Julie Klassen: Das Herrenhaus von Pembrooke Park

Pembrooke ParkLondon im Jahr 1817: Abigail Fosters Familie verliert durch eine riskante Spekulation ihres Vaters beinahe ihr gesamtes Vermögen. Die Familie und muss ihr kostspieliges Haus in London verlassen. Abigail sucht mit ihrem Vater nach einen Haus auf dem Land, um Geld zu sparen. Über einen Anwalt wird ihnen eines Tages anonym „Das Herrenhaus von Pembrooke Park“ angeboten. Das herrschaftliche Anwesen steht seit vielen Jahren leer und Abigails Familie könnte sofort einziehen. Als Abigail beginnt, das Haus gemeinsam mit den wenigen neu eingestellten Dienstboten auf Vordermann zu bringen. Dabei lernt sie nicht nur ihren Nachbarn, Sohn des knurrigen Gutsverwalters und Vikar William Champan. sondern sie gerät immer mehr in einen Strudel der Geheimnisse, die sich rund um die Familie Pembrooke ranken, den Besitzern des Hauses. Viele Gerüchte kommen ans Licht,  u.a. auch, dass ein Schatz im Haus in einem Geheimzimmer versteckt sein soll.  Als Abigail dem Geheimnis näher kommt, gerät sie immer mehr in Gefahr…

Fazit: Man merkt Julie Klassen an, dass sie  Jane Austen liebt und bewundert. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist leicht, wundervoll geschrieben und hat auch den nötigen äußerst gut gelungenen Spannungsaufbau zu bieten. Und die Liebesgeschichte von Abigail ist nicht kitschig oder überzogen romantisch und unrealistisch.Das Buch erinnerte mich aufgrund der Spannung etwas an  „Northanger Abby“. Das Buch ist sehr spannend, man kann es einfach nicht so leicht aus der Hand legen und es hinterlässt ein wundervolles Lesegefühl. Ich habe es sehr genossen, es zu lesen, es eignet sich wunderbar als Sommer- und Urlaubslektüre. Die damalige Zeit wird sehr gut dargestellt, man fühlt sich als Leser sofort hineinversetzt. Die Unterhaltungen und auch die Tanzbälle sind sehr authentisch und zauberhaft beschrieben. Und niemals werden die Beschreibungen, Begegnungen oder dergleichen überzogen. Ein tolles Buch für den Sommer, leicht und beschwingt wie ein lauer Sommerabend! Absolute Empfehlung und nicht nur für Jane-Austen-Fans wie mich ein Leseereignis!!!

Neugierig geworden? Hier gibt es eine Leseprobe …

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Rauh und zart zugleich: Wie Möwen im Wind

möwen im wind„Wie Möwen im Wind“ von Nicola Vollkommer ist wie ein Überraschungs-Ei: Es birgt in sich eine Tragödie, einen Krimi und was zum Spielen – eine Liebesgeschichte. Was für ein furioses, kurzweiliges, unterhaltsames und nie langweiliges Buch!

„Wie Möwen im Wind“ hat alles, was ein guter Roman besitzen muss: Liebe, tragische Ereignisse, Piraten ;-), starke Charaktere, eine tolle Grundstimmung, die raue Küste Cornwalls, Natur, Aberglaube, Magie, Poesie etc.

Flüssig geschrieben und mit liebevollem Herzen gezeichnete Charaktere hat Frau Vollkommer da gezeichnet. Ich bin begeistert, denn ich dachte erst, es ist so historischer jenseits aller Realität stattfindende Herz-Schmerz-Schmöker. Doch weit gefehlt! Es ist ein so vielseitiges und tiefsinniges Buch, das die Geschichte der Lady Charlotte als Zweitgeborene eines Lords und von ihrer Mutter mehr als verhasstes Kind, erzählt und sehr berührend ist. Es ist aber auch das sich entwickelnde Werden einer starken Frau, die ihr Vertrauen (das sie erst spät sich erarbeitet) unerschütterlich lebt. Die Wahrheit kommt immer ans Licht – früher oder später, denn Gottes Mühlen mahlen mitunter sehr langsam – aber sie mahlen!

Das Buch vereint sehr viele kluge Sätze, die einem zum Nachdenken anregen wie z. B. den folgenden Satz von Seite 162:

„Wenn du nicht weißt, was du tun sollst“, hatte ihm sein Vater einmal gesagt, „dann tue die Dinge weiter, die immer richtig sind, mein Junge. So gerätst du nie auf Abwege.“

„Und was sind die Dinge, die immer richtig sind?“, hatte Jake gefragt.

„Nenn du sie mir, mein Junge.“

„Beten!“

„Guter Anfang“ Und weiter?“

„Danken! Vertrauen! Staunen! Ehrlich sein, vergeben, Gutes tun!“

„Gut, kleiner Mann. Jetzt zählst du das alles auf, um mir mit deiner Frömmigkeit zu gefallen. Aber eines Tages wirst du selber erkennen, dass wir nicht in erster Linie auf dieser Erde sind, um glücklich zu sein, sondern um in den Fußstapfen unseres Meisters zu gehen und so zu werden wie er, auch wenn er uns auf steinigen Wegen durch die Finsternis führt.“

 

Fazit: Ein wundervoller Schmöker, für mich äußerst passend zum Sturmtief „Niklas“ 😉 so fühlte ich mich der Küste Cornwalls näher … Es ist eine tolle,  unterhaltsame Geschichte mit einigen zauberhaften Charakteren ;-), nicht nur für Frauen ;-). Kaufen, Lesen, genießen!

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Die Gehilfin des Buchdruckers

gehilfin des buchdruckersStephanie Rapp hat mit „Die Gehilfin des Buchdruckers“ einen 1A-recherchierten historischen Roman geschrieben. Spannend fand ich den Blickwinkel mal nicht aus der Sicht der Adligen und Gutsherren sondern man bekommt einen guten Einblick vom harten Leben der kleinen Leute.

Die Geschichte spielt in der Pfalz um 1500, die Zeit der Reformation: Eine junge Frau namens Lisbeth lernt den geheimnisvollen Lucas Strom kennen … Als ihr Vater stirbt, steht er – der Fremde im Dorf – ihr bei. Ihn heiratet sie, mit ihm bekommt sie zwei Kinder. Die Kinder wachsen heran und ihre Tochter Lena freundet sich mit der Tochter des Burgherrn an. Lena beginnt auf der Burg als Küchenhilfe zu arbeiten, verliebt sich in den Koch, heiratet und wird schwanger – ebenso wie ihre Freundin Sibilla. In der Nacht der Geburt von Sibilla wird Lena zur Burg gerufen um zu helfen … Was dann passiert müsst ihr selbst lesen 😉 …

Interessant fand ich, wie schon damals die Kirche den armen und einfachen Leuten das Geld aus der Tasche gezogen hat, um deren Seelenheil willen und um dem Fegefeuer zu entkommen. Kein Wunder dass Martin Luther sich so großer Beliebtheit erfreute!

Es ist sehr interessant, Geschichte aus dieser Sicht zu lesen und das Buch ist so interessant, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte, bis ich die letzte Seite gelesen habe.

Fazit: Für Freunde und Vielleser historischer Romane sowieso ein Must-have, für alle anderen ein interessanter und hochinformativer Einstieg in das Genre! Lesen!

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