Elfenkrone

In „Elfenkrone“ von Holly Black (sehnlichst von mir erwartet, weil ich schon die englische Ausgabe lesen konnte) geht es um Elfen (haha) und Menschen. Die Eltern von Jude und ihren beiden Schwestern werden von einem merkwürdigen und gefährlich aussehenden Fremden ermordet – vor den Augen der Kinder. Dieses Wesen ist Madoc, der Vater der ältesten Schwester von Jude. Er verschleppt die Kinder ins düstere und äußerst brutale Elfenreich (vergesst Legolas und die mystischen Bilder, die ihr von Tolkien im Kopf habt mal ganz schnell). Die drei Mädels werden wohl nie mehr zurück in die Menschenwelt gehen dürfen oder können. Die beiden Jüngeren der Schwestern – Jude und Taryn – kommen damit besser zurecht, als ihre ältere Schwester Vivi. Sie akzeptieren ihre neue Heimat und versuchen, das Beste draus zu machen, auch wenn sie von den Elfen echt mies behandelt werden, während die rebellische (und äußerst geheimnisvolle) Vivi dann und wann ins Menschenreich verschwindet.

Jude und Taryn lernen im nicht sehr wertschätzenden Alltag in der Elfenwelt zu kämpfen, sich zu behaupten und besuchen auch die Elfenschule. Jude ist ganz klar die begabtere Kämpferin, doch das macht sie bei den Elfen nur noch mehr zur Außenseiterin. Und Taryn kommt wie Vivi sehr geheimnisvoll und noch nicht so klar rüber beim Lesen … Aber es kommen ja noch weitere Bücher …

Holly Black hat mit der „Elfenkrone“ eine sehr düstere und äußerst vielseitige, magische Welt erschaffen. Hier fliegen keine Glitzerelfen durch die Luft und es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen – im Gegenteil. Hier geht es sehr brutal zu und es wird gemordet und intrigiert ohne Ende.

„Weil du wie eine Geschichte bist, die noch nicht passiert ist. Weil ich sehe möchte, was du tust. Ich  möchte dabei sei, wenn sich die Handlung entfaltet.“ (Gelesen auf Seite 130)

Der Schreibstil von Holly Black hält bei Laune, auch wenn ich jetzt stimmungsmäßig nicht so sehr in das Buch eintauchen konnte. Die kreativen, magischen Ideen halten bei Laune und begeistern am Ende doch.

Mir war bis zum Schluss nicht klar, wo diese Geschichte eigentlich hin möchte und es wurde auch nicht das Potenzial aller Charaktere gänzlich ausgeschöpft. Und doch gab es überraschende Wendungen, Momente der großen Emotionen, umhüllt von einer bildhaften und lebendigen Sprache.

„Im Märchen geschehen keine schönen Dinge. Und wenn doch, passiert direkt danach etwas Schlimmes. Sonst wäre die Geschichte langweilig und keiner würde sie lesen.“ (Gelesen auf Seite 172)

Fazit: Ein Buch, dass ich gerne gelesen habe, auch wenn es mich so ganz begeistern wollte wie andere Jahreshighlights. Die etwas andere Elfenwelt ist schon sehr faszinierend und die magischen Wesen im Buch sind so gänzlich anders als erwartet ;-). Ich bin gespannt auf Teil 2!

Inhalt:

»Natürlich möchte ich wie sie sein. Sie sind unsterblich. Cardan ist der Schönste von allen. Und ich hasse ihn mehr als den Rest. Ich hasse ihn so sehr, dass ich manchmal kaum Luft bekomme, wenn ich ihn ansehe…« Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will…

Über die Autorin: 

Holly Black wurde 1971 in New Jersey geboren. Sie wurde durch ihre Fantasy-Reihe Die Spiderwick-Geheimnisse bekannt, die auch verfilmt und zu einem internationalen Bestseller wurde. Holly Black lebt mit ihrer Familie und mit vielen Tieren in Amherst, Massachusetts.

Buchinformationen: 

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: cbj Verlag, erschienen am 19. November 2018
  • Preis: 18,00 Euro
  • ISBN-13: 978-3570165263
  • Vom Verlag empfohlenes Lese-Alter: Ab 14 Jahren
  • Originaltitel: Folk of the Air #1 – The Cruel Prince