Gelesen: Das kleine große Glück

das kleine große glück„Das kleine große Glück“ von Lucy Dillon fordert uns auf, Dinge, die wir nicht dringend zum Leben brauchen oder an denen besondere Erinnerungen, aus unserem Leben auszumisten. Das Buch fordert uns aber auch auf, im Jetzt zu leben.

Gina, die Hauptperson, hat sich gerade von ihrem Mann getrennt. In Rückblenden erfahren wir von ihrer Erkrankung, von ihrer ersten großen Liebe Kit, wie sie ihren jetzigen Mann Stuart kennengelernt, von ihrer Familie, ihrer Freundin, ihr Studium. In der Jetztzeit ist sie gerade in eine neue Wohnung gezogen, die Scheidung läuft und sie musste sich von ihrem Traumhaus im Vintagestil trennen. Im Laufe ihres Einzugs in die neue Bleibe sortiert sie Erinnerungen aus, Dinge, die ihr am Herzen liegen. Sie spendet diese, sie verkauft diese, verschenkt diese … Doch 100 Dinge möchte Gina behalten.

Ich habe das Buch anfänglich doch etwas mühsam gelesen. Die Kapitel beginnen immer mit einem Gegenstand aus Ginas Besitz und der Schreibstil und auch die vielen Schicksalsschläge, die Gina mit ihren zarten 33 dann 34 Jahren nehmen muss, fand ich doch etwas heftig und viel für eine einzige Geschichte. Geärgert habe ich mich über den offenen Schluss, denn man möchte doch eine Geschichte abgeschlossen lesen …. Vielleicht gibt es aber noch eine Fortsetzung – keine Ahnung, warum die Autorin dies für ihre Geschichte gewählt hat.

Fazit: Eine emotionale, an manchen Stellen durchaus weise Geschichte, die sich entwickelt, die auch an manchen Stellen etwas langatmig ist – gerade bei den Sprüngen in die Vergangenheit. Die Übergänge zwischen früher und jetzt sind auch nur durch Absätze voneinander getrennt. Die Hälfte der Seiten hätte auch gereicht, um alles zu erzählen. Suboptimal ist der offene Schluss, hat mir gar nicht gefallen, wo doch zum Schluss so weise Worte gefallen sind, wie z. B. immer im Jetzt zu leben und auch die kleinen Dinge des Alltags zu sehen und auch zu genießen. Es sind kleine feine emotionale Momente in der Geschichte, die mich zu Tränen rührten, z. B. wie Gina das erste Mal von ihrem Adoptivhund Buzz, der auch ein schweres Los gezogen hat und schwer Vertrauen zu Menschen aufbauen kann, umarmt wird. Das Cover ist bezaubernd und passt wundervoll zur Geschichte, aber ein Cover macht noch kein gutes Buch ;-(. Kann man lesen, muss man aber nicht!

 

Das schreibt der Verlag:

Nach ein paar schwierigen Jahren, die sie am liebsten vergessen würde, fängt die dreiunddreißigjährige Gina Bellamy noch einmal ganz von vorne an. Dabei stellt sie fest, dass all die Habseligkeiten, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, gar nicht mehr so recht zu ihr passen. Gina fasst einen Entschluss: Sie behält nur die 100 Dinge, die ihr am wichtigsten sind. Der Rest wird verschenkt oder verkauft. Doch während sie ihr Leben aufräumt, muss sich Gina nicht nur ihrer Vergangenheit stellen – sie erlebt auch eine Zeit voller Überraschungen, Freundschaft und Liebe und erkennt, was wirklich wichtig ist.

 

Über die Autorin:

Lucy Dillon lebt in einem renovierungsbedürftigen Bauernhaus in einem Dorf in der Nähe von Hereford. Ihre Romane schreibt sie zwischen den Spaziergängen mit ihren Vierbeinern und den Versuchen, den Bauarbeitern nicht in die Quere zu kommen. „Das kleine große Glück“ ist Lucy Dillons fünfter Roman. Ähnlichkeiten mit ihrer Familie oder ihren Bauarbeitern sind rein zufällig − die Hunde dürften sich allerdings wiedererkennen.

 

Buchinformationen: