angehörige. Auch viele Prominente “outen” sich und berichten, wie es ihnen geht oder ergangen ist während einer z. B. depressiven Episode. Die Angst, stigmatisiert zu werden ist sehr groß. Umso wichtiger sind Bücher, die aufzeigen, dass es wirklich jeden uns geschehen kann.

Auch der Schriftsteller Matt Haig nimmt uns Leser an die Hand und beschreibt in seinem lebensbejahenden Buch “Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben” seine Depression. Er berichtet sehr persönlich und intensiv, wie ihm langsam aufgrund seiner Erkrankung sein Leben entgleitet und wie er und sein Umfeld (Freundin, Eltern) sich gefühlt haben. Heute kann er darüber schreiben, denn er hat es geschafft. Eindrucksvoll schreibt er über die traurigen und sehr leidensvollen Phasen, in denen ein Alltagsleben kaum mehr möglich scheint. Und immer gelingt es ihm, den Fachjargon der psychischen Erkrankung Depression so zu beschreiben, dass man das auch als Laie gut verstehen kann.

Er selbst nimmt sich fremd wahr:

“Ich hatte das Gefühl, mein Spiegelbild zeige einen fremden Menschen.”

Viele an Depressionen erkrankte Menschen sehen letztlich nur einen Ausweg im Suizid, weil sie sich nicht verstanden fühlen und verzweifelt sind, wie das Coverbild eindrucksvoll darstellt. Man kann diese Krankheit nicht sehen und auch Ärzte stellen diese oft erst sehr spät fest …

Fazit: Ein wertvoller Beitrag, der allgemeinen Stigmatisierung psychisch Erkrankter entgegenzuwirken. Das Buch ist gleichermaßen für Betroffene und Angehörige und zeigt eindrucksvoll die Verzweiflung und Hilflosigkeit der Erkrankten auf! Absolut empfehlenswert! Für eine liebevolle Wertschätzung psychisch kranker MENSCHEN! Und: Es gibt ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben – doch lesen Sie bitte selbst!

 

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Das Geheimnis glücklicher Pädagogen

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Ilka Köhler hat einen tollen Ratgeber – nicht nur für Lehrer – geschrieben. Der Titel: Das Geheimnis glücklicher Pädagogen – Mehr Harmonie durch Resonanz.

“Glückliche Pädagogen gehen mit Freude zur Arbeit, sind zufriedener und strahlen Gelassenheit aus. Sie leiden weniger an psychischen Erkrankungen und werden seltener krank”, schreibt die Autorin, selbst Sonderpädagogin und Autorin zahlreicher Bücher über und für die Arbeit mit Kindern.

Frau Köhler lädt ihre Kollegen zur Selbstreflexion ein, sie erläutert das Resonanzgesetz, teilt wichtige Erfahrungen mit dem Leser und bietet viele praktische Tipps und Anregungen zur Umsetzung im Lehrer-Alltag.

Das Buch ist aber auch gleichwohl für Eltern geeignet, da es zu einem Perspektivenwechsel einlädt und möglicherweise die Kommunikation mit der Lehrkraft erleichtert. Gerade auch dann, wenn man als Eltern einmal wieder eine ruppige Bemerkung über sein Kind oder seine Art der Erziehung einstecken muss oder die Lehrkraft völlig unprofessionell Kinder in Richtung ADHS diagnostiziert. Dann heißt es nur noch ruhig bleiben, sich nicht auf Provokationen einlassen, durchatmen und bei sich bleiben.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch viele Leser findet. Es ist so wichtig, dass viele selbstreflektierte Lehrer Vorbilder für unsere Kinder sind und nicht nur Menschen, die der Generation von morgen das Lernen vermiesen, das wünsche ich mir!

Ein Zitat aus dem Buch, gelesen auf Seite 14:

“Verändern wir unsere negative Sicht auf bestimmte Situationen, Gegebenheiten oder Verhaltensweisen, werden sich diese Situationen in eine positive Richtung verändern und unsere Arbeit erleichtern und bereichern.”

Und weiter auf Seite 15:

“Unsere Aufgabe ist es, die kleinen Persönlichkeiten mit Freude bei der Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen, auch in schwierigen Situationen, den nötigen Halt und die Kraft für eine positive Entwicklung zu geben. Das kann uns jedoch nur gelingen, wenn wir selbst genügen Halt und Kraft in uns verspüren und wir seelisch, geistig und körperlich eine Einheit bilden.”

Wohlan, werte Pädagogen! Ich wünsche mir viele Lehrende, die dieses Buch lesen, mögen sie die ihnen anvertrauten Kinderseelen wohl behüten, respektvoll und liebevoll begleiten und ihre Fragen so beantworten, dass sich die Kinder das Fragen auch als Erwachsene nicht abgewöhnen. Denn nur wer fragen stellen darf und Antworten erhält, die ihm weiterhelfen, lernt, dass seine Fragen wichtig und nicht dumm sind. Nur wer andere behandelt, wie er selbst gerne behandelt werden möchte, der kann liebevoll und respektvoll lehren und lernen.

Fazit: Ein absolutes Must-have für alle, die mit Kindern zu tun haben. Vor allen jene Lehrkräfte, die sich voller Unlust zur Arbeit schleppen und ihren Lebensfrust an den ihnen vertrauensvoll übertragenen Kindern auslassen und demotivierende und respektlose Zeugnisbemerkungen schreiben.

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Matthias Hammer: Der Feind in meinem Kopf

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Dr. Matthias Hammer hat mit “Der Feind in meinem Kopf” ein sehr interessantes Buch über unsere inneren Feinde geschrieben. Denn: Unser schlimmster Feind sind meist wir selbst! Wir alle treiben uns maßlos an, kritisieren uns hart (auch andere), zuweilen beschimpfen wir uns sogar und machen aus klitzekleinen Kleinigkeiten eine Katastrophe. Nun fragt ihr euch natürlich, wie kann ich mich von meinen zahlreichen inneren negativen Stimmen nur befreien? Hier kommt der erfahrene Verhaltenstherapeut Matthias Hammer mit seinem oben genannten Ratgeber ins Spiel. Darin zeigt er dem Leser, wie dieser seine inneren Gegner zu Freunden machen kann und so selbst zu neuer Energie und Ausgeglichenheit finden kann.

Der Ratgeber liest sich sehr interessant und man reflektiert seine inneren Anteile bereits beim Lesen. Ich musste öfter innehalten und nachdenken. In jedem von uns wirken zahlreiche innere Anteile und einige davon arbeiten gegen uns, sie stehen uns im Weg und schlimmer noch – sie rauben unsere Kräfte und sabotieren uns. Matthias Hammer zeigt uns, wie wir es schaffen können, diese inneren Störenfriede zu vertreiben. Dies gelingt jedoch nur, wenn wir uns erst einmal mit ihnen beschäftigen und lernen, die inneren Stimmen bewusst wahrzunehmen. Er definiert fünf verschiedene Saboteur-Typen: Den Kritiker, den Antreiber, den Harmoniesüchtigen, den Katastrophisierer und den Vermeider.

Mittels eines detailliertes Selbsttestes können wir erfahren, mit welchem inneren Feind wir es selbst gerade zu tun haben. Gut gefallen haben mir die zahlreichen Fallbeispiele, die typische Alltagssituationen aufzeigen, in denen man immer einmal wieder mit den inneren Stimmen konfrontiert werden kann. Zahlreiche Bewusstwerdungs- und Achtsamkeitstechniken helfen uns dabei, unserem Innersten neu zu begegnen. Dabei lernen wir, Mitgefühl für uns selbst zu entwickeln und in eine für uns liebevolle und heilsame Form der Kommunikation mit uns zu treten.

Fazit: Es ist ein sehr empfehlenswerter Ratgeber, der mit vielen Übungen zur Selbstveränderung anregen möchte. Matthias Hammer zeigt, wie wir unsere inneren Dämonen in wohlwollende Unterstützer verwandeln, so unsere innere Handbremse lösen und mit Vollgas in ein erfüllteres Leben starten können. Ein wahrlich toller Ratgeber!

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