David Rees und der Bleistift

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Bleistiftliebhaber aufgepasst: David Rees hat mit seinem tollen, witzigen Buch „Die Kunst, einen Bleistift zu spitzen“ eine Hommage an den beliebtesten aller Stifte (für mich zumindest ;-)) geschrieben. Aber Achtung: Das Buch ist wirklich nur Menschen geeignet, die skurrilen Humor zu schätzen wissen! David Rees ist der Meinung, dass sich eine perfekte Bleistiftspitze positiv auf das Leistungsvermögens unseres Bleistiftes auswirken kann. Er beschreibt penibel und akkurat, wie man einen Bleistift punktgenau spitzen muss, wie man diesen quasi „scharfmacht“. Dabei beschreibt er viele nützliche Utensilien, um dieses Ziel zu erreichen. Der Untertitel ist auch schon legendär: „Eine theoretische und praktisch Abhandlung – für: Unternehmer, Architekten, Schriftsteller, Künstler, Juristen und Handwerksmänner“ 😉 … Im Buch finden sich zahlreiche Abbildungen, die den Vorgang des achtsamen und genauen Bleistiftspitzens beschreiben.

Im ersten Kapitel geht es um die benötigte Ausrüstung, im zweiten Kapitel um die Anatomie eines HB-Bleistiftes, im dritten Kapitel werden Lockerungsübungen beschrieben, die vor jedem Spitzvorgang vollzogen werden können oder müssen 😉 …

„Das Bleistiftspitzen sollte eine vergnügliche Tätigkeit sein, die die Sinne schärft.“ so David Rees auf Seite 37.

Im vierten Kapitel geht es dann schon sogleich ans Eingemachte: Einen Bleistift mit einem Taschenmesser bearbeiten. Im fünften Kapitel erfahren wir, wie wir einen Bleistift mit einem Einklingenspitzer bearbeiten, im 6. Kapitel erfahren wir, wie wir unsere frisch bearbeitete Bleistiftspitze schützen usw.

Auch witzig: Im Anhang gibt David Rees Weintipps, die wie Bleistifte schmecken ;-)!

Frei nach dem Motto eines Weinexperten: „Ein Wein wird immer mehr nach einem Bleistift riechen als schmecken.“

Fazit: Ein achtsames, leidenschaftliches, kunstvolles Plädoyer für ein sorgfältig und hingebungsvoll gespitztes Schreibgerät namens Bleistift, sehr coole und akkurate Aufmachung, super toll gestaltet und aufgeteilt, ein sehr amüsantes Kunstwerk für Freunde des skurrilen, britischen Humors! Absolute Empfehlung und eine schöne Liebeserklärung an den Bleistift an sich!

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Die Gestirne

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Neuseeland, 1866: In Hokitika stößt der Schotte Walther Moody auf eine Versammlung von 12 Personen. Thema ihres Treffens sind ungelöste Kriminalfälle, zu denen jeder Teilnehmer eine eigene Sichtweise hat. Einiges kommt bei der Zusammenkunft ans Licht und Moody steht vor der schwierigen Aufgabe, aus den vielen Erzählvarianten die Wahrheit heraus zu filtern.

Die atmosphärische Geschichte „Die Gestirne“ von Eleanor Catton zog mich sofort in ihren Bann.

Die junge Autorin Eleanor Catton hat diesen Roman meisterhaft geschrieben und geplant. Der Roman besteht aus zwölf Teilen, die  Bezug auf Planeten und Sterne nehmen, die am Nachthimmel von Neuseeland zu sehen sind, diese entsprechen den zwölf astrologischen Häusern der Tierkreiszeichen. Dahinter steckt eine Logik, die nicht immer klar zu erkennen ist, das legt sich jedoch im Laufe der Geschichte.

Es geht auch um den rätselhaften Tod eines  ehemaligen Goldsuchers, dem spurlosen Verschwinden des reichen Jünglings Emery Staines und der mysteriösen Verbindung der beiden zu der Prostituierten Anna und zahlreichen Intrigen und Verstrickungen, in die eine einige der Einwohner der tristen Goldgräbersiedlung Hokitika  verwickelt sind.

Die Geschichte bietet immer wieder überraschende Wendungen, dennoch gelingt es Catton, im richtigen Moment die Spannung zu halten und den Leser den roten Faden nicht verlieren zu lassen. Doch der eigentliche Pluspunkt der „Gestirne“ ist die wunderbare, altertümliche Sprache der Autorin. Sie schreibt humorvoll, leicht ironisch und romantisch.
Souverän endet das Meisterwerk, alle Handlungsfäden werden fulminant und äußerst kunstvoll miteinander verknüpft und am Ende lässig entwirrt. Großartig!

Fazit: Ein zauberhafter, historischer Epos im viktorianischen Stil, Goldgräberstimmung pur, das Buch ist jedoch nicht gerade Handgelenkeschonend 😉 … Aber es lohnt sich, lasst euch nicht von 1040 Seiten und vom Preis abschrecken – jede einzelne Seite dieser hochtalentierten und jungen Autorin ist es wert , gelesen zu werden ;-)! Die Autorin schreibt, als hätte sie im Jahr 1866 gelebt und das Buch wäre jetzt erst entdeckt worden – sehr faszinierend und atmosphärisch dicht!

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J.R.R. Tolkien: Briefe vom Weihnachtsmann

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Welch Glück, einen so fantastischen Vater wie J. R. R. Tolkien zu haben: Jedes Jahr zu Weihnachten erhielten die vier Kinder des bezaubernden Herrn Tolkien liebevolle „Briefe vom Weihnachtsmann„.

Ich liebe die Bücher von J. R. R. Tolkien sehr, diese phantastische Welt mit den wundervollen Charakteren und die verschiedenen „Völker“, die gemeinsam für das Gute kämpfen, die wundervollen Landschaften, Namen und Bezeichnungen – ein Wunderwerk der Phantasie und Sprache.

Die „Briefe vom Weihnachtsmann“ stellen die Originalbriefe von Tolkien an seine Kinder vor. Mit zitternder Handschrift schrieb der Weihnachtsmann an Tolkiens Kinder und schickte viele zauberhafte und mysthisch angehauchte Zeichnungen mit – wundervoll anzusehen. Der Weihnachtsmann erzählte von seinem Haus und seinen Freunden, von vielen lustigen und aufregenden Dingen, die sich bei ihm am Nordpol ereigneten. Über zwanzig Jahre lang schrieb der Weihnachtsmann seine Briefe. Immer dabei waren die legendären Briefmarken der Nordpolpost und auch die Umschläge waren teilweise schneebedeckt – was für ein herrliches Ritual für die Kinder von Tolkien, was für eine zauberhafte Idee in Weihnachtsstimmung zu gelangen … Natürlich wuchs in den Jahren der Haushalt des Weihnachtsmannes, es kamen dazu der legendäre Nordpolarbär, Schneeelben, Rote Wichtel, Schneemänner, Höhlenbären und auch die beiden Neffen des Polarbären Paksu und Valkotukka, die mich etwas an die beiden Hobbits Merry und Pippin aus „Der kleine Hobbit“ erinnern. Und irgendwann bekam der Weihnachtsmann einen Sekretär, ein Elbchen namens Ilbereth … Die Elbchen spielen in den späteren Briefen eine sehr wichtige Rolle, sie helfen dem Weihnachtsmann, sein Haus und seinen Vorratskeller gegen Angriffe der Kobolde, die unter dem Haus wohnen, zu verteidigen. Also auch hier schon etwas „Herr der Ringe“ im kleinen ;-). Die „Briefe vom Weihnachtsmann“ sind in zittriger Handschrift geschrieben, denn am Nordpol ist es kalt. Einige davon kann man im Buch bewundern – welche Zeit und Mühe sich Herr Tolkien dafür genommen, um seinen Kindern eine Freude zu machen!

Ich bin sehr bezaubert, welche große Phantasie in den „Briefen des Weihnachtsmannes“ steckt. Die Zeichnungen sind wundervoll, poetisch, magisch und mystisch … Tolkien war offiziell kein Zeichner, die Bilder beweisen jedoch auch hier ein großes Talent, das Geschriebene perfekt in Bilder umzusetzen, denn die Zeichnungen wirken sehr real und detailliert.

Und dann ist da noch der lustige Polarbär Karhu, der jede Menge Unfug anstellt und der wichtigste Helfer und Gefährte des Weihnachtsmannes ist. Gespannt wartet man beim Lesen, was Karhu im nächsten Brief so alles wieder anstellt ;-).

Der letzte Brief stammt aus dem Jahr 1943, der Krieg tobt und auch im Brief geht es darum, die Menschen nennen dies „grimm“ was soviel bedeutet wie „elend“. Es ist der Abschiedsbrief vom Weihnachtsmann und mir war schon etwas wehmütig zumute. Dabei ist die Kindheit, wenn wir es nicht wollen, doch nie so recht vorbei, wir alle können noch Kinder sein, kindlich sein, tanzen, spielen und lachen. Wer sagt denn, dass Erwachsene keine Kinder mehr sein dürfen ;-)?

Fazit: Dieses famose Buch kann ich wärmstens empfehlen. Es ist ein Buch, dass Kinder und Erwachsene gleichermaßen bezaubert mit Worten und Bildern. Es ist für mich das beste Weihnachtsbuch überhaupt, so eine Magie, ein Zauber und Phantasie ist einmalig. Ein großes Werk eines großen und bezaubernden Schriftstellers. Unbedingt kaufen, lesen und sich jedes Jahr erneut darauf freuen!

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Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor

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Das Lehrbuch „Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor„, erschienen im renommierten Springer Verlag ist ein übersichtlich gestaltetes Fachbuch nicht nur für Studenten. Es ist auch hervorragend geeignet für alle, die im privaten wie auch im beruflichen Kontext mit Kindern zu tun haben. Das Lehrbuch ist übersichtlich gestaltet, kompakt und verständlich geschrieben. Zudem ist das Buch interaktiv: Der Leser kann auf Videos zugreifen, sich das Buch als mp3-Dateien zum Anhören für unterwegs herunterladen, die Webseite mit vielen Tipps, Quizfragen, Forum, Lernkarten besuchen und im Buch natürlich die vielen optimal aufbereiteten Informationen rund um das spannende Thema Entwicklungspsychologie lesen. Untermalt werden die didaktisch sehr gut dargelegten Themenkomplexe mit Fallbeispielen, Definitionen, Praxis-Tipps, Lernzielen, Kontrollfragen sowie Zusammenfassungen.

Fazit: Ein hervorragendes Lehrbuch für alle, die mit Kindern arbeiten möchten. Praktisch, kompakt, übersichtlich und interaktiv! So macht Lernen Spaß!

 

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Fritz Riemann: Grundformen der Angst

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Den Klassiker „Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann gibt es mittlerweile in der 38. Auflage! Das alleine spricht schon für das zeitlose Basiswerk über Ängste.

Das Buch sollte in keinem Buchregal fehlen, jeder Erwachsene sollte mal reingespitzt haben, denn es ist ein Grundlagenwerk über eine der wichtigsten und unser Leben am meisten steuernde Emotion. Sie macht das Verhalten so manch eines Erwachsenen erklärbar.

Fritz Rieman hat sein Ziel erreicht, eine der wichtigsten und unser Leben am meisten beeinflussende Kraft – die Angst – in einen übersichtliches Basiswerk zu bringen. Riemann beschreibt vier Formen der Angst, die in uns Menschen zu finden sind. Dabei schreibt er informativ, zeitlos und verständlich. Das Buch ist Lebensbegleiter und Aufklärer zugleich. Auch die verschiedenen Persönlichkeitstheorien kommen in diesem Buch nicht zu kurz.

Fazit: Ein tolles, wichtiges und zeitloses Grundlagenwerk, dass viele Menschen lesen sollten! Die erste Auflage erschien 1961! Das Buch umfasst zudem eine sehr interessante Kurzbiografie von Fritz Riemann!

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Das Haus der zwanzigtausend Bücher

Das Haus der zwanzigtausend Bücher

Sasha Abramsky schreibt in seinem soeben erschienenen Buch „Das Haus der zwanzigtausend Bücher“ über seinen Großvater Chimen. Dieser verstarb 2010 und hinterließ seiner Familie in London ein Haus voller Bücher – zwanzigtausend Bücher genauer gesagt. Das Buch ist eine Hommage eines Enkels an seinen heißgeliebten Großvater Chimen. Ein Mann, der ohne seine Bücher nicht existieren konnte, ein Mann der frei nach Descartes berühmten Zitats „Ich bin, also denke ich“ lebte. Der in seinem Haus die kreativen und schlauen Köpfe aus Politik und Kultur versammelte … Das Buch versprüht eine Atmosphäre vom Duft alter Bücher, vom Staub, vom Zauber alter Zeit von berühmten Orginalmanuskripten, es macht Lust, sofort in das nächste Antiquariat zu stürmen und diese Atmosphäre weiter in sich zu inhalieren.

Fazit: Ein wunderbares Buch eines liebenden Enkels, der liebevoll aus dem Leben seines innig geliebten Großvaters erzählt und uns als Leser mit auf eine magische und leidenschaftliche Reise in die Welt der Bücher, Erstausgaben, Manuskripte und alten Folianten nimmt, uns Geschichten erzählt und uns teilhaben lässt an diesem wunderbaren Menschen Chimen! Ein absolutes Muss für Bücherliebhaber und auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für gern lesende und Bücher sammelnde Menschen ;-)!

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Das geheime Leben der Bäume

das geheime leben der bäume

Der engagierte Baumflüsterer Peter Wohlleben hat ein wundervolles neues Buch über „Das geheime Leben der Bäume“ in unseren Wäldern geschrieben.

Im Buch werden viele Fragen gestellt und beantwortet, wie beispielsweise: Helfen sich Bäume untereinander aus – falls ja – wie machen sie das? Wie kommunizieren sie miteinander? Die Antwort verblüffte mich, denn Bäume verständigen sich mittels Duftstoffen und chemischen  Substanzen.  Peter Wohlleben schreibt äußerst liebevoll und einfühlsam, über Bäume und den Wald, aufmerksam beobachtet er die Veränderungen und Dinge, die sich im Wald ereignen und das auch eine zauberhafte Art und Weise. Zart und schön zugleich. Er schildert die Lebensphasen von Bäumen,  den Einfluss der Tiere wie z. B. Vögel, Käfer oder Larven, welche Bedeutung Pilze für die Baumbestände haben und welche Funktionen sie für die Bäume übernehmen.

Zitat: „Pilze sind demnach so etwas wie das Internet des Waldes (Wood Wide Web“

Das Buch hat meine Sinne sensiblisiert, meine Wahrnehmung für das geheime Leben in den Wäldern und vor allen Dingen in den Bäumen geschärft. Ich werde mit völlig anderen Augen durch den Wald spazieren und an Bäumen vorübergehen, als vor der Lektüre dieses wichtigen und wundervollen Buches. Wie dankbar können wir Menschen doch sein, Wälder und intelligente Bäume um uns zu haben …

Fazit: Ein Buch für alle – es sensibilisiert für die Natur, den Wald, die Bäume, jegliches Leben jenseits unseres Menschseins! Ein wunderbares und wertvolles Geschenk und endlich mal ein Buch, das zurecht ein Bestseller ist und nicht das Ergebnis einer aufwändigen Marketingmaschinierie!!

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Teresa Driscoll: Für alle Tage, die noch kommen

für alle tage die noch kommen

Eleanor Dance hat Brustkrebs im Endstadium, sie bricht die Chemo ab und beschließt, noch so viel Zeit wie möglich mit ihrer achtjährigen Tochter Melissa und ihrem Mann Max zu verbringen. Sie beginnt ein Buch zu schreiben – eine Art Rezeptbuch des Lebens, aber auch mit Kochrezepten nach alter Familientradition. Dies soll ihr Anwalt ihrer Tochter an ihrem 25. Geburtstag aushändigen. Und damit beginnt die Geschichte, wie sich Melissa ihrem alten Trauma nähert, ihrer Mutter – deren Tod sie vor lauter Schmerz verdrängt hat – wieder näher kommt. Es sind auch viele Anekdoten in dem Buch „Für alle Tage, die noch kommen“ von Teresa Driscoll zu lesen und so langsam kommen bei Melissa längst vergessene, intensive Erinnerungen an ihre Mutter wieder hoch.

Das Buch ist sehr schön geschrieben, es ist eine sehr gefühlvolle Geschichte. Die Koch- und Backrezepte klingen auch sehr lecker. Das Buch ist kapitelweise im Perspektivenwechsel geschrieben. Einmal ist man dabei, wenn Eleanore das Buch für ihre Tochter schreibt, wie es ihr mit dem Krebs geht und dann im nächsten Kapitel ist man wieder im „Heute“ und erfährt, wie es Melissa mit dem Buch und überhaupt geht. Ich fand das sehr interessant und sehr lebendig und auch sehr gelungen.

Fazit: Ein tolles, sehr emotionales Buch, dass einem mal wieder die Augen für ein bewusstes Leben öffnet. Ein tolles Geschenk für Mütter und Töchter!

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Gabriele Bickel: Was die Kräuterhexe noch wusste

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Heutzutage weiß kaum noch jemand, welche Kräuter für welche Beschwerden etc. verwendet werden können. Derzeit boomen Kräuterwanderungen – und das zurecht, wenn man Gabriele Bickels lehrreiches und informatives Buch „…was die Kräuterhexe noch wusste“ liest.

Darin finden sich im ersten Teil des Buchesmit dem Titel „Meine Hexenkräuter“  eine Auswahl an Kräutern, die kurz vorgestellt werden und mit Rezepten dargestellt werden. Im zweiten Teil „Aus der Hexenwerkstatt“ werden zahlreiche Rezepte der Kräuterküche vorgestellt wie beispielsweise wie man Kräutertees mischt und kreiert, alte Heilgetränke herstellt, Weine und Liköre selbst ansetzt, Heilschnäpse, Kräuteressige, Öle, Salben und Cremes sowie Badezusätze und Umschläge herstellt.

Fazit: Ein allumfassendes, informatives und bereicherndes Buch, das in keinem Buchregal eines Kräuterinteressierten fehlen sollte!

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