Matt Haig: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

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In jüngster Zeit gibt es – endlich muss man sagen – eine Vielzahl an Ratgeberbüchern psychischer Erkrankungen für Betroffene und deren Angehörige. Auch viele Prominente „outen“ sich und berichten, wie es ihnen geht oder ergangen ist während einer z. B. depressiven Episode. Die Angst, stigmatisiert zu werden ist sehr groß. Umso wichtiger sind Bücher, die aufzeigen, dass es wirklich jeden uns geschehen kann.

Auch der Schriftsteller Matt Haig nimmt uns Leser an die Hand und beschreibt in seinem lebensbejahenden Buch „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ seine Depression. Er berichtet sehr persönlich und intensiv, wie ihm langsam aufgrund seiner Erkrankung sein Leben entgleitet und wie er und sein Umfeld (Freundin, Eltern) sich gefühlt haben. Heute kann er darüber schreiben, denn er hat es geschafft. Eindrucksvoll schreibt er über die traurigen und sehr leidensvollen Phasen, in denen ein Alltagsleben kaum mehr möglich scheint. Und immer gelingt es ihm, den Fachjargon der psychischen Erkrankung Depression so zu beschreiben, dass man das auch als Laie gut verstehen kann.

Er selbst nimmt sich fremd wahr:

„Ich hatte das Gefühl, mein Spiegelbild zeige einen fremden Menschen.“

Viele an Depressionen erkrankte Menschen sehen letztlich nur einen Ausweg im Suizid, weil sie sich nicht verstanden fühlen und verzweifelt sind, wie das Coverbild eindrucksvoll darstellt. Man kann diese Krankheit nicht sehen und auch Ärzte stellen diese oft erst sehr spät fest …

Fazit: Ein wertvoller Beitrag, der allgemeinen Stigmatisierung psychisch Erkrankter entgegenzuwirken. Das Buch ist gleichermaßen für Betroffene und Angehörige und zeigt eindrucksvoll die Verzweiflung und Hilflosigkeit der Erkrankten auf! Absolut empfehlenswert! Für eine liebevolle Wertschätzung psychisch kranker MENSCHEN! Und: Es gibt ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben – doch lesen Sie bitte selbst!

 

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Fred Christmann: Keine Angst vor Ängsten

51qro7kVkNLDr. Fred Christmann, Autor des Fachbuches „Keine Angst vor Ängsten“ vermittelt klar und fundiert, was Therapeuten und Betroffene über Angstmechanismen wissen müssen. Zudem zeigt der erfahrene Psychotherapeut dem interessierten Leser viele Übungen auf, die sich für die jeweilige Angststörungen eignen. Dabei geht er auch auf die Therapie bei Kindern und Jugendlichen ein, was mir sehr gut gefallen hat.

Die von ihm vorgestellten verhaltenstherapeutischen Interventionen wie z. B. Probehandlen, Konfrontation, Imagination und Achtsamkeit – können zur ganzheitlichen Behandlung der verschiedenen Angststörungen eingesetzt werden. Sehr gut gefiel mir auch, dass man sich online zwei Mentalübungen anhören kann, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Im Anhang finden sich weitere Übungen und Materialien für Kinder und Jugendliche.

Fazit: Das kompakte, leicht verständliche und sehr übersichtlich aufgebaute Buch ist sehr informativ. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Angstbewältigung souverän durch den schmalen Band und doch ist das Buch so prallvoll an Informationen, Übungen und Bewältigungsstrategien, dass man als Leser erst einmal ungläubig mit dem Kopf schütteln muss ;-). Ich bin sehr begeistert von diesem Buch und kann es einfach nur jedem empfehlen, der sich mit Angststörungen befasst, sei es nun professionell, als Betroffener oder als Angehöriger! Auch Studenten oder Heilpraktikeranwärter auf dem Gebiet der Psychotherapie profitieren vom Kauf des hervorragenden Fachbuches!

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Sigrun Schmidt-Traub: Angst bewältigen

41EWSsdg0fL-1Der Ratgeber „Angst bewältigen“ von Sigrun Schmidt-Traub ist eine hervorragendes Buch zum Thema Angststörungen – für Betroffene, aber auch Angehörige. Der Untertitel lautet „Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie, den Rückfall vermeiden, Fallbeispiele und konkrete Tipps“. Und genau das trifft es sehr gut: Anschaulich erklärt Frau Schmidt-Traub auch für Laien verständlich, wie es zu Angststörungen kommen kann, welche Formen es gibt, was man machen kann … Zahlreiche Tipps und Fallbeispiele zeigen die u.a. auf, wie man z. B. Panikattacken in den Griff bekommt … Das Buch ist sehr strukturiert aufgebaut, es gibt viele farbigen Hervorhebungen, Wichtiges wird in Kästen besonders hervorgehoben und auch die Randbemerkungen strukturieren den Inhalt, so dass der Text sich sehr unangestrengt lesen lässt.

Im hinteren Teil des Buches findet sich eine umfangreiche Materialsammlung, u.a. eine Liste der körperlichen Angstsymptome, Denkfehler bei Angst und wie man sich dagegen schützen kann, Progressive Muskelentspannung, Hinweise für Angehörige, Selbsthilfegruppen usw. Eine Literaturliste zum Thema rundet den rundum gelungenen Ratgeber ab.

Fazit: Ein sehr informativer, sehr gut geschriebener, übersichtlich strukturierter Ratgeber eine sehr erfahrenen Therapeutin! Sehr empfehlenswert nicht nur für Betroffene und Angehörige, sondern auch für den interessierten Laien!

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Cecilia A. Essau: Angst bei Kindern und Jugendlichen

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Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Studien zeigen, dass etwa zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter Angststörungen leiden.

Cecilia A. Essau gibt in ihrem Buch „Angst bei Kindern und Jugendlichen“ Psychologen, Psychotherapeuten, aber auch Lehrern und Medizinern sowie Angehörigen oder dem interessierten Laien einen sehr guten Überblick über das psychotherapeutische Grundwissen von Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen.

Die Autorin zum Begriff der Angst auf Seite 14:

„Angst ist ein Affektzustand, der durch die Wahrnehmung von Gefahr oder Bedrohung in der Umwelt oder im Individuum ausgelöst wird. Sie ist eine universelle Erfahrung und damit Teil der menschlichen Existenz. Angst dient als biologisches Warnsystem, das bei Gefahr aktiviert wird.“

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut, es ist leicht verständlich und sehr informativ geschrieben … Es bietet dem Leser neben der übersichtlichen Struktur und Gliederung auch viele Abbildungen, Tabellen und 93 Übungsfragen.

Ein weitere Pluspunkt: Für Praktiker hat Frau Essau die gängigen Therapie-Manuale bei Angststörungen aufgeführt, diese anschaulich erklärt und auch kritisch eingeordnet.

Fazit: Für mich das Grundlagenwerk bei Angststörungen im Kindes- und Jugendalter! Faktisch, praktisch, informativ, übersichtlich, gut gegliedert mit rotem Faden. Auch werden die beiden Klassifikationssysteme – ICD-10 und DSM-V genannt, und deren Unterschiede verdeutlicht.

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