Die Gabe

Was wäre wenn die Frauen mächtiger wären als Männer in einer Gesellschaft? Wenn die Frauen das starke Geschlecht wären? Das ist das Kernszenario von Naomi Aldermans weltweit für Aufsehen erregenden Roman “Die Gabe” (im englischen Original: The Power).

Weltweit tragen Mädchen und Frauen plötzlich “Die Gabe” in sich: Sie können durch bloße Berührung anderen Menschen mittels Stromstößen Schmerzen  zufügen und sogar töten. Plötzlich zählen die Männer zum “schwachen” Geschlecht … doch die Frage ist: Ist eine von Frauen beherrschte Welt wirklich eine bessere Welt?

Wir begleiten vier verschiedene Frauen mit unterschiedlichen Blickwinkeln. Da ist zum einen die Senatorin Margot, die uns in der Geschichte die politische Lage aufgrund dieser Veränderungen erzählt. Die erste Frau, die die Gabe an sich entdeckt hat,  ist die skrupellose Roxy, die einer Londoner Verbrecherfamilie entstammt, sie zeigt uns in der Geschichte, wie man die Gabe für niedere Motive einsetzen kann.  Allie hingegen repräsentiert den religiösen Part, sie wird zur gottgleichen “Mother Eve” und verkündet, dass Gott eine Frau ist und möchte die Religionen der Welt vollends auf den Kopf stellen. Interessant aber nicht verwunderlich ist zu lesen, wie sich ihre stetig wachsende Anhängerschaft zu einem Fanatismus hin entwickelt, den wir in der Geschichte schon oft miterleben durften. Es zeigt auch, wie manipulierbar wir Menschen doch sind, was auch nichts Neues ist. Die vierte Person in der Geschichte ist Tunde, ein Mann, der als das Nachrichtenmedium fungiert und ziemlich eng mit den Frauen agiert und auch von ihnen akzeptiert wird …

“Die Kraft zeigt sich immer in derselben Form, der eines Baumes.” (Gelesen auf Seite 3)

Es ist im Grunde eine Geschichte, die die heutige Gesellschaft umkehrt: Plötzlich sind Frauen stärker als Männer … Die Männer mutieren zu Quenglern, die Frauen beschuldigen, nur wegen der Gabe in ihrer Karriere weiterzukommen … Die Männer kommen damit nicht so gut klar, denn auf einmal gibt es jetzt boys-only-Räume etc. die Männer in Sicherheit vor den Frauen sind. Manches davon fand ich aber beim Lesen übertrieben und nervig  …

Fazit: Man nehme etwas aus Orwells “1984”, Huxleys “Schöne neue Welt”, Thomas Manns “Utopia”, Burgess`”Clockwerk Orange”, Bradburys “Fahrenheit 451”, Atwoods “Der Report der Magd” (der mir besser gefallen hat) und “Die Tribute von Panem” und mische das zu einer “neuen” Dystopie zusammen … Eine verstörende und nachdenklich stimmende aber auch sehr verwirrende feministische Dystopie, die  mich aber letztlich nicht vollends überzeugen konnte aufgrund der fehlenden Tiefe einiger Handlungsstränge des Plots und deren Zusammenhänge … diese haben sich mir nicht erschlossen und ließen mich mit einem großen Fragezeichen ratlos und unbefriedigt zurück. Auch an die eigentümliche und trockene Sprache muss man sich erst mal gewöhnen und im Buch finden sich leider keine interessanten Charaktere, die einem bei Leselaune halten. Schade, hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt … Die Geschichte an sich ist wahrlich spannend und sehr interessant, jedoch zu 100 Prozent begeistern konnte sie mich leider nicht … Gut gefallen hat mir, dass Männer per se nicht schlecht gemacht werden, das ist leider auch nicht immer so selbstverständlich …

 

Das schreibt der Heyne Verlag:

Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiederbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird.

Über die Autorin:

Naomi Alderman ist in London aufgewachsen und studierte in Oxford und an der University of East Anglia. Sie stellt bei BBC Radio 4 „Science Stories“ vor und ist Professorin für Kreatives Schreiben an der Bath Spa Universität. Als Autorin wurde sie bereits mehrfach mit Preisen für junge Autoren ausgezeichnet. Für Die Gabe wurde ihr der renommierten Baileys Women’s Prize for Fiction verliehen. Naomi Alderman lebt in London.

Buchinformationen:

  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag, erschienen am 12. Februar 2018
  • Preis: 16,99 Euro
  • ISBN-13: 978-3453319110
  • Originaltitel: The Power
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