Brooke Davis: Noch so eine Tatsache über die Welt

Brooke Davis

„Noch so eine Tatsache über die Welt“ lautet der deutsche Titel des Buches „Lost & Found“ (was meiner Meinung nach viel besser zum Thema passen würde, als der deutsche Titel) der literarischen Neuentdeckung Brooke Davis.

Millie Bird ist 7 Jahre alt und die Hauptperson der Geschichte. Sie trägt gerne rote Gummistiefel und notiert sich seit dem Tod ihres Hundes in einem Notizbuch „tote Dinge“. Am Anfang der Geschichte kann sie auch den Tod ihres Vaters notieren … Die trauernde Mutter lässt Milli eines Tages in der Unterwäsche-Abteilung eines Kaufhauses alleine zurück. Neugierig macht sich Millie dort auf die Suche nach ihrer Mutter und trifft den 87-jährigen Karl, der selbst aus einem Pflegeheim, wohin ihn sein Sohn stecken wollte, geflüchtet ist. Er ist lustig und schreibt Geschichten.  Agatha, eine 82-jährige launige und äußerst präzise lebende Witwe, die neben Millies Elternhaus wohnt, schließt sich den beiden an und so begibt sich das lustige Trio auf die Suche nach Millies Mama. Dabei überlisten die drei die Menschen, die sie von diesem Plan abbringen möchte – herrlich komisch und schräg! Die Charaktere sind insgesamt sehr trefflich und lebendig skizziert. Die schrullige Agatha, die glaubt nichts mehr erwarten zu können und die Angst vor dem Alter hat: „„Ich hatte keine großen Wünsche! Aber nichts davon ist eingetreten!“ Und Karl, der sich fragt: „Warum habe ich eigentlich aufgehört, Sachen zu machen, statt mich nur noch an sie zu erinnern?“ Und die kleine Millie, die sehr neugierig auf die Welt ist, diese aber noch nicht so recht verstehen kann.

Brooke Davis ist sehr gut darin, über die Schattenseiten des Lebens – in diesem Fall Trauer und Verlust –  so empathisch zu schreiben, dass man als Leser nicht vor ihnen davonläuft, sondern sich ihnen gemeinsam mit dem tollen, mir sehr ans Herz gewachsenen Trio, zu stellen.

Der erste Satz:

„Millies Hund Rambo war ihr Allererstes Totes Ding.“

 

Fazit: Absolut lesenswert! Zum Lachen und Weinen gleichermaßen!

Leseprobe: hier!

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Venedigbummel

VenedigUnd ich bummele gleich weiter – diesmal mit dem genialen und von mir hochgeschätzten Miroslav Sasek nach und in Venedig. Der Kunstmann Verlag hat ein wahres Meisterwerk herausgebracht. Die tollen Illustrationen und der kleine Text jeweils zu den Bildern machen Lust auf die Lagunenstadt. Auf herrlich dickem Papier lassen sich Saseks kleine Kunstwerke bestaunen, das Blättern macht Freude und das verursacht äußerst positive Gefühle, als wäre man tatsächlich in Venedig. Ein Meisterwerk eines ganz großen Künstlers. Ich liebe es!

Fazit: Ein Must-have für Italienliebhaber, für Kunstliebhaber und alle ästhetischen Menschen sowieso – für allen anderen: natürlich auch ;-)! Kaufen – Staunen – Genießen!

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Augenbummeln: Emma kauft ein

emma kauft einWelch zauberhaft, nostalgisch anmutendes Kinder-Wimmelbuch! Ich bin begeistert! Alice Melvin hat uns mit ihrem Kinderbuch „Emma kauft ein“ wirklich reich beschenkt, es macht so viel Spaß in dem wundervoll illustrierten Buch und der ebenso charmant gereimten Geschichte zu blättern und immer entdeckt man noch ein liebevolles Detail. Sympathisch: Emma geht nicht ins nächste Einkaufszentrum besuche viele kleine, liebevoll ausgestattete Geschäfte.  In dem Buch kann man mit kleineren Kindern zählen, staunen, die tollen Ladeneinrichtungen nach dem Aufklappen betrachten, reimen, etc. Das Wimmelbuch macht viel Freude und ist ein echter Eye-Catcher im Vintage-Style.

Fazit: Einfach nur zauberhaft! Ein tolles Geschenkt für vier- bis sechsjährige Kinder – nicht nur für Mädels! Bitte zahlreich kaufen und weiterverschenken!

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Gelesen: Die alte Dame und der Maulwurf

geschichte mit dem maulwurfKorrekt lautet der Titel des kleinen, feinen Büchleins aus dem Kunstmann Verlag: „Die Geschichte von Quirina, dem Maulwurf und einem Garten in den Bergen“ von Ernesto Ferrero. Oh was für ein zauberhaftes, magisches, philosophisches, sehr aktuelles Büchlein ist das! Vorab: Das müsst ihr einfach und auf jeden lesen ;-)!!!! Das Cover: Ein absolutes Kunstwerk, der Einband fühlt sich sehr schön an, ich tippe auf Halbleinen?

Die Geschichte ist eine kunterbunte Mischung aus Fabel, Märchen, Magie, Literaturlexikon, Parabel, Philosophie und vieles mehr auf zarten 104 Seiten (ihr wisst ja ;-), schmale Büchlein die alles sagen liebe ich). Es ist eine sehr aktuelle Geschichte, wenn man die Maulwurfshügel auf die derzeitigen überall stattfindenden miesen Geschichten, die ich hier nicht explizit beim Namen nennen möchte, weil die nicht die noch so kleine Menge an Aufmerksamkeit und Energie, an der sich diese „Menschen“ nähren könnten, verdient haben.

In der Geschichte der 80-jährigen Quirinia, der alten Dame mit dem traumhaften Garten in den Bergen, steht der Maulwurf sinnbildlich für das Überleben an sich. Qurinia lebt alleine in einem Bergdorf in der Lombardei und kümmert sich um ihren Garten. Ihre Kinder leben woanders und ihr Mann ist verstorben. Um sich ihre Zeit zu vertreiben löst sie Kreuzworträtsel und liest. Dann tritt der Maulwurf in ihr Leben, ein Eindringling, der sie in ihrer abgeschottenen Welt, in ihrem Leben, breit macht. Und das unter ihren geliebten Pflanzen. Nun beginnt ein Kampf – Mensch gegen Tier – Qurinia gegen den ungebetenen Gast – den Maulwurf. Qurinia sucht sich Verbündete, in der Familie, bei den Dorfbewohnern, in Büchern, in Ratschlägen … Sie kämpft mit allen ihr zur Verfügung stehenden „Waffen“ – Heilmitteln, Wasser, Lärm, Gas, Fallen, Katzen etc., um den ihr unsichtbaren Feind loszuwerden. Doch ist dieser ungleiche Kampf nicht ganz nutzlos … Doch lest selbst, es lohnt sich wirklich dieses kleine schmale Büchlein zu kaufen, zu lesen und zahlreich zu verschenken!

Fazit: Unbedingt kaufen! Unbedingt lesen! Und unbedingt verschenken!

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