Atlas literarischer Orte

Die geheimen Gänge von Hogwarts erkunden? Yes! Willy Wonkas Schokoladenfabrik besuchen? Oh ja! Die versteckten Winkel von Narnia erkunden? Und wie! Oder mal mit König Artus und der famosen Tafelrunde gemütlich abhängen im großen Rittersaal ;-)? Na, unbedingt! Oder lieber mal mit den Elben zusammensitzen und an wohl mundenden Blättern knabbern? Sowas von gerne! Wer all dies und noch viel gerne einmal in Buchform erleben möchte, dem sei das grandiose Buch „Atlas literarischer Orte“ von Cris F. Oliver, erschienen im Knesebeck Verlag, empfohlen.

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Holmes und ich

So Ihr Lieben, nachdem ich gestern aufgrund irgendwelcher technischer Schwierigkeiten (?) einfach nicht posten konnte, folgt heute die Besprechung, die für gestern geplant war.

Brittany Cavallaro, eine glühende Sherlock-Holmes-Verehrerin, hat mit ihrem Erstling „Holmes & ich – die Morde von Sherringford“ ein sehr lesenswertes Jugendbuch geschrieben. Die Neu-Interpretation der berühmten Geschichten um den sagenhaften Sherlock Holmes und seinem Assistenten Dr. Watson ist Brittany Cavallaro im ersten Fall fabelhaft gelungen. Die Parallelen zu den „echten“ Sherlock-Holmes-Fällen fügen sich perfekt in diese neue Geschichte um die Nachfahren des berühmt-berüchtigten Ermittler-Duos ein.

Und darum geht es: Jamie Watson hat es derzeit wahrlich nicht leicht. Er muss sein von Herzen geliebtes London verlassen, wo er mit seiner Mutter wohnt um ein Elite-Internat in den USA zu besuchen. Dort trifft er auch auf seinen Vater, mit der seit einiger Zeit keinen Kontakt hat und – tatata — auf Charlotte Holmes,Urururenkelin des legendären Detektivs Sherlock Holmes. Und natürlich geschieht auch ein Mord und Jamie und Charlotte müssen selbst ermitteln. Plötzlich stehen die beiden selbst im Zentrum der Ermittlungen und gelten sogar als Hauptverdächtige! Die beiden müssen nun schnell den Mord klären und ihre Unschuld beweisen, doch das ist gar nicht so einfach …

Erster Satz:

„Das erste Mal begegnete ich ihr am Ende einer dieser sich zäh dahinschleppenden Wochentage, die für Privatschulen wie das Sherringford-Internat so typisch sind.“ (Seite 7)

Herrlich auch der Ratgeber bezüglich des Umgangs mit Charlotte Holmes, den Jamies Vater ausgearbeitet hat … Dort steht u.a.:

 

  • Man sollte ungeklärten Mordfällen aus dem Weg gehen, ganz gleich, was Charlotte Holmes einem sagt.

  • Man sollte darauf gefasst sein, nur alle zwei bis drei Jahre etwas Nettes gesagt zu bekommen.

  • Was auch immer man tut, man sollte sich niemals, unter keinen Umständen, in Holmes verlieben.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des sechzehnjährigen James Watson, der ein sehr sympathischer Junge ist. Er träumt davon, Schriftsteller zu werden – wie sein Urururgroßvater Dr. Watson. Er ist sehr talentiert, wirkt aber oft nicht sicher in seinem Verhalten und ist lieber für sich. Jedoch ist er – wenn es sein muss – auch sehr aufrichtig und mag es gar nicht, wenn sich jemand arrogant oder nicht liebevoll anderen gegenüber verhält. Allerdings wird er auch sehr schnell wütend und nutzt seine körperliche Kraft.

Herrlich fand ich auch Charlotte Holmes, die sehr viel von ihrem Urururgroßvater Sherlock Holmes hat. Auch sie ist ein Genie und hat ebenfalls eine sehr präzise Beobachtungsgabe. Und auch in Punkto Arroganz und Überheblichkeit scheint sie ein Abbild ihres berühmten Vorfahren zu sein. Zu Beginn kommt Charlotte nicht sonderlich sympathisch rüber: Sie ist sehr kalt in ihrem Auftreten, drogensüchtig (schon gewagt für ein Jugendbuch!) und sehr eigenwillig.

Die Charakterstudien der beiden Hauptdarsteller sind sehr präzise und ähneln teilweise sehr stark den berühmten Vorfahren. Man spürt einfach, dass Brittany Cavallaro sich sehr gut in der Welt des Sherlock Holmes auskennt (das spürt man auch im Quellenverzeichnis, dort sind viele tolle Bücher über Sherlock Holmes aufgelistet).

Fazit: Eine unterhaltsame, faszinierende Neu-Interpretation des hoch geschätzten Sherlock Holmes! Das Buch liest sich wie ein perfektes Krimi-Dinner – nur für das Essen müsst ihr in diesem Fall selbst sorgen … Sehr lebendig geschrieben, sehr spannend und auch etwas verzwickt, es war, als würde ich beim Lesen mit ermitteln – grandiose Geschichte mit den Nachfahren von Holmes und Watson, der Leser ist stets mitten im Geschehen!

 

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Das Buch der Spiegel

Was für ein grandioses, spannendes Buch! Welch Verwirrspiel hat E.O. Chirovici da mit seinem fabelhaftem „Das Buch der Spiegel“ da erschaffen! Erstmal vorneweg: LEST DIESES BUCH AUF JEDEN FALL! Es wird Euch verwirren, aber auch begeistern, es wird Euch in tiefste, menschlich-psychologische „Spielchen“ hineinziehen, es wird Euch manipulieren! Verwirren! Nachdenklich stimmen! Es wird Euch verschlingen, denn es entsteht ein Lese-Sog, der Euch unaufhörlich immer tiefer und tiefer in das Buch und die Geschichte hinein ziehen wird!

Das Cover führt meiner Meinung nach etwas in die Irre, denn es verleitet zu dem Gedanken, dass es sich beim Buch der Spiegel um einen schauerlichen Roman mit viel Blut in einem englischen Schloss handelt. Dem ist aber nicht so. Vielmehr soll das Cover wohl ausdrücken, das es um das Innerste des Menschen geht, um seine Licht- aber auch Schattenseiten. Um seine tiefsten Begierden, Sehnsüchte etc.

„Erinnerungen sind wie Geschosse. Manchen zischen vorbei und erschrecken dich nur. Andere reißen dich in Stücke.“ Vorgeplänkel Teil 1, Vorstellung Peter Katz, Zitat von Richard Kadrey aus „Kill the Dead“

Und darum geht es: Peter Katz, seines Zeichens Literaturagent und früherer Journalist bekommt ein Manuskript. Das ist nun nichts Ungewöhnliches für einen Literaturagenten. Aber es handelt sich nicht um ein gewöhnliches Manuskript, sondern um eine sehr spannende Geschichte. Die Leseprobe endet abrupt und Peter möchte natürlich wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Doch der Autor – Richard Flynn – liegt im Sterben und Peter kann nicht mehr mit ihm sprechen. So macht er sich auf die spannende Suche nach dem vollständigen Manuskript und deckt eine alte, sehr interessante Geschichte wieder auf. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten!

Es geht um einen Mord, der nie aufgeklärt wurde. Um ein Buvh, das nicht zu Ende geschrieben wurde. Und um ein Rätsel, das niemand lösen kann. Oder doch ;-)?

Der erste Satz:

„Ich bekam das Schreiben im Januar, als alle in der Agentur sich noch von ihrem Festtagskater zu erholen versuchten.“ (Seite 9)

Fazit: Ein höchst empfehlenswertes Buch, sehr tiefsinnig und spannend erzählt! Lesegenuss vom Feinsten!

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Robin Stevens: Mord ist nichts für junge Damen

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Das charmante Debüt „Mord ist nichts für junge Damen“ von Robin Stevens hat mich magisch in seinen Bann gezogen – was nicht zuletzt am tollen Cover des Buches lag ;-). Die Autorin war bis dato weitgehend unbekannt und die Vorabkündigung, dass es sich hier um ein Buch im guten, alten britischen Stil von Agatha Christie handeln sollte reichte schon, um meine Neugierde zu schüren.

Die beiden 13-jährigen Schülerinnen Daisy Wells und Hazel Wong besuchen 1934 die Deepdean-Mädchenschule und haben dort eine streng geheime Detektei gegründet. Daisy fungiert als die Vorsitzende des Dektetivbüros und Hazel ist die Schriftführerin. Bis dato haben sie nicht sonderlich aufregende Aufträge gehabt – lediglich heimlich fremde Tagebücher lesen und Schülerinnen hinterher zu spionieren ;-). Doch dann findet Hazel in der Turnhalle die Leiche einer Lehrerin … die Minuten später wie vom Erdboden verschluckt scheint.

Und nun fängt das wahre Lesevergnügen an ;-). Die Geschichte – sprachlich im Stile der Agatha-Christie-Bücher ist wunderbar und passt hervorragend zur Geschichte.

Hazel, die sympathische Ich-Erzählerin Hazel, die ich sofort ins Herz geschlossen habe, hat einen wahrlich trockenen britischen Humor, isn´t it ;-)? Hazel ist ihrer Freundin Daisy gegenüber loyal und passt sich ihr sehr an. Während Daisy oft grob, zickig und nicht immer sonderlich freundlich gegenüber Hazel daher kommt. Im Buch finden die beiden jedoch gegen Ende der Kriminalgeschichte zueinander, ihr Umgang wird auf beiden Seiten respektvoller und freundlicher – auf Augenhöhe.

Doch lest das Buch unbedingt selbst – es ist herrlich und gemütlich. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, obwohl es der erste Band einer Reihe von Wells & Wong ist – ich freue mich auf den 2. Teil, der bisher vom Verlag noch nicht angekündigt wurde.

Erster Satz:

„Es geschah nach dem Literaturclub, am Montag, dem 29. Oktober.“

Besonders gut gefallen hat mir die  Übersichtskarte der Schule im Innendeckel des Covers:

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Eine Leseprobe findet sich hier.

Fazit: „Mord ist nichts für junge Damen“ ist eine charmante Geschichte mit feinem britischen Humor. Nichts im Buch ist zu viel und nichts ist zu wenig – alles ist perfekt aufeinander abgestimmt – von der Sprache über die beteiligten Personen bis hin zur Handlung und Authentizität der Geschichte. Wie bei Agatha Christie ist der Kriminalfall sehr besonders und spannend ohne sonderlich aufregend zu sein, doch genau das macht das zauberhafte Jugendbuch so hinreißend. Ein großartiges und sehr empfehlenswertes Buch auch für Erwachsene, Auftakt einer tollen Krimireihe!

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Maria Lang: Tragödie auf einem Landfriedhof

81XFn-r7WSLDas zweite Buch von Maria Lang – mit dem Titel „Tragödie auf einem Landfriedhof“ hat mir auch sehr gut gefallen. Schlägt man das Buch, findet sich ein gemaltes Bild in schwarz weiss, das einen Ausschnitt des Ortes zeigt, wo der besagte Landfriedhof des Buches skizziert ist. Danach folgte eine Namensliste der Mitwirkenden – natürlich ist auch wieder Prof. Ekstedt mit an Bord 😉 und diesmal auch sein jüngerer Bruder Tord Ekstedt und Pfarrer von Västlinge und Kila. Doch das idyllische Landleben und der Frieden in Västlinge werden jäh gestört, als Arne Sandell, der Besitzer eines Gemischtwarenladen im Ort spurlos verschwindet. Seine sehr blonde Gattin Barbara wendet sich zuerst an den Pfarrer Tord Ekstedt … Und dann nimmt alles seinen Lauf …

Fazit: Ein tolles Buch mit viel schwedischer Weihnachtsstimmung, einem Mord a la Agatha Christie, kurzweilig und interessant – ein tolles Vintage-Lesevergnügen für alle Fans des gediegenen und nicht so mordlustigen Kriminalromans – für Schwedenfans ohnehin Pflichtlektüre! Das Cover ist wunderschön und eine Zier im Bücherregal ;-)! Absolut empfehlenswert!

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Maria Lang: Nicht nur der Mörder lügt

nicht nur der mörder lügtMaria Langs Kriminalroman „Nicht nur der Mörder lügt“ ist erstmals 1949 erschienen. Der Debütroman der schwedischen „Agatha Christie“ schlug ein wie eine Bombe und wurde jetzt von den Lesern weltweit wiederentdeckt, weil die ersten sechs Romane von Maria Lang 2013 in Schweden neu verfilmt wurden und gerade international neu entdeckt werden..

Die Geschichte:  Eine einsame Insel in Schweden mitten in einer reizvollen Seenlandschaft. Ein Paradies für gestresste Städter und nun, so kurz vor Mittsommer, der ideale Ort für eine Handvoll Gäste, die sich hier im aparten Sommerhaus des Historikers Rutger Hammar versammelt haben. Sie sind gekommen, um ausgiebig zu tanzen, zu schwimmen, delikat zu essen und anregende Gespräche zu führen. Die Stimmung ist ein wenig frivol und überaus locker. Doch plötzlich wird aus dem vermeintlichen Spiel blutiger Ernst, denn eines Morgens ist einer von ihnen tot., was heißt, dass ein anderer von ihnen zum Mörder geworden sein muss. Nur wer? Und warum? Klar ist nur eins, lügen tun sie alle.

Erster Satz:

Erster Satz Maria Lang Nicht nur der Mörder lügt

 

 

 

 

Fazit: Mal ein etwas anderer schwedischer Kriminalroman. Maria Lang ( 1914-1991) gilt als eine der ersten Krimiköniginnen Schwedens. Ihre Romane sind oft schrullig und die rätselhaften Morde sehr seltsam. Nicht um sonst, kannte man sie auch als die schwedische Agatha Christie. Ein absolutes Must-have für Fans der nordischen Krimis, dieses Buch ist quasi Basisliteratur für Krimifans – besonders für Fans des Schwedenkrimis. „Nicht nur der Mörder lügt“ sollte in keinem gutsortierten Buchregal fehlen ;-)!

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Krimi! Mord und Totschlag in der Literatur

Krimi!

Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi haben mit „Krimi! Mord und Totschlag in der Literatur“ ein äußerst zauberhaft gestaltetes kompaktes Büchlein erschaffen. Auf nur knapp 80 Seiten gelingt es den beiden Autorinnen wichtige Bücher der Kriminalliteratur kompakt vorzustellen und auch noch das nötige und äußerst informative Hintergrundwissen zu transportieren.

Natürlich darf auch eine Übersicht über die berühmtesten Krimi-Helden(Seite 28/29) und berühmten Krimi-Heldinnen (Seite 36/37) nicht fehlen. Sehr interessant fand ich auch die wahren Jobs der Krimi-Autoren (Seite 50/51).

Unter “Krimi Shorts – Werke kurz und knapp” werden z.B. wichtige Bücher der Kriminalliteratur mit sehr wenigen Sätzen vorgestellt, zusammengefasst und Vorsicht! – auch aufgelöst. Wer also gewisse Bücher noch nicht gelesen, sollte die entsprechenden Seiten rasch überblättern ;-).

Mich haben die Hintergründe und das Wissen, wie z. B. woher der Begriff „Detektiv“ stammt oder wer ist der Vater oder die Mutter des Kriminalromans? Super genial auch die Grafik über die verschiedenen Detektiv-Prototypen (Seite 24/25)!

Fazit: Ein absolutes Must-have für jeden Krimi-Liebhaber und ein zauberhaftes, weil wunderschön gestaltetes Weihnachtsgeschenk! Aber Achtung: Einige Fälle werden aufgeklärt! Also wer alle diese Bücher noch nicht gelesen hat, sollte die entsprechenden Seite überblättern …

 

 

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Agatha Christie: Bertram`s Hotel

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Ein noch unbekannter Krimi von Agatha Christie – ein Fall für Miss Marple, den ich noch nicht kenne? Geht gar nicht!

Verzückt und leicht amused las ich den toll vom geschätzten Atlantik Verlag aufgemachten Kriminalroman „Bertram`s Hotel“ und war begeistert!

Inmitten der blutrünstigen und mit mindestens 1000 Toten ausgestatteten Herbst-Neuerscheinungen 😉 ist dies ein herrlich nostalgischer und ruhig zu lesender Kriminalroman – genau richtig in diesen doch sehr turbulenten Zeiten.

Darum geht es: Miss Marple gönnt sich im viktorianisch, nostalgischen Ambiente des Bertram´s Hotels einen Entspannungsurlaub. Doch Miss Marple wäre nicht Miss Marple, würde dort nicht ein Mord geschehen. Und genauso ist es: Einer der Gäste verschwindet spurlos und niemand will etwas gesehen haben… Und unsere allseits geliebte Miss Marple erkennt, dass selbst in der heilen Welt des Bertram`s Hotel nicht alles gold ist, was glänzt …

Der noch unbekannte und neu übersetzte Kriminalroman, der in Bertram´s Hotel spielt,  ist gespickt mit kleinen, typisch britischen Geschichten mit überraschenden Wendungen …

Fazit: Ein Must-have für alle Miss-Marple- und Agatha-Christie-Fans sowie Fans des britischen Humors. Ich habe mich köstlich amüsiert!

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Agatha Christie: Das Geheimnis von Greenshore Garden – ein Fall für Hercule Poirot

agatha christie

Agatha-Christie-Fans aufgepasst: Der Atlantik-Verlag hat zum 125-jährigen Geburtstag (es gibt auch eine tolle Webseite: www.agathachristie125.de) von Agatha Christie einige Titel „restauriert“ und neu aufgelegt. Eines davon ist die 2013 in England übersetzte Novelle „Das Geheimnis von Greenshore Garden„. Diese nach 60 Jahren wiederentdeckte und bis dahin unveröffentlichte Geschichte der Königin des Krimis , die später von der Autorin zum Roman „Wiedersehen mit Mrs. Oliver“ erweitert wurde.

Im Vorwort meldet sich auch der Enkel von Agatha Christie zu Wort, was mir sehr gut gefallen hat, denn er erzählt auch die Parallelen aus dem wirklichen Leben, die zur Entstehung dieser Geschichte beigetragen haben. So erfährt der Leser noch nicht bekannte biographische Details der Grand Dame des Kriminalromans. Zudem ist das kleine Büchlein ein echter Hingucker mit einem phantastischen Cover. Super: Oben ist die Unterschrift von Agatha Christie abgedruckt und auf dem Cover sind man den kultigen Hercule Poirot bei seinen Untersuchungen.

Wer also den Roman über Mrs. Oliver kennt, der wird erfreut sein, dass der Atlantik Verlag nun mit „Das Geheimnis von Greenshore Garden“ die unbekannte Frühfassung des schon bekannten Romans publiziert hat. Im Vergleich zum Roman scheinen in der Novelle keine wesentlichen Informationen zu fehlen. Klar geht der Roman sehr viel mehr ins Detail, Poirot beschäftigt sich dort mehr mit den verschiedenen Nebenfiguren, so wird auch eine größere Spannung erzeugt. Dies ist natürlich in der kleinen Geschichte um Greenshore Garden nicht möglich, denn ist der Grundaufbau beider Werke der gleiche. Schön fand ich auch, dass sich einige der wichtigen Sätze des Romans schon in der Frühfassung befanden – es ist interessant zu sehen, wie Agatha Christie an einem Buch gearbeitet – gerade an Frühfassungen erkennt man ja oft auch die Denkweise und Strategie beim Schreiben eines Autors …

Fazit: Eine kleine feine Kriminalgeschichte, interessant und lesenswert. Hercule Poirot ist klasse wie immer! Für Agatha Christie Fans ist dieses Buch ohnehin ein Muss und als Weihnachtsgeschenk auch ein wundervoller Hingucker unterm Tannenbaum. Das Cover ist bezaubernd!

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Gelesen: Der Tod kommt nach Pemberley

tod nach PemberleyDer Kriminalroman „Der Tod kommt nach Pemberley“ der Queen of Crime P.D. James knüpft nahtlos an den Klassiker „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen an.

Sechs Jahre sind seit der Hochzeit von Elizabeth und Mr. Darcy vergangen, die beiden sind immer noch glücklich miteinander, haben zwei wundervolle Söhne, Jane lebt mit Mr. Bingley und ihren Kindern in der Nähe …  Doch plötzlich geschieht im Wald von Pemberley ein grausames Verbrechen – darin verwickelt ist natürlich der von Mr. Darcy verachtete von den Frauen jedoch geliebte  Mr. Wickham. Allein die Fortführung der Geschichte von Jane Austen auf eine derart bezaubernde und nahtlos anknüpfende geniale Weise lohnt das Lesen dieses wundervollen Buches.

P.D. James gelingt es meisterhaft in der Sprache von Jane Austen zu schreiben und die Entwicklung der einzelnen Charaktäre ist so gut gemacht, dass es sich auf jeden Fall lohnt, das Buch zu lesen. Ein „MUST-READ“ für alle Jane-Austen-Fans!

Der Kriminalroman gibt sehr interessante Einblicke in das Rechtssystem des 18. Jahrhunderts in England wieder. Ich habe es sehr gerne gelesen!

Einziges Manko: Es ist zuviel von Mr. Darcy und seinen Denkweisen zu lesen – das macht ihn mir zu simple!

FAZIT: LESEN!!!! Durchaus gelungener Kriminalroman!

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