Muriel Barbery: Das Leben der Elfen

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Bestsellerautorin Muriel Barbery hat mit ihrem akutell erschienen, magisch, poetischen Buch “Das Leben der Elfen” ein sprachliches Meisterwerk geschrieben. Das Cover – schlicht, ruhig, natürlich passt hervorragend zum Inhalt.

Madame Barbery versteht sich hervorragend im Fabulieren und ihr gelingt es meisterlich die Grenzen verschiedener Genres wie Märchen, Fantasy, spirituellen Weisheiten, Poesie miteinander in Einklang zu bringen.

Märchenhaft breitet sie die Geschichte der beiden magischen  Findelkinder Maria und Clara vor den Augen des Lesers aus und in dessen Geist tummeln sich fortwährend fabelhafte Bilder. Ich las plötzlich mit den Augen eines Kindes … Beide Mädchen wachsen in verschiedenen Regionen auf, die eine in den Abruzzen, die andere in Burgund. Beide verfügen über äußerst außergewöhnliche Talente. Maria ist naturverbunden und hat einen besonderen Zugang zu Tieren, während Clara herzergreifen Klavier spielen kann. Beide wissen nichts voneinander, bis Elfen bewirken, dass die beiden sich treffen. Nur ihnen kann es noch gelingen, die Verbindung der Menschen mit den Elfen und somit auch die einstige Harmonie zwischen Himmel und Erde wiederherzustellen (wer nun an den Hobbit und Herr der Ringe liegt nicht ganz so verkehrt, nur fehlen die monströsen Schlachten – im Grunde ist es doch immer der Kampf von Gut gegen Böse und Licht gegen das Dunkle). Auch hier droht ein Krieg, eine böse, unbekannte Macht rüstet sich bereits für die große Schlacht … Ist es möglich, die Macht der Poesie, der Liebe, der Schönheit von Natur und Kunst, die dem Menschen zu entgleiten scheint, zu retten?

Fazit: „Das Leben der Elfen“ ist eine einzigartige und fabelhafte Parabel, eine Ode an die Schönheit der Welt und deren permanenter Bedrohung. Sie zeigt die Schönheit der Natur, der Kunst, der Menschen … es lohnt sich um die Liebe zu kämpfen und um das, was uns wichtig ist und auch allen sein sollte: Die Natur und die Magie von allem, was ist. Ein bezauberndes, verzauberndes, faszinierendes, bewegendes, sehr tief gehendes, berührendes und auch verstörendes Buch … Es spielt auf der Klaviatur aller vorhandenen Gefühle des Lesers, ich war beim Lesen oft skeptisch, aber auch bewegt, es weckt widersprüchliche Gefühle beim Lesen,  ohne je zu Polarisieren … Wer die ersten Hürden genommen und Zugang zu diesem besonderen Schreibstil gefunden hat, der wird magisch berührt und nicht enttäuscht!

Der erste Satz:

“Die kleine verbrachte den größten Teil ihrer freien Stunden in den Bäumen.”

 

 

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Der Trick

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Vorhang auf für den “Großen Zabbatini”, der einst 1939 in Berlin als Bühnenzauberer und Mentalist großerartige Erfolge feierte und heute als mürrischer alter Mann in Los Angeles lebt und den Glauben an die Magie vollends verloren hat. Emanuel Bergmann fantastisches Debüt “Der Trick” hat mich mehr als begeistert und gefangen genommen in der Welt der Magie und der Zaubertricks und auch der Schicksale einzelner Menschen, die sich am Ende furios und teilweise auch überraschend zusammenfügen.

Der Rabiner Laibl Goldenhirsch lebt mit seiner Frau Rifka in Prag. Dann muss er in den Krieg ziehen und kommt als anderer Mensch zurück. Überraschenderweise ist seine Frau schwanger … So wird Laibl Vater eines auf wundersame Weise entstandenen Sohnes namens Mosche (Moses) Goldenhirsch. Beide kommen nicht immer so gut miteinander aus und als ihre geliebte Rifka stirbt, läuft Mosche von zu Hause weg, weil sein Vater begonnen hat zu trinken und ihn zu schlagen. Er schließt sich einem Zauber-Zirkus an und lernt dort vom berühmten Halbmondmann die Kunst der Magie und des Mentalisierens. Auch verliebt er sich in dessen Freundin Julia. Nachdem der Zirkus während einer Vorstellung völlig niederbrennt, fliehen die beiden Verliebten nach Berlin und Moshe wird zum “Großen Zabbatini”. Doch dann holt ihn die Vergangenheit in Form des Halbmondmannes ein von dem er dachte, dass er tot sei … Dieser liefert ihn an die Nazis aus ….

Parallel begleiten wir den zehnjährigen Max Cohn, dessen Eltern sich scheiden lassen möchten. Wie jedes Kind, glaubt auch Max, dass er schuld daran sei. Doch dann findet er unter den Sachen seines Vaters eine alte Schallplatte mit Aufnahmen des “Großen Zabbatini” und ist begeistert, denn dieser kann auch einen Liebeszauber heraufbeschwören. So macht sich Max auf die Suche nach dem großen Zauberer und findet ihn auch … Doch mehr möchte ich hier nicht verraten, denn das Buch ist soooo gut und ich möchte es euch herzlichst empfehlen, selbst zu lesen.

Fazit: LEST DIESES furiose, komische, traurige, hochemotionale, sehr tiefsinnige und einnehmende Buch auf jeden Fall!

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Tracy Rees: Die Geschichte der Amy Snow

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Am Wochenende habe ich das Buch “Die Reise der Amy Snow” von Tracy Rees verschlungen. Ich habe es schon sehr sehnsüchtig erwartet, denn es war in meinem Lieblingsland England ein Überraschungserfolg – nicht nur bei den Buchhändlern – klar, dass ich das lesen musste.

Die Geschichte: Als ihre beste Freundin Aurelia stirbt, bricht für Amy Snow eine Welt zusammen. Wie soll es nun weitergehen für sie als mittellose Frau im Jahr 1848? Doch ihre liebe Freundin Aurelia hat vorgesorgt: Am Tag der Beerdigung erhält Amy Snow einen Brief von ihrer Freundin. Aurelia schickt sie auf eine Reise quer durch England und zu all den Menschen, die ihr etwas bedeutet haben. Unterwegs erfährt Amy, welches schwere Geheimnis Aurelia ihr all die Jahre verschweigen musste, obwohl ihre Freundschaft darunter litt. Aber nun vertraut sich ihre Freundin ihr ein letztes Mal an. Es ist eine Reise zu Amy selbst und dem, was sie vom Leben will. Eine Reise der Liebe zu sich selbst und zu anderen.

Es ist ein fantastischer Schmöker, den ich sehr sehr gerne gelesen habe. Spannend bis zur letzten Zeilen ohne überflüssige Hänger, jede Zeile habe ich gerne gelesen und jede Zeile hat mich bezaubert. Amy Snow hat mich sehr positiv gestimmt, denn obwohl sie niederer Herkunft ist, hat sie einen natürlichen Stolz und ist sich immer treu. Sie hat einen sehr eigenwilligen, aber nicht abstoßenden Charakter. Das fand ich sehr stark! Ich denke, in erster Linie ist es jedoch ein Frauenbuch. Das Buch ist superstark geschrieben – ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. Und das Rätsel bleibt bis zum Schluss sehr spannend, auch wenn man es doch erahnen kann, sind die Umstände doch sehr meisterhaft und spannungsvoll umgesetzt.

Fazit: Für mich eines der besten Bücher des nahenden Frühlings – ein Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe und bis zum Schluss superspannend fand. Es ist geradezu meisterhaft erzählt. Doch lest es unbedingt selbst – es lohnt sich! Seit heute ist es in den Buchläden eurer Wahl zu kaufen! Worauf wartet ihr noch ;-)?

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Das Geheimnis glücklicher Pädagogen

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Ilka Köhler hat einen tollen Ratgeber – nicht nur für Lehrer – geschrieben. Der Titel: Das Geheimnis glücklicher Pädagogen – Mehr Harmonie durch Resonanz.

“Glückliche Pädagogen gehen mit Freude zur Arbeit, sind zufriedener und strahlen Gelassenheit aus. Sie leiden weniger an psychischen Erkrankungen und werden seltener krank”, schreibt die Autorin, selbst Sonderpädagogin und Autorin zahlreicher Bücher über und für die Arbeit mit Kindern.

Frau Köhler lädt ihre Kollegen zur Selbstreflexion ein, sie erläutert das Resonanzgesetz, teilt wichtige Erfahrungen mit dem Leser und bietet viele praktische Tipps und Anregungen zur Umsetzung im Lehrer-Alltag.

Das Buch ist aber auch gleichwohl für Eltern geeignet, da es zu einem Perspektivenwechsel einlädt und möglicherweise die Kommunikation mit der Lehrkraft erleichtert. Gerade auch dann, wenn man als Eltern einmal wieder eine ruppige Bemerkung über sein Kind oder seine Art der Erziehung einstecken muss oder die Lehrkraft völlig unprofessionell Kinder in Richtung ADHS diagnostiziert. Dann heißt es nur noch ruhig bleiben, sich nicht auf Provokationen einlassen, durchatmen und bei sich bleiben.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch viele Leser findet. Es ist so wichtig, dass viele selbstreflektierte Lehrer Vorbilder für unsere Kinder sind und nicht nur Menschen, die der Generation von morgen das Lernen vermiesen, das wünsche ich mir!

Ein Zitat aus dem Buch, gelesen auf Seite 14:

“Verändern wir unsere negative Sicht auf bestimmte Situationen, Gegebenheiten oder Verhaltensweisen, werden sich diese Situationen in eine positive Richtung verändern und unsere Arbeit erleichtern und bereichern.”

Und weiter auf Seite 15:

“Unsere Aufgabe ist es, die kleinen Persönlichkeiten mit Freude bei der Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen, auch in schwierigen Situationen, den nötigen Halt und die Kraft für eine positive Entwicklung zu geben. Das kann uns jedoch nur gelingen, wenn wir selbst genügen Halt und Kraft in uns verspüren und wir seelisch, geistig und körperlich eine Einheit bilden.”

Wohlan, werte Pädagogen! Ich wünsche mir viele Lehrende, die dieses Buch lesen, mögen sie die ihnen anvertrauten Kinderseelen wohl behüten, respektvoll und liebevoll begleiten und ihre Fragen so beantworten, dass sich die Kinder das Fragen auch als Erwachsene nicht abgewöhnen. Denn nur wer fragen stellen darf und Antworten erhält, die ihm weiterhelfen, lernt, dass seine Fragen wichtig und nicht dumm sind. Nur wer andere behandelt, wie er selbst gerne behandelt werden möchte, der kann liebevoll und respektvoll lehren und lernen.

Fazit: Ein absolutes Must-have für alle, die mit Kindern zu tun haben. Vor allen jene Lehrkräfte, die sich voller Unlust zur Arbeit schleppen und ihren Lebensfrust an den ihnen vertrauensvoll übertragenen Kindern auslassen und demotivierende und respektlose Zeugnisbemerkungen schreiben.

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Kai Meyer: Die Gebannte – Die Alchimistin III

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Die Gebannte” ist der dritte Teil der Alchimisten-Serie von Kai Meyer. Aura Institoris ist nun unsterblich und hat sich inzwischen damit arrangiert. Gillian, ihr über alles geliebter Partner und Vater ihres Sohnes Gian, der ebenfalls durch ihr Zutun unsterblich ist, kann ihr dies aber nicht verzeihen. Gian möchte auch nichts mehr mit ihr zu tun haben. Doch dann erfährt sie aus den Briefen von Gian an ihre Nichte, dass Gillian in einer Nervenanstalt in Paris eingesperrt ist und dort gefoltert wird. Sie reist nach Paris, um Gillian zu befreien. Dies gelingt ihr auch – gemeinsam mit ihrem Sohn. Aura möchte unbedingt herausfinden, wer hinter dieser Entführung steckt und dies alles führt sie nach Prag. Sie kommt dahinter, das Gillian nur der Köder war, irgendjemand hat es auf Aura abgesehen …

Auch der 3. Teil der Alchimistinnenserie ist sehr spannend geschrieben und liest sich sehr gut. Die mystische, düstere Atmosphäre passt so gut zur Stadt Prag und auch die an der Geschichte beteiligten Personen wirken sehr lebendig. Dies liegt natürlich auch wieder an Kai Meyers hervorragenden Überraschungsmomenten – eine besondere Spezialität des genialen Schriftstellers. Nichts ist wie es zu sein scheint und doch ist alles stimmig:

Fazit: Hervorragende Fantasyunterhaltung der Spitzenklasse! Lesen!

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Ann Patchett: Aus Liebe zum Buch

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Ann Patchett hat mit “Aus Liebe zum Buch” eine Hommage an das Buch an sich geschrieben. “Aus Liebe zum Buch” hat die Autorin – nachdem in ihrem Heimatort alle Buchläden geschlossen haben – selbst einen Buchladen eröffnet. In dem kleinen, feinen Büchlein, das jeder Buchliebhaber lesen sollte, erzählt sie, wie es dazu kam und wie die Planung vonstatten ging, aber auch, wie dankbar die Menschen waren, dass es wieder einen Buchladen vor Ort gab. Gemeinsam mit bucherfahrenen Expertinnen hat sie sich liebevoll diesem Projekt gewidmet.

Fazit: Ein kurzweiliges, inspirierendes, interessant zu lesendes kleines Büchlein, entstanden “Aus Liebe zum Buch”. Es lebe der unabhängige Buchhandel! Alleine das geniale Cover lohnt den Kauf – es ist ein Hingucker in jedem Buchregal!!!

 

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Aschenputtel im Scherenschnitt

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Ein wahres Buchkunstwerk hat das kreative Künstlerpaar Mehrdad Zaeri und Christina Laube mit “Aschenputtel” erschaffen. Das beliebte Märchen der Brüder Grimm, das heute erscheint,  wird neu erzählt und mit zauberhaft filigranen Scherenschnitt-Bildern so lebendig dargestellt, dass ich ehrfürchtig staunend wie ein Kind das mehr als wundervolle Buch durchblätterte.

Die Geschichte ist ja allseits bekannt: Aschenputtel wird von ihrer Stiefmutter und deren Töchter nach dem Tod ihrer Mutter wie ein Dienstmädchen behandelt. Sie muss neben dem Herd schlafen und niedere Arbeiten verrichten. Aschenputtel darf auch nicht auf den königlichen Ball gehen … Doch ein Wunder verhilft ihr doch zum Ball und Aschenputtel tanzt mit dem wunderschönen Prinzen …

Fazit: Ein wahres, einzigartiges Kunstwerk, das in keinem Bücherregal eines Buchliebhabers fehlen darf. Dieses Buch macht definitiv glücklich und bezaubert märchenhaft!

 

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Melanie Sumner: Eine Therapie für Aristoteles

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Melanie Sumner hat mit ihrem Buch “Eine Therapie für Aristoteles” eine beglückende Geschichte geschrieben.

Aristoteles “Aris” Thibodeau ist 12,5 Jahre alt und die Hauptperson. Aris ist ein Mädchen ;-), das mit seiner Mutter und seinem Bruder in einer Kleinstadt in Georgia lebt. Seit dem Tod des Vaters ist Diane, Aris Mutter, mit der Erziehung der beiden Kinder überfordert, das Geld reicht hinten und vorne nicht und geht hauptsächlich für die Therapie des hypersensiblen Max drauf. Und Aris bleibt gar keine Zeit zur Selbstverwirklichung, da sie sich immer um alle und alles kümmern muss. Wie immer liegt die Lösung in der “Literatur”. Mithilfe des Ratgebers “Romane schreiben in 30 Tagen” möchte Aris ein Buch schreiben um einen Bestseller zu lancieren, ihrer Familie zu Berühmtheit verhelfen und so einen neuen Vater zu finden. So beginnt sie zu schreiben, und es entsteht ein Roman, den ich hiermit offizielle bespreche ;-).

Erster Absatz:

“Zu meinem zwölfeinhalbten Geburtstag schenkte meine Mom mir ein Buch mit dem Titel Romane schreiben in 30 Tagen! Natürlich jegt Diane (das ist meine Mum) unterbewusst den Wunsch, selbst einen Roman zu schreiben, nur hat sie die dreißig Tage nicht übrig. Da sehen Sie schon unsere Familiendynamik. Eigentlich sollte ich mit Dr. Victoria Dhang, zugelassener und erfahrener Psychotherapeutin, mal darüber sprechen, dass ich hier im Grunde alles am Laufen halten muss, aber Diane vergisst praktischerweise immer, einen Termin für mich auszumachen.”

Fazit: Ein großartiges Buch, herzerwärmendes über das Leben an sich, das Lieben und das Schreiben. Durchgängig ein sehr humorvoller, ideenreicher und eigensinniger Roman mit einer sehr warmherzigen, flippigen Familie, die man einfach nur ins Herz schließen kann! Lest diesen Glücksmacher!

 

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Kazuo Ishiguro: Der begrabene Riese

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Über die Zeit nach König Artus hat Kazuo Ishiguro in seinem zauberhaft magischen Buch “Der begrabene Riese” geschrieben.

Das alte Ehepar Axl und Beatrice begeben sich auf die Reise zu ihrem Sohn, der in einem anderen Dorf wohnt. Gemeinsam mit den beiden machte ich mich als Leserin auf eine finstere Welt zu durchqueren, die bevölkert von zahlreichen mystischen Ungeheuern und sonstigen Gestalten ist. Wir reisen durch einen geheimnisvollen Nebel, der unsere Erinnerungen unterdrückt. Der wie ein Schleier des Vergessens über unserer Vergangenheit liegt, so als wäre alle Opfer einer kollektiven Amnesie geworden. Der Nebel als mystisches Mittel für schöne und unschöne Erinnerungen, an solche, an die wir uns gerne erinnert hätten und solche, die wir verdrängt haben? Auf jeden Fall ist der Nebel mystisch gesehen ein tolles stilistischer Kniff, um der Geschichte die nötige unheilvolle, magisch-düstere Note zu geben. Wir erleben oftmals Bedrohung, erfahren aber auch oft unverhoffte Hilfe und Unterstützung. Oftmals weiß man als Leser nicht, ob man sich nun in der realistischen Geschichte befindet oder wo diese Reise denn nun eigentlich – mysthisch betrachtet – uns hinführen soll. Und genau das ist die einzigartige, zauberhafte dieser an alte Sagen erinnernde Geschichte über Axl und Beatrice auf dem Weg zu ihrem Sohn.

Herr Ishiguro hat das Märchen als stilistische Form gewählt, um seine Geschichte zu erzählen. So klingt die Geschichte beruhigend, wie wir Märchen aus Kindertagen kennen. Mit diesem genialen Kniff gelingt es dem Autor meisterhaft, das mystisch-fantastische Drumherum mit der nötigen Distanz zu betrachten. Und heldenhaft trösten und beschützen sich Axl und Beatrice gegenseitig. Besonders gefallen hat mir, dass alle Personen so sprechen, wie wir es aus Sagen- und Märchengeschichten kennen. So wirkt die fabelhafte Geschichte wie eine warme Tasse Kakao, wie wir sie als Kinder so oft und uneingeschränkt hingebungsvoll genossen haben.

Fazit: Unbedingt lesen!

 

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Die achte Wächertin – Zeitenspringer Saga Band 1

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Die achte Wächterin” von Meredith McCardle ist der Auftakt zur Zeitenspringer-Saga.

Amanda geht auf die Peel Academy, einer Schule, auf der zukünftige Agenten ausgebildet werden. Sie will zur CIA, zur NSA oder zum FBI. Dann kommt es anders, als von Amanda geplant. Am Ende eines Prüfungstages wird sie von einem Mann mit grüner Krawatte verschleppt und gezwungen einer geheimnisvollen Organisation mit dem seltsamen Name “Annum Guard” beizutreten. Dort wird sie wie eine Außenseiterin behandelt, nur noch Iris genannt und muss sich zu allem Übel auch noch ziemlich allein Regeln dieses merkwürdigen Geheimbundes einarbeiten. Und ihre Aufgaben sind nicht ungefährlich, denn schließlich sind die Mitglieder von Annum Guard moderne Zeitreisende, die die Vergangenheit “verbessern” können ….

Der erste Absatz:

„Der Mann mit der grünen Krawatte beobachtet mich jetzt schon den ganzen Tag. Komisch. Sowohl die Krawatte als auch das Beobachten. Seine Krawatte ist wirklich grün. Nicht purpurrot oder marineblau, wie bei diesen Typen üblich, sondern grün. Und er hat echt keinen Grund, mich so scharf im Auge zu behalten. Ich bin müde. Verschwitzt. Mein Körper hat die Hölle durchgemacht, und es ist noch nicht vorbei.“

 

Amanda, die interessante Protagonistin dieses spannenden Buches, ist eine sehr markante und tolle Hauptperson. Sie bleibt sich selbst treu, steht zu ihren Ecken und Kanten und ist behält selbst in ausweglosen Situationen einen kühlen Kopf!

Fazit: Ein sehr spannender, temporeicher nicht aus der Hand zu legender Sci-Fi-Fantasy-Agententhriller-Auftakt einer vielversprechenden Trilogie. Atemlose Lesenächte sind garantiert, bis man auch die letzte Seite umgeblättert hat und – hoffentlich – gleich mit dem 2. Band beginnen kann. Tipp von mir: Besorgt euch bei Interesse am besten gleich alle beiden verfügbaren Bände, der 3. und letzte Teil wird wohl gerade – so meine Recherchen – von der Autorin geschrieben … Und das ist echt mies, doch seht hierzu meine Rezension des zweiten Bandes, die in wenigen Tagen erscheinen wird.

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