Wunder

51+06LH+fDL

Mit “Wunder” ist der Autorin Raquel J. Palacio in der Tat ein sehr großes und kraftvolles Wunder in Buchform gelungen. Ich konnte mit dem Lesen einfach nicht mehr aufhören und las es in einem Rutsch, so dass ich es noch vor meinem Sommerurlaub hier besprechen darf!

In der Geschichte geht es um den zehnjährigen August – auch Auggie – genannt, einen Jungen, der aufgrund eine Gendefekts ein missgestaltetes Gesicht hat. Viele Menschen sind entsetzt, wenn sie ihn das erste Mal sehen, sie verhalten sich ihm gegenüber ablehnend und nicht sonderlich nett. Seine Familie ist sehr liebevoll mit ihm und ein großer Halt für ihn. Bisher hat ihn seine Mutter unterrichtet, doch nun soll August auf eine Privatschule in Manhattan gehen.  Nun muss er sich mit den normalen Sorgen eines jeden Fünftklässlers herumärgern, nur dass er sich eben nicht so ganz “normal” fühlt, wie seine Mitschüler.

Erster Satz:

“Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin.”

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln, mal von August, mal von seiner Schwester Olivia – liebevoll Via genannt, mal vom Freund seiner Schwester- Justin, deren Freundin Miranda und Augusts neuen Freunden Summer und Jack.

Doch in dem Buch geht es um viel mehr. Schon lange habe ich kein Buch mit solch kraftvoller, tiefgehender und intensiver Emotionalität wie dieses gelesen. Es geht um Freundschaft, um Vorurteile, um Ängste, Erfolge, Liebe, Solidarität und auch um das Erwachsene-werden an sich. Das Buch ist so liebevoll und rund geschrieben, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Auch die Zitate im Buch sind sehr intensiv und wirken – ebenso wie die Geschichte – noch sehr lange nach!

Fazit: Ein Wahnsinnsbuch, stark, intensiv, liebevoll, nachdenklich, tiefgehend und noch so vieles mehr. Unbedingt lesen und zahlreich verschenken – am besten an Fünftklässler! Dieses Buch sollte in jeder weiterführenden Pflichtlektüre sein!

PS: Wer gar nicht genug bekommen kann von diesem Buch, der kann noch Zusatzkapitel kaufen – allerdings nur im E-Format! Weitere Infos gibt es hier.

 

Weiterlesen

Hörbuch: Man sieht auch mit den Ohren gut

61fGnOYaETL

Der Hörbuchschatz “Man sieht auch mit den Ohren gut – Eine kleine Reise in die Musik” ergänzt das dazugehörige und ebenfalls sehr empfehlenswerte Buch sehr gut (lies hier meine Besprechung)! Perfekt gelungen ist den Mitwirkenden und auch dem Verlag das Zusammenspiel von Geschichte und Musik. Gemeinsam mit Mathis und seinen Hund Murks reisen wir in ausgewählte Epochen der Musikgeschichte auf der Suche nach der Königin der Musik. Man spürt in jedem Wort und Ton, wie sehr die Autorin Musik liebt.

Die beiden reisen in die Vergangenheit u.a. von Beethoven und Stamitz, aber auch zu Louis Armstrong. Das Hörbuch bringt die Geschichte der Musik den hörenden Kinder auf eine wundervolle Art und Weise sehr nahe, man fühlt sich, als wäre man bei dieser spannenden Reise live dabei. Auch der Erzähler Florian Fischer passt mit seiner sehr angenehmen Stimme wunderbar zur Geschichte. Er erzählt fesselnd und ruhig, er schafft es, dass man nicht mehr aufhören kann, diese zauberhafte CD zu hören.

Auch das dem Hörbuch beigefügte sehr ansprechend gestaltete und informative CD-Booklet nimmt man gerne während des Hörens in die Hand, es fasst kurz die wichtigsten Stationen der Geschichte zusammen. Ein grafischer Augenschmaus und auch sehr stabil – was gerade für ungeduldige Kinderhände enorm wichtig ist ;-).

Fazit: Eine äußerst gelungene, liebevolle und zauberhafte Umsetzung des gleichnamigen Buches! Mit der entsprechenden Musik wird die Geschichte natürlich lebendiger, greifbarer! Ein wahrer Hörgenuss und spannend noch dazu! Absolut empfehlenswert und auch ein tolles Geschenk! Prädikat: Besonders wertvoll für Ohren und Seele ;-)!

 

 

 

Weiterlesen

Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben

61QMPf2Vy-L

So ein witziges und in der Form noch nie gesehenes Buch habe ich noch nicht gelesen! Henrik Lange hat mit “Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben” einen wahrlich herausragenden Leseschmaus kreiert! Das Buch ist sicher kein Ratgeber im herkömmlichen Sinn, es ist eher eine witzige Abhandlung über das Schreiben erfolgreicher Schwedenkrimis anhand von bereits erfolgreichen Schwedenkrimis exemplarisch dargestellt … So beschreibt Henrik Lange den typischen Kommissar schon auf dem Cover 😉 … wer da nicht an Henning Mankell denkt 😉 … Der Autor selbst ist Comiczeichner, was man gar nicht merkt 😉 und Autor, der in Göteborg lebt.

Das Buch erzählt am Beispiel von Åke, einem typischen, schwedischen Kommissar, der einen Mord aufklären muss. Jedoch erzählt dies Henrik Lange nicht in Romanform, sondern er zeichnet das Geschehen und nutzt nur wenige kurze Erklärungen, um die Handlung darzustellen. Die Zeichnungen empfand ich als sehr authentisch mit einer großen Liebe zum Detail. So steht Kommissar Åke exemplarisch für alle Klischees eines typischen Schwedenkrimis!

Fazit: Prädikat sehr witzig, wertvoll und absolut empfehlenswert. Ein tolles Geschenk auch für Schwedenkrimi-Liebhaber – zum Schmunzeln! Sehr komisch und sehr liebevoll aufgemacht! Ich kann es nur empfehlen und für die Buchnotizen ist es der Juli-Kracher schlechthin! Also: Auf zum nächsten stationären Buchladen und zahlreich verschenken – eines solltet ihr jedoch für euch behalten ;-)!

 

Weiterlesen

Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul

61JCHm+3x8L

Ein wundervolles Fantasy-Debüt hat uns Verena Reinhardt mit ihrem spannenden Abenteuerroman “Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul” beschert.

Die in Wiesbaden geborene Autorin Verena Reinhardt, die über das Bestäubungsverfahren der Honigbiene promovierte,  schreibt über  Friedrich Löwenmaul, der als letzter Spross einer berühmten Familie von Hummelreitern angehört. Er soll gemeinsam mit der herrlich gold gestreiften Hummel Hieronymus Brumsel im Auftrag der Königin Ophrys von Südwärts den Norden des Landes ausspionieren, denn vor dort aus droht Gefahr. Und dabei erleben die beiden natürlich jede Menge Abenteuer. Wird es den beiden am Ende gelingen den drohenden Krieg in Skarnland zu verhindern – gemeinsam mit allen Insekten und sonstigen kuriosen Kreaturen?

Friedrich Löwenmaul, der aus einer berühmten Familie von Hummelreitern stammt, ist zunächst gar nicht begeistert, mit Brumsel den Norden des Landes auszuspionieren. Als sich die bezaubernde Königin Ophrys dann als gefährliche Despotin entpuppt, droht große Gefahr. Die Ereignisse überschlagen sich. Wird es Friedrich gelingen, alle Insekten, Kleinsttiere und sonstige Lebewesen zu vereinen, um den großen Krieg von Skarnland zu verhindern?

Das Kinderbuch, das sich auch vorzüglich von Erwachsenen lesen lässt, ist sehr humorvoll und phantasievoll geschrieben, man muss beim Lesen sehr oft schmunzeln über das tolle Duo Friedrich Löwenmaul und Brumsel, der Hummel …

“Friedrich Löwenmaul stammte aus einer langen, ruhmreichen Ahnenreihe von Hummelreitern. Er selbst war allerdings das schwarze Schaf der Familie. Er konnte Hummeln nicht reiten. Er konnte sie nicht mal leiden. Als eines Abends eine dicke Hummel mit lautem Brummen auf seinem Balkon landete und seine Balkonblumen auszusaugen begann, erschreckte sich Friedrich deshalb ziemlich.” (Seite 9)

Die dargestellten Insekten-Charaktere sind sehr liebevoll und auch sehr detailliert beschrieben. Man kann sich die gefährlichen Hornissen und die zwielichtigen Seidenraupen und alle anderen sehr gut vorstellen.  Während Friedrich am Anfang noch recht ängstlich wirkt, zeigt sich  im Laufe des Buches sehr schnell, wie clever der kleine Bursche ist. Besonders angetan war ich von der Hummel Hieronymus Brumsel, der mit seiner Vorliebe für Naschereien sich selbst und Friedrich immer wieder in Abenteuer verstrickt.

Fazit: Ein wundervoller, abenteuerlicher, fantastischer und sehr lesenswerter Roman über kleine Helden, die wir tagtäglich um uns herumfliegen haben … Ich muss nun immer grinsen, wenn eine Hummel an mir vorbeifliegt und begrüße sie mit “Herzlich willkommen in unserem Garten, hochverehrter Hieronymus Brumsel” ;-)! Super Lesestoff für die Sommerferien! Und auch als Geschenk sicher ein Volltreffer!

Weiterlesen

Das Heile-deine-Seele-Malbuch

61UUowaoY8L

Ein feines, sehr schön gestaltetes Buch mit dem Titel “Das Heile-deine-Seele-Malbuch – die 46 schönsten Affirmationen zum Ausmalen” von Louise Hay hat der Leo-Verlag publiziert. Das famose Buch ist großformatig und stabil, auf der einen Seite befinden sich jeweils die herrlich zauberhaften Mandalas und auf der anderen Seite die großgedruckten Affirmationen zum Ausmalen. Super entspannend empfand ich das Ausmalen der wundervollen und meditativen Motive und auch der kraftvollen Affirmationen. Ganz tolles Papier und an den Seiten perforiert zum Heraustrennen – super liebevoll und praktisch umgesetzt!

Fazit: Ein absolutes Must-have! Das Buch ist ein Augenschmaus, herrlich praktisch und stabil mit zauberhaften entspannenden Motiven und wunderschönen Affirmationen von der Grande Dame der Lebenshilfe-Bücher und Mrs. Affirmation ;-)! Ein zauberhaftes Geschenk zum kleinen Preis und in stabiler und liebevoller Aufmachung! Großes Kompliment an den L.E.O.-Verlag!

Weiterlesen

City on Fire

61XtdL64fAL

Garth Risk Hallberg beschreibt in seinem famosen Buch “City on Fire” Momentaufnahmen von fünf Menschen in New York im Jahr 1977. Ein Schneesturm tobt über New York, die Feuerwerke erhellen die Metropole und im Central Park fallen Schüsse – dies alles geschieht in der Neujahrsnacht des Jahres 1977. Diese Ereignisse bringen die reichen Erben William und Regan Hamilton Sweeney, die aus der Vorstadt stammenden Punk-Kids Sam und Charlie, den afroamerikanischen Lehrer Mercer, der seit längerem versucht seinen ersten großen Roman zu schreiben, sowie den Reporter Richard und den älteren Polizisten Larry zusammen.

Der erste Satz im Prolog:

“In New York kann man sich alles bringen lassen.”

Und im ersten Teil des Buches, dass die Zeit von Dezember 1976-Januar 1977 abdeckt,  lautet der erste Satz:

“Ein Weihnachtsbaum kam die Eleventh Avenue herauf.”

Aufhänger der Geschichte sind die Schüsse auf eine junge Frau sind, dennoch der Debütroman City on Fire von Garth Risk Hallberg kein Krimi oder Thriller. Die beschriebenen Menschen  in dem Buch scheinen in irgendeiner Art und Weise mit der jungen Frau bekannt zu sein und alles scheint irgendwie eine Rolle zu spielen. Die Figuren stammen allesamt aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, sie haben alle Träume, sie haben alle eine eigene Geschichte. Wie Charlie, der aus der Vorstadt stammt und dort behütet aufwächst, bis er ein Mädchen namens Sam kennenlernt und durch sie in Kontakt zur Punkszene kommt. Sam – die eigentlich Samantha heißt, studiert Photographie und ist Herausgeberin eines Magazins, das Punks und Musik zum Thema hat. Im Buch findet sich – was ich wundervoll fand – ein Abdruck dieses Magazins. Es finden sich weitere Grafiken im Buch, die jeweils zu den Stellen des Buches passen und sehr hochwertig und ansprechend gestaltet sind – sehr toll!

Dann gibt es noch die beiden reichen Erben William und Regan. William lebt mit seinem Freund Mercer zusammen. In vergangenen Zeiten war er Mitglied einer Punkband namens Ex Post Facto, die von den beiden oben genannten Personen Sam und Charlie sehr bewundert wird. So hängt alles irgendwie miteinander … Der Roman ist wie ein Spinnennetz, je mehr man liest umso mehr sieht man wie alles zusammenhängt, miteinander verwebt ist. Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen Exkurse in die Musik-, Kunst- und Literaturgeschichte – der Autor scheint ein belesener und sehr interessierter Mensch zu sein.

Die zahlreichen Rückblenden im Leben der Personen des Buches helfen, die Entwicklung derer zu verstehen. Es blieb keine Frage offen und die Geschichte und die Personen sind so geschickt miteinander verknüpft, dass es nie langweilig, das Buch zu lesen. Er erzählt auch nicht chronologisch, so dass die Geschichte nie vorhersehbar ist, sondern auch mit einigen Überraschungen aufwartet – supergenial!

Fazit: Ein 1000 Seiten starker Wälzer, der sich lohnt! Auch wenn es am Anfang etwas zäh ist, lohnt sich das dranbleiben an der Geschichte. Lasst euch auch nicht von den vielen Protagonisten und deren Schicksal entmutigen oder verunsichern. Es ist ein Buch, das langsam kommt, aber dann geballt wie ein Feuerball das Interesse in Brand setzt – ich war on fire – total! Auch lohnenswert: Die vielen genialen Beschreibungen der Metropole New York! Im Buch liegt auch ein Lesezeichen, auf dem die verschiedenen Personen aufgeführt sind, damit man nicht den Überblick verliert – traumhaft!

Weiterlesen

Harry Potter Lese-Challenge

Super Idee vom Carlsen-Verlag: Eine Harry Potter Lese-Challenge! 7 Bücher in neun Wochen – vor dem Erscheinen des nächsten HP-Abenteuers”Harry Potter und das verwunschene Kind” zum Warmwerden sozusagen ;-)! Ist doch ein Klacks, oder was meint ihr?

Pro Band (siehe Bild unten mit den Terminen) wartet ein toller Gewinn von Elbenwald.

 

Und das kann man gewinnen:

Band 1: Stein der Weisen-Kette
Band 2: Slytherin Wappen
Band 3: Hermines Zeitumkehrer
Band 4: Hermines Ball-Ohrringe
Band 5: Sirius Blacks Zauberstaub
Band 6: Liebestrank-Kette
Band 7: Albus Dumbledores Zauberstab

Alle Infos und Teilnahmebedingungen findest Du unter http://www.carlsen-harrypotter.de/lesechallenge

 

Potter_Zeiteinteilung

Medium zwischen Himmel und Erde

51q9KS85etL

Sind wir nicht alle feinfühlige, sensible Lebewesen, die mit Himmel und Erde gleichzeitig verbunden sind? Eva-Maria Mora hat mit ihrem Handbuch für feinfühlige, mediale Menschen “Medium zwischen Himmel und Erde” ein wichtiges Thema aufgegriffen.

Das Buch hat mir viel Freude gemacht zu lesen. Es bietet erstklassige Hinweise, Informationen und sehr praktische Übungen, die leicht in den Alltag eingebettet werden können. Eva-Maria Mora schreibt authentisch und kurzweilig und untermauert das Geschriebene mit vielen Begebenheiten aus der Praxis. Dabei schreibt sie nicht überheblich oder als etwas Besonderes, denn sie weiß, in jedem von uns stecken diese Gaben, wir alle können Mittler zwischen den Ebenen Himmel und Erde sein, wenn wir es möchten, zulassen und auch üben.

“Das Leben auf der Erde ist für feinfühlige, mediale Menschen zeitweise unerträglich. Sie fühlen die Schmerzen und Leiden anderer Menschen, auch der Tiere, und spüren einfach alle Lebewesen und Seelen gleichzeitig. Die Energien um sie herum und die damit verbundenen Emotionen werden von ihnen wie unter einem riesigen Vergrößerungsglas, also hundertfach verstärkt empfunden und aufgenommen.” (gelesen im Vorwort auf Seite 11)

Wir alle sind gut so wie wir sind. Und wir alle sind – jeder für sich – etwas ganz Besonderes. Eva-Maria Mora leitet uns liebevoll zur Eigenverantwortlichkeit und zu unserer eigenen Wahrhaftigkeit, unserer Einzigartigkeit an, sie ermutigt uns, unsere Wahrnehmung bewusst und ehrlich anzunehmen und mit ihr umzugehen. Die 22 Übungen im Buch werden von ihr detailliert so beschrieben, dass man sie als ungeübter Leser sehr gut anwenden kann. Man lernt, sich selbst klarer wahrzunehmen, seine Wahrnehmung zu verfeinern und auch zu erweitern.

Vielen Menschen sind heute feinfühlig, hochsensibel, nehmen mehr wahr als andere, gerade Kinder sind noch sehr verbunden mit ihrer natürlichen Spiritualität. Unsere “Macken” sind nicht länger schwarze Schafe, sondern dürfen liebevoll angenommen werden und wahrgenommen werden.

Fazit: Ein wertvoller Ratgeber nicht nur für feinfühlige, mediale Menschen mit vielen effektvollen Übungen. Sehr bereichernd, informativ und unterhaltsam!

Weiterlesen

7:30 Die Minute Ihres Lebens

51MbMT6aPELDas Buch “7:30 Die Minute Ihres Lebens – Wie nur 60 Sekunden am Tag Sie positiv verändern” von Hans Christian Meiser soll uns helfen, bewusst positiv in den Tag zu starten – und dass alles in einer Minute. Klingt gut, dachte ich mir und probierte es aus … Mal davon abgesehen, dass ich mir seit langem eine bewusste, achtsame Morgenroutine angeeignet habe, um kraftvoll, optimistisch, gut gelaunt und positiv in meine Tage zu starten, war ich natürlich sehr neugierig!

Und ich wurde nicht enttäuscht: Hans Christian Meiser gelingt es, mich auf sehr tiefsinnige und liebevolle Art und Weise in den Tag zu schubsen, dabei bewusst bei mir zu sein. Instant-Achtsamkeit sozusagen … So habe ich mir also täglich bewusst Zeit für mich genommen, über den Tag nachgedacht, mich positiv eingeschwungen und mich auf all das Schöne in meinem Leben fokussiert.

Im Buch sind viele Übungen, Affirmationen, aber auch Fragen, die nachdenklich stimmen und den richtigen Knopf in mir gedrückt haben. Es wird auch gezeigt, wie man sich dem negativen im Leben so entziehen kann, es überwindet. Dies sind vor allem interne Prozesse in uns, was Herr Meiser besser gesagt die altgriechische Vorstellung der Sophrosyne “als heitere Gelassenheit der Seele” bezeichnet, die gepaart mit der römischen Schule der Unerschütterlichkeit und der buddhistischen Vorstellung des Mitgefühls zu einer befriedigenden Geisteshaltung führen kann.

Hierzu noch einmal der Autor selbst (Seite 11):

“Aus dieser besonderen Melange kann eine befriedigende Geisteshaltung entstehen, der es gelingt, die Fülle des Lebens jeden Tag zu erfahren und zu feiern – und jedes Erleben immer wieder freudig erstaunt wahrzunehmen wie beim allerersten Mal. Genau das ist es, was Ihnen diese eine Minute, die Sie jeden Tag nur für sich in Anspruch nehmen, schenken wird. Sie werden dabei merken, dass Sie mehr sein können, als Sie sind.”

Fazit: Ein sehr tief gehendes, philosophisches, unterstützendes und nachdenklich stimmendes Buch, das viele sinnvolle und sehr tiefwirkende Übungen aufzeigt, die es dem Leser ermöglich, sich mit sich zu beschäftigen. Sehr gut geschrieben!

 

Weiterlesen

Digitale Depression

81dpONc8NzL

Das Autorenduo Sarah Diefenbach und Daniel Ullrich gehen in ihrem sehr lesenswerten Buch “Digitale Depression – Wie neue Medien unser Glücksempfinden verändern” auf die virtuellen Glücksdämpfer der neuen Medien – allen voran dem allseits bereiten Smartphone – ein.

Beim Versuch, unser Glück online zu konservieren und zu intensiveren sprich zu posten, verlernen wir, unser Glück direkt zu erleben. Die Generation Smartphone ist mehr darauf bedacht, always on zu sein, stets das perfekte Foto für den Facebook-Post zu schießen – “während der magische Augenblick vorbeizieht“. Das Foto wird dann fix gepostet, um wiederum möglichst viele Likes zu generieren und hiermit wiederum Selbstbestätigung zu bekommen. Die bewusste Wahrnehmung des Moments wird weitgehend ausgeschaltet, wir gucken durch die Linse, aber nehmen nicht wahr, was das Auge sieht. Das Foto wird wichtiger als das Ereignis selbst. Und die Fotos verschwinden dann meist im virtuellen Nirvana und werden nicht mehr bewusst angeschaut, sprich erlebt. (Man muss schon auch Glück haben, wenn man die “Sehenswürdigkeiten” überhaupt noch hinter all den Selfiesticks sehen kann – wie nervig sind diese Dinge doch nur!)

Bewegt man sich wie ich – die manchmal völlig vergisst, dass sie ein Handy besitzt, durch den Alltag, dann sieht man vielfach Menschen, die wie Zombies nur noch auf das Display ihres Smartphones starren, die schon Panikattacken bekommen, wenn dem Akku unterwegs der Saft ausgeht. Auch bei Gesprächen blickt man sich oftmals nicht mal mehr in die Augen, sondern einer der Gesprächspartner tippt wie bekloppt auf seinem Smartphone herum. Nicht mal auf öffentlichen Toiletten hat man seine Ruhe, weil meistens ein Zeitgenosse selbst auf dem Klo noch ein wichtiges Businesstelefonat führen muss. Wo ist hier bitteschön der Datenschutzbeauftragte ;-)?

Ich selbst möchte gar nicht so viel von meinen Mitmenschen erfahren, auch nicht, dass die Uschi nun ausgezogen ist oder man seit Tagen an einer Verstopfung leidet. Leider muss ich mir dies meist – insbesondere in den ICEs anhören, auch wenn ich in der Ruhezone sitze. Die eigene Privatsphäre und auch die der anderen leidet massiv. Und was ist mit der Rücksichtnahme auf andere? Die ist durch die permanente Erreichbarkeit leider nicht möglich.

“Technik ist heute schließlich überall und immer dabei. Angefangen bei der elektrischen Zahnbürste über den Kaffee aus dem Vollautomaten und jederzeit abrufbare Ratschläge zu allen Lebenslagen per YouTube bis hin zur Überwachung der Trainingsfortschritte vie Fitness-Armband, dabei immer die Kopfhörer auf den Ohren. Und auch der Austausch mit anderen läuft technikvermittelt. Kontakte knüpft man über Facebook, Instagramm zeigt, wer ich wirklich bin – oder sein will. Via WhatsApp bleibt man immer in Verbindung mit Freunden und Familie, wer noch mehr News aus meinem Leben will, kann meinem Blog folgen.” (Seite 11)

Doch machen all diese Dinge uns wirklich glücklich? Tut es uns gut, was wir in den sozialen Medien tun? Wir alle wollen ein glückliches Leben führen, wir wollen herausfinden, was uns glücklich macht und was wir selbst für unser Glück tun können – was eine der kompliziertesten überhaupt Lebensaufgaben ist. Denn: Glückliche Menschen tun auch der Gesellschaft gut, weil sie weniger Verkehrsunfälle verursachen, hilfsbereiter und großzügiger sind, gesünder leben und effizienter arbeiten.

“Kritische Stimmen zur technischen Durchdringung unseres Alltags gibt es viele. Berechtigte Sorgen um Datenschutz und Privatsphäre beispielsweise. Sorgen um gesundheitliche Gefahren, wie die böse Handystrahlung oder den Mausarm. Oder auch Sorgen um die Degeneration unserer kognitiven Fähigkeiten.” (Seite 12)

Fazit: Ein super empfehlenswertes Buch über den Verlust unseres Glücksempfindens durch die neuen Medien. Ein aufrüttelnder Wachmacher zum reflektierten Umgang mit sozialen Medien & Co.

Weiterlesen