Heute arbeite ich wieder meine tollen Bücherstapel ab – was für eine Freude!
Euch wünsche ich einen zarten, liebevollen, warmen und kuscheligen Sonntag, bis morgen!
Ach, eine Frage habe ich noch: Was lest ihr denn gerade so?
Autor: Martina
Stricken – so einfach geht´s
Liebe Frau Bewernick! Herzlichen Dank für das wundervolle Strick-Buch mit den tollen und auch einfachen Anleitungen. Oft hat man als Anfänger, der ein Strickbuch durchblättert, schnell ein Gefühl der Überforderung und klappt das Buch erschreckt und schnell wieder zu und strickt weiter einfach nur Schals für die ganze Welt. Nicht so aber in Ihrem Buch. Ich hatte Lust zu stricken, keine Ängste mehr, die Anleitungen überhaupt zu kapieren, sondern habe mich flugs und zügig ans Werk gemacht. Mein erstes Strickprojekt: Der Boleroschal – der wird sicher ein Jahr dauern, aber das ist egal, es wird ja immer wieder Winter und es macht Spass. Stricken ist für mich wie Yoga, Meditation, Entspannung, nirgend kann ich meine Gedanken so schweifen lassen wie beim Stricken. Habe ich eine Entscheidung zu treffen, greife ich zum Strickzeug und lasse meine Gedanken einfach treiben, irgendwann kommt die Lösung …
Ich danke von Herzen für dieses ermutigende Strickbuch!
Fazit: Besonders für Anfänger tolle, umsetzbare Strickprojekte – aber auch fortgeschrittene Strickerinnen können hier noch das eine oder andere neue Must-have entdecken!
Trauer mal anders: An jedem neuen Morgen
Als Amy Solomon Rosenblatt stirbt, ist sie gerade einmal 38 Jahre alt. Die Mutter dreier Kinder stirbt zuhause und wird von ihren Kindern gefunden, ihr Mann – Mediziner, kann sie nicht mehr ins Leben zurückholen. Was dann beginnt, ist Familienzusammenhalt pur: Die Großeltern – Amys Eltern – ziehen zu ihrem Schwiegersohn, um ihm bei der Versorgung der drei Kinder zu helfen. Ich stelle es mir als eine der schlimmsten Erfahrungen für Eltern vor, das eigene Kind zu verlieren. Roger Rosenblatt schreibt in “An jedem neuen Morgen” darüber und schildert – ziemlich nüchtern – wie ich finde – den Familienalltag nach dem Tod der wichtigsten Person – der Mama. James – das jüngste Kind ist beim Tod der Mutter gerade einmal 20 Monate alt, er hat auch seine Mama gefunden, die beim Fitness-Training kollabierte und nicht mehr zu retten war. Die Großeltern versuchen, ihre Tochter so gut es “ersetzen”, aber wie soll man das schaffen, wenn dieser jemand doch eigentlich unersetzlich war?
Roger Rosenblatt schreibt über seine Wut und auch wie sein Schwiegersohn, ein eher nüchterner, stiller Mensch mit der Trauer umgeht. Das Buch entstand aus einer Reihe von Essays und Geschichten, die vorher in Zeitungen und Zeitschriften von Roger Rosenblatt erschienen sind. Dann und wann hat man den Eindruck, dass es eben eine lose Ansammlung von Geschichten und Anekdoten ist. Klar hätte man einiges besser machen können, aber das Buch ist nun mal eben so geworden. Unglaubwürdig fand ich diese gespielte Harmonie nach so einem Schicksalsschlag, vielleicht liegt das auch an der Übersetzung oder einfach daran, dass man das in Amerika vielleicht einfach so macht. Always think positive … I don´t know! Etwas gefehlt hat mir einfach die persönliche Note des Autors und von seiner Familie, die Nennung der zahlreichen – auch prominenten – Trauergäste hinterließ bei mir nur einen faden Beigeschmack – wen interessiert das schon … Ich hatte den Eindruck, dass sich der Autor hier etwas profilieren wollte, er hat auch stets betont, was seine Kinder von Beruf sind, was sie studiert haben, natürlich sind alle Juristen, Ärzte etc. geworden.
Es ist ein kurzweiliges, trauriges Buch, mit zarten Untertonen, das mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Ich habe mir vorgenommen, intensiver in der Gegenwart zu leben, jeden Augenblick mit meiner Familie zu genießen, mehr im Jetzt zu sein! Es ist ein Buch, dass man lesen kann, aber nicht muss! Mir ist wegen des tollen, gemütlichen und heimeligen Covers ins Auge gestochen und auch, weil ich dünne Bücher sehr schätze ;-)!
Fazit: “Wir müssen die verbleibende Zeit zu schätzen wissen”! Also weg vom Computer raus in die Natur oder einem besonderen Menschen seine volle Aufmerksamkeit schenken – wir haben verlernt, mit anderen mitzufühlen, in Kontakt zu sein wie Amy es jeden neuen Tag getan hat – wir haben verlernt selbstlos zu sein, einem Menschen, der unsere Hilfe braucht, unsere vollste Aufmerksamkeit zu schenken und ihm zuzuhören, ohne in der Unterhaltung sein Leid mit einer Geschichte aus unserem Leben zu übertrumpfen! Wir brauchen wieder mehr ein Miteinander, nicht erst, wenn uns Schicksalsschläge treffen, sondern täglich auch im Alltag!
Geschenketipp Valentinstag: Durch die Blume
Das zauberhafte Buch “Durch die Blume” von Emma Giuliani, erschienen im Knesebeck Verlag, ist ein wundervolles, zartes, poetisches kleines Büchlein im Leporello-Look. Ohne Worte zeigen die lebendigen Kleinode überraschende Mitteilungen “durch die Blume”. Es ist ein magisches, kleines, feines, zartes und dennoch kraftvolles Büchlein, das man gerne durchblättert und gerne als erinnernden Hingucker der Gegenwart und der Poesie in einem Raum, wo man sich häufig aufhält, aufstellen mag ;-). Lasst Blumen sprechen ;-)!
Fazit: Unbedingt kaufen! Valentinstag steht vor der Tür – warum nicht das Buch als immerwährenden Blumenstrauß verschenken ;-)!
Gelesen: Die magische Kraft der Pflanzen
Ein tolles und informatives ist das im BLV Verlag erschienene Buch “Die magische Kraft der Pflanzen”, in dem viel über altes Kräuterwissen zu lesen ist. Den Autorinnen ist ein wundervoll kurzweiliges Pflanzenbuch gelungen, das sehr viel Freude bereitet. Ich habe schon viele Kräuterbücher gelesen, aber in diesem fand ich noch neues “altes Wissen”, das sehr interessant war. Dazwischen gibt es noch die einen oder anderen Rezepte und auch Räuchermischungen. Klasse!
Fazit: Für alle Kräuterliebhaber ein Muss!
Gelesen: Heute zieht das Glück ein (myBooks)
Das Buch “Heute zieht das Glück ein” von Martina Goernemann aus der myBooks-Reihe des Südwest-Verlages hat mich mehr als überrascht. Erwartet hatte ich ein Einrichtungsbuch mit tollen Bildern und Notizseiten für meine Ideen … Das bietet das Buch auch, darüber hinaus finden sich in dem schön zu schmökernden, kurzweiligen, kreativ-anregenden Büchlein aber auch jede Menge brauchbare Alltags- und Haushaltstipps! Ich bin begeistert!
Fazit: Ein schönes kleines Büchlein für die beste Freundin, die liebste Schwiegermama, die liebe Nachbarin – einfach für alle, die gerne Schönes anschauen ;-)!
Gelesen: Den Himmel gibt`s echt
“Den Himmel gibt´s echt” von Todd Burpo ist ein kurzweiliges Buch, das man in einem Zug gut lesen kann. Es ist liebevoll geschrieben und der kleine Junge Colton hat mich verzaubert und die Geschichte, die die Familie durchgemacht hat mich sehr berührt.
Die Geschichte ist schnell erzählt:
Der kleine Colton ist beinahe vier Jahre alt, als er lebensgefährlich erkrankt (das hat mich auch etwas gestört, dass die Eltern einfach nicht gesehen haben, dass das Kind in Lebensgefahr schwebt, weil sie auf einen Arzt gehört haben, obwohl es Colton immer schlechter und schlechter ging und er sich permanent übergeben musste … sehr merkwürdiges elterliches Verhalten, denn Kinder trocknen ja rasch aus!) und operiert werden muss. Sein Vater Todd Burpo, ein Pastor und sich gerade selbst erst von mehreren Erkrankungen erholt hat, erkennt, dass sein Sohn dem Tod sehr nahe ist und lässt seine Wut, seine Trauer und bittet Gottes Hilfe, während sein Sohn operiert wird. Und obwohl er sich Gott mehr vorwurfsvoll als bittend genähert hat, wird sein Gebet erhört. Colton erholt sich ganz plötzlich. Später erfährt seine Familie, dass er 3 Minuten tot und im Himmel war. Nach und nach erzählt der kleine Junge von seinen Erlebnissen im Himmel während dieser drei Minuten und zeigt, wie dehnbar doch Zeit in der Ewigkeit des Himmels ist.
Glauben ist im Grunde sehr einfach, macht es wie die Kinder! Tut es einfach!
Einziges Manko: Der Autor und Vater des Jungen hat sich meiner Meinung nach etwas zu sehr in den Vordergrund geschrieben. Wenn ich mir Amerika in seiner Gesamtheit so anschaue, gerade was die Waffen und Überwachungsthematik angeht, fällt einem wirklich schwer an den Himmel zu glauben – auch hinsichtlich der Tatsache, was sich in den letzten Tagen so an Wahnsinn in der Welt breit gemacht hat. Dennoch ein Hoffnungsschimmer, wenn auch – Stammleser wissen das – aus amerikanischer Feder, damit habe ich ja immer so ein wenig meine Bedenken … manches ist mir einfach zu positiv und weltfremd geschrieben. Eine gewisse Skepsis bleibt also auch nach der Lektüre dieses Buches … Auch die Vermarktung dieses Titels finde ich ziemlich daneben, passt nicht zu einem demütigen Pastor!
Fazit: Für Zweifler ein ganz nett, für Menschen die schon viel über den Himmel gelesen nicht zwingend notwendig. Man liest nicht viel Neues darin, wenn man sich mit der Thematik beschäftigt …
Lese-Sonntag
Gelesen: Lese-Rechtschreibstörung
Das Buch “Lese-Rechtschreibstörung – Grundlagen, Diagnostik, Interventionen” von Claudia Steinbrink und Thomas Lachmann, erschienen im Springer Verlag, gibt einen sehr guten und strukturierten Überblick über die sogenannte Lese-Rechtschreibstörung. Dabei zeigen die Autoren neben den Grundlagen auch die historische Entwicklung dieser kindlichen Entwicklungsstörung auf, beschreiben die Diagnosestellung mittels der einschlägigen Testverfahren und werfen einen Blick auf die Ansätze der Interventionen.
Es ist ein sehr flüssig geschriebenes, gut durchstrukturiertes Buch, das am Ende eines jeden Kapitels das Gelesene gut zusammenfasst. Dort finden sich auch die Literaturangaben der jeweiligen Kapitel – sehr praktisch. Das Buch bietet aber nicht nur Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten, Erziehern, Lehrern etc. eine gute Informationsgrundlage, sondern ist durchaus auch für interessierte Eltern, die tiefer in diese Thematik einsteigen möchten, aber auch für jene, die Grundlagenwissen erwerben möchten, eine tolle Lektüre!
Wer einen ersten Einblick in das gut lesbare Fachbuch werfen möchte, der kann auf der Webseite des Springer Verlages, das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort und eine Leseprobe im PDF-Format herunterladen. Das Buch gibt es auch als E-Book.
Gelesen: Dunkelsprung von Leonie Swann
Liebe Leser, Achtung aufgepasst, denn dieses Buch erfordert eure vollste Konzentration! Lasst euch ganz auf diese skurrile und verwirrende Geschichte ein, denkt erst einmal nicht nach, sondern lest einfach, lasst euch treiben, sonst legt ihr womöglich das Buch zu schnell und früh zur Seite – und das wäre wirklich sehr schade!
“Dunkelsprung” in einem Satz:
Julius Birdwell, Direktor eines Flohzirkus, Goldschmiedemeister und unfreiwilliger Einbruchkünstler, gerät unversehens in ein wahrlich schräges Abenteuer mit Elizabeth (einer Dame mit Hörnern und einem Huf!), bei dem er nicht nur eine Meerjungfrau retten muss.
Die Geschichte ist sehr bizarr mit vielen ungewöhnlichen Szenen und Figuren, die aber allesamt sehr genau und gut beschrieben sind, man kann sie sich regelrecht vorstellen. Überall lauern Überraschungen in der wahrlich magischen Geschichte “Dunkelsprung” von Leonie Swann. Dies verrät auch der der Untertitel “Vielleicht ein Märchen”. Ich hatte während des Lesens öfter das Gefühl in einem anderen Jahrhundert zu sein, jedoch spielt sich die Handlung komplett in unserer Zeit ab … eine magisch-zauberhafte Geschichte, die mit allen unseren Sinnen spielt und unsere Wahrnehmung sehr oft hinters Licht führt 😉 – auf eine gute Art und Weise! Frau Swann, herzlichen Dank für dieses bezaubernde Buch!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, treten Sie ein in die Geschichte der Magie, Phantastik, der Zauberei und der Skurrilität auf höchstem Niveau, lassen Sie Ihre Sinne beflügeln, staunen Sie … und LESEN SIE dieses Buch 😉 …
