Sam Byers: Idiopathie

81zJnSQOpILSam Byers hat mit seinem Erstling „Idiopathie – Ein Roman über Liebe, Narzissmus und kranke Kühe“ eine bitterböse Geschichte der postmodernen narzistischen Generation geschrieben. Zynisch, böse, scharf, grandios, fies erzählt Sam Byers mit sezierendem Humor und grandiosem psychologischen Einfühlungsvermögen die Geschichte von drei selbstbezogen, geradezu narzistischen 30-jährigen.

Die Geschichte beginnt mit Katherine und man erfährt, dass ihr bisheriges Leben nicht glücklich verlaufen ist, sie ist eine sehr sarkastische, freche und etwas vulgäre Frau. Sie war mit Daniel zusammen, vor dem sie sich vor einem Jahr getrennt hat, seither wollte sie auch keine feste Beziehung mehr eingehen. Man kann ja schließlich nur einen bewundern und lieben – sich selbst ;-). Hin und wieder schläft sie mit Kollegen und ist mehr als überfordert, als sie schwanger wird.

Ihr Ex-Freund Daniel ist gleich die nächste Beziehung eingegangen, doch seine Freundin macht ihn auch nicht glücklicher als Katherine. Stets fühlt er sich unwohl und nicht mehr er selbst. Und plötzlich taucht Nathan, ein gemeinsamer Freund,  wieder in Daniels und Katherines Leben auf. Monatelang hatte er sich nicht gemeldet, die beiden fragen sich zurecht, was er in den letzten Monaten gemacht hat und warum er sich nun so seltsam verhält. Einer der Gründe ist Nathans Mutter, die über das Leben von Nathan und seiner Familie ein Buch geschrieben hat und großen Erfolg damit hat. Man fragt sich dann nur, was es mit den kranken Kühen im Untertitel auf sich hat …

Fazit: Ich muss zugeben, das Buch ist vom Stil her mehr als eigen und man muss sich als Leser erst einmal daran gewöhnen. Es dauert, bis man in das Buch gefunden hat. Doch es lohnt sich auf alle Fälle, denn es ist mal so ganz anders, als alle Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, sehr eigenwillig und genau deshalb so charmant. Dazu kommt der herrliche, bitterböse britische Humor. Sam Byers ist es gelungen, jedem seiner Protagonisten einen eigenwilligen Charakter zu geben und alleine das macht das Buch schon lesenswert. Nur der Schluss hat mich etwas enttäuscht, weil er so abrupt und nicht zum Rest des wirklich lesenswerten und sehr reifen Erstlings von Sam Byers passt.

 

Das schreibt der Tropen Verlag:

Nach der Rückkehr in ihren Heimatort hat die dauerzynische Katherine die Hoffnung, glücklich zu werden, längst aufgegeben. Die Dreißigjährige ist seit einem Jahr vom chronisch sensiblen Daniel getrennt, ständig auf der Suche nach neuen Affären und schwanger vom größten Hornochsen der Stadt. Der mimosenhafte Daniel hingegen versucht sein Glück in einer neuen Beziehung, in der sich alles um Esoterik, gesunde Ernährung und öde Liebesschwüre dreht. Das findet er so langweilig, dass er schon bald wieder anfängt, sich nach der nervigen Katherine zu sehnen. Dann taucht plötzlich ihr gemeinsamer Freund Nathan wieder auf, der ein Jahr lang auf Entziehungskur abgetaucht war. Mit seinen abstrusen Ideen rüttelt Nathan das Leben der drei ziemlich durcheinander. Sie raffen sich noch einmal auf, die Fehler ihrer Jugend auszubügeln. Und das hat auch mit ein paar kranken Kühen zu tun.

Über den Autor:

Sam Byers, geboren 1979, studierte Creative Writing an der University of East Anglia. »Idiopathie« ist sein erster Roman, der in neun Ländern erscheint und auf die Waterstones-Liste der elf besten Debüts des Jahres 2013 aufgenommen wurde. Mehr Informationen unter www.sambyers.co.uk

Buchinformationen:

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Tropen Verlag; 1. Auflage (24. Mai 2013)
  • Preis: 21,95 Euro
  • ISBN-13: 978-3608501285
  • Originaltitel: Idiopathy