Mythos

Mit seinem Buch „Mythos“ hat der britische Allrounder Stephen Fry die uns allen gut bekannten griechischen Göttersagen neu erzählt. Und anders als die althergebrachten unlustigen Darstellungen aus dem antiken Griechenland hat er viel britischen Humor hineingebracht. Grandios! Wie er Zeus und alle anderen von sich meist narzistisch überzeugten Götter Unzulänglichkeiten und Unausgeglichenheiten darstellt ist phänomenal lustig. Locker und leicht in der Erzählweise und britisch herrlich humorvoll geschrieben machen die griechischen Sagen so sehr viel Spaß.

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Und jetzt auch noch Liebe

In „Und jetzt auch noch Liebe“ von Catherine Bennetto lesen wir von Emma, die von der großen Liebe träumt. Doch als sie von ihrem nicht ganz so einfachen Freund Ned schwanger wird, trennt sie sich aus mehreren Gründen von ihm. Sie verliert ihren Job und ist wieder von ihrer Familie abhängig. Und wie immer im Leben läuft ihr ausgerechnet jetzt der absolute Traum-Mann über den Weg. Aber: Es gibt keinen falschen Zeitpunkt für den RICHTIGEN ;-)!

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Mercedes Lauenstein: Nachts

Nachts

In Mercedes Lauensteins erstem Buch mit dem schlichten Titel „nachts“ streift eine junge Frau nachts umher und besucht Menschen, die sie zur Nacht befragt.

„Nachts schlafe ich nicht. Ich laufe durch die Straßen und gucke durch die erleuchtenden Fenster in das Leben der anderen hinein. Ich überfliege Klingelschilder in den Hauseingängen in der vagen Hoffnung, auf einen Namen zu stoßen, den ich vielleicht kenne, vielleicht auf meinen eigenen oder einen, der irgendwie zu mir passt.“ (Seite 7)

Das nachtblaue, ebenfalls schlichte Cover hat mich sehr angesprochen, weil es sehr gut zum Inhalt passt. Und der hat es in sich, denn „nachts“ sind 25 Kurzgeschichten in einer Geschichte. Die namenlose Ich-Erzählerin besucht besagte 25 Menschen, Menschen die inmitten von Veränderungen oder Neuanfängen stecken, sie möchte nicht die Schlafenden wecken, sondern die Wachen besuchen und sich mit ihnen unterhalten. Sie begegnet Schlaflosen, Einsamen, Traurige, Menschen, die ihr ihre Geschichte erzählen und dankbar sind, dass jemand zuhört und fragt.

„…weil nachts alles weniger ernst ist, weil sich nachts sogar die braven Menschen mit ihren geregelten Tagsüberjobs in ungehemmten Träumen verlieren und nachts deshalb alles Raum hat, was am Tag keinen hat.“ (S.124)

„Die Nacht“, sagt er, „mag ich deshalb, weil man in ihr fast alles klarer sieht als am Tag. Was ja der Tatsache, dass es tagsüber hell ist, eigentlich widerspricht.“ (S. 131)

Etwas merkwürdig fand ich, dass man über die junge Frau so wenig erfährt, warum sie durch die Nacht streift (wird am Ende etwas aufgelöst), was sie beschäftigt außerhalb der Nacht und wie sie heißt … Der Schluss war mir etwas abrupt und hat mich auch nicht ganz befriedigt. Das Buch liest sich gut, es ist sehr schön und stimmungsvoll geschrieben, als wäre man bei der jungen Frau dabei und würde auch durch die Nacht streifen und Klingelschilder lesen …

Wie hat meine Oma immer so schön gesagt: „Nachts sind alle Katzen grau.“

Fazit: Ein sehr gutes Buch, ein Erstling, der Lust auf mehr macht. Sehr stimmungsvoll und sehr gut erzählt, auch wenn einiges unklar bleibt. Die Autorin hat sich sicher etwas dabei gedacht … Klare Leseempfehlung!

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