Die Duftapotheke

Das Cover  des Buches “Die Duftapotheke” von Anna Ruhe ist grandios: Es glitzert herrlich und man hat beim Betrachten das Gefühl, mitten in dieser bezaubernden Alchemisten-Küche zu stehen. Man hat auch während des Buches permanent das Gefühl, alles riechen zu können … Dufte!

Luzie zieht mit ihrer Familie in eine alte Villa in einer anderen Stadt, weg von ihrer besten Freundin. Dort riecht es sehr merkwürdig … Sie ist unglücklich, weil sie von ihrem geliebten Berlin und ihrer geliebten besten Freundin wegziehen musste.

Ihre Mutter ist Restauratorin und steht unheimlich auf alte Sachen und so ist es kein Wunder, dass sie die alte Villa kauft. Luzies Vater ist Lehrer und sieht den Umzug auch recht locker. Eines Tages findet sie einen Schlüssel unter einer Bodendiele, der in keines der Türschlösser zu passen scheint. Und so macht sie sich mit ihrem kleinen Bruder Benno und ihrem Nachbarn Mats auf die Suche nach der passenden Tür. Die Kinder suchen die ganze Villa ab und finden einen verborgenen Teil, in dem auf hohen Regalen ganz viele verschiedene Duftfläschchen stehen … Die Kinder sind begeistert, doch finden sich in den glitzernden und sprudelnden Flakons nicht nur gute Düfte … Ganz besonders in einem, das besser verschlossen geblieben wäre …

 

Der erste Satz:

“Das Erste was mich weckte, war dieser seltsame Duft.” (Seite 9)

Die Art und Weise wie Anna Ruhe die Entdeckungsreise der Kinder beschreibt, ist sehr spannend und man fiebert richtig mit beim Lesen. Mir hat das Buch von Anfang an sehr gut gefallen, es ist spannend, geheimnisvoll und sehr lebendig geschrieben, als wäre man live mit dabei ;-). Ein tolles Kinderbuch, dem ich sehr viele Leser wünsche, denn es hat alles, was ein wunderbares Buch braucht: Spannung, Geheimnisse, Magie, Düfte 😉 und authentische Charaktere, die lebendig wirken.

Weiterlesen

Everless

Was für eine Lesefreude! “Everless” von Sara Holland war eines meiner sehnlichst erwarteten Novitäten des Februars und nach dem Lesen dieses wundervollen Buches kann ich Euch sagen: Zurecht!

Schon der Klappentext hat mich magisch angezogen. Und so habe ich das Buch ganz schnell und atemlos gelesen …

Die Protagonistin ist Jules, die in einer sehr Angst machenden, aber zugleich auch sehr spannenden Welt lebt. Sie lebt mit ihrem Vater in bitterer Armut in einem kleinen Häuschen in Crofton. Jules weiß, dass die nächste Pacht bald fällig ist und sie möchte ihren Teil dazu beitragen, weil ihr Vater kränkelt, weil er schon so viel Lebenszeit gegeben hat, um mit ihr zu überleben. Und so entscheidet sich Jules, an dem Ort Zeit zu verdienen, vor dem sie als Kind mit ihrem Vater geflohen ist: Sie kehrt zurück auf Schloss Everless!

“Everless ist ein Dickicht aus Türmen und Palisaden, bunten Bleiglasfenstern und Balustraden, von denen grün-goldene Banner herabhängen. Eine Allee aus sorgfältig in Form geschnittenen Bäumen teilt alles in zwei Hälften, auch das Schloss selbst. Auf der einen Seite endet sie vor dem Tor, das wir soeben passiert haben, und obwohl ich ihn von hier aus nicht sehen kann, weiß ich, dass an ihrem anderen Ende ein See liegt, umgeben von Schlossmauern und schwarz vor altem Eis und Schatten.” (Gelesen auf Seite 50)

Doch dort lauert überall Gefahr für sie und fortan muss sie sich täglich im Dickicht von Spannung, Intrigen, Machtkämpfen und aufgestauten Emotionen aus ihrer Kindheit zurechtfinden oder -kämpfen, denn leicht ist Jules Leben ganz gewiss nicht. Und dies ist von Sara Holland so bildhaft geschrieben, dass ich die Geschichte atemlos in mich aufgesaugt habe. Wem kann sie trauen? Nichts scheint so zu sein, wie sie es in Erinnerung hatte.

Weiterlesen

48 magische Neuerscheinungen im März

 

Ihr Lieben,Februar ist fast vorbei und schon steht der Bücherstarke März vor der Tür … Ich sollte meinen Kalender statt in Tagen in Bücher einteilen 😉 …  Und so langsam rollt das Lesejahr 2018 kurz vor der Leipziger Buchmesse auch neuerscheinungstechnisch so richtig an.

Und natürlich gibt es auch im März 2018 viele magische Neuerscheinungen, auf die ich mich schon sehr freue … Allen voran natürlich Sarah J. Maas 3. Teil vom Reich der sieben Höfe … Auch auf “Die schwarze Zauberin” und “As old as time” freue ich mich sehr …

Aber auch sonst warten viele tolle neue Bücher auf uns – der März ist für Buchliebhaber definitiv die erste Bewährungsprobe für unser Konto 😉 …  Also jut uffjepasst und  fangt schon mal zu sparen an 😉 …

Ich bin mir sicher, dass das eine oder andere von mir vorgestellte Buch auf Eure Wunschliste wandern wird. Schreibt mir doch bitte, welche 😉 …

Und falls ihr für mich noch weitere Buch-Empfehlungen habt, dann ab in die Kommentare damit ;-).

Nun wünsche ich Euch viel Freude beim Stöbern in meinen magischen und inspirierenden März-Favoriten. 

Weiterlesen

Blutrote Dornen. Der verzauberte Kuss

Natürlich musste ich nach dem famosen und bezaubernden ersten Teil der Rosenmärchen (meine Rezension könnt ihr hier lesen: http://www.buchnotizen.de/2018/02/19/schneeweisse-rose/) auch den 2. Teil mit dem Titel “Blutrote Dornen – der verzauberte Kuss” von Jennifer Alice Jager lesen.

Und auch diesmal wurde ich lesetechnisch nicht enttäuscht. In diesem Märchen lernen wir Briar Rose kennen, die Tochter von Snow und Chris (ihr erinnert Euch ;-)). Die drei leben friedlich in ihrer eigenen Welt fernab des Königreiches. Briar ist ein sehr wildes Mädchen und ich konnte kaum glauben, dass sie eine Prinzessin ist. Doch mir hat ihr Charakter sehr gefallen, war ich doch selbst als Mädchen wild und jungenhaft 😉 … Doch eines Tages muss Briar zusammen mit ihrer Familie die häusliche Idylle verlassen und zum Schloss des Königs von Farrendale, welcher der Bruder von Briars Vater ist, reisen. Dort trifft sie – neben ihrer unsympathischen Cousine Liliana – auch auf den jungen Mann Thorn. Dieser wird von seinem Vater gezwungen, die Feierlichkeiten am königlichen Hofe zu besuchen und so hat sich Thorn ziemlich ungern auf die Reise ins ferne Königreich Farrendale gemacht. Um schneller am Ziel zu sein, reist er durch den verwunschenen Wald, denn er glaubt nicht an die Warnungen der Menschen, dass dort böse Feen leben (er glaubt überhaupt an magische Wesen wie Feen und Elfen und alles magische ist ihm fremd)… Und genau das wird ihm leider zum Verhängnis, denn er trifft auf die böse Fee Lelissthras, die er durch seinen Kuss aus ihrem Schlafen erlöst. Da er all dies für einen bösen Traum hielt, reist er weiter dem Königreich entgegen. Aber die böse Fee hat ganz anderes mit ihm vor: Sie möchte zurück zu ihrer alten Macht und möchte Rache nehmen an jenen, die sie in den Tiefschlaf versetzt haben …

Weiterlesen

Schneeweiße Rose. Der verwunschene Prinz

Es war einmal eine Autorin, die mich mit ihren wortmalenden Bildern so in ihren Bann zog, dass ich fortan im positiven Sinne verflucht war, alle ihre Bücher zu lesen ;-). Ich bin ein riesengroßer Fan der fabelhaften Geschichten von Jennifer Alice Jager. Sie ist eine der talentiertesten Geschichtenerzählerinnen in Deutschland und hat mit ihren Bücher schon sehr oft mein Herz und meine Seele berührt. Mit ihren Storys tauche ich immer ein in märchenhafte Welten und vergesse die Zeit völlig um mich herum. Was für eine grandiose Autorin!

Ihre neue Rosenmärchen-Reihe hat mich natürlich sofort verzaubert, wollte ich doch als Kind immer sein wie Schneewittchen ;-).

Weiterlesen

Leserunde: Unter schwarzen Federn

 

 

 

Ihr Lieben,

die fabelhafte Sabrina Schuh hat ein wundervolles Buch geschrieben. Der Titel: “Unter schwarzen Federn“. Gemeinsam mit meinen wunderbaren Bloggerkolleginnen (siehe unten) werden wir Euch in einer Leserunde das Buch Stück für Stück vorstellen.

 

Und darum geht es in “Unter schwarzen Federn”:

Fee’s Leben ist die Hölle. Auch der Wechsel an die neue Schule bringt keine neuen Chancen, sondern nur Psychoterror und Ausgrenzung. Eines Tages spitzen sich die Dinge so zu, dass Fee nur noch einen Ausweg sieht; und der ist endgültig. Statt sie jedoch von ihrem Leben zu erlösen, bringt der von Markus vereitelte Selbstmordversuch sie in die Therapie. Wird sie es mit seiner Hilfe schaffen, ihren Lebensmut wiederzufinden oder wurde sie bereits zu tief verletzt?

In “Unter schwarzen Federn” spinnt Autorin Sabrina Schuh mit den Elementen von Andersens hässlichem Entlein eine düster-romantische Geschichte über Ausgrenzung, Todeswünsche und den schweren Weg eines jungen Mädchens, auf der Suche nach ihrem wahren Selbst.

Und falls ihr Euch nicht mehr so genau an Andersens Märchen “Das hässliche Entlein” aus Kindertagen erinnert könnt oder gerade kein Märchenbuch zur Hand habt, dann könnt ihr hier noch einmal in das weise Märchen eintauchen … 

Das erwartet Euch vom 25.02.18 bis 11.03.2018:

Die teilnehmenden Bloggerinnen (siehe unten) und ich werden im Rahmen der Leserunde gemeinsam das Buch in drei Abschnitten lesen und Euch die Geschichte so Stück für Stück präsentieren. An drei Sonntagen (25.2., 4.3. und 11.3.) werden wir dann einen Blogbeitrag zum Buch verfassen und auch bestimmte Fragen beantworten ;-).

Und es gibt natürlich auch etwas zu gewinnen: Die fabelhafte Autorin Sabrina Uhlirsch stellt drei Printbücher zur Verfügung, die wir Blogger während der Aktion verlosen dürfen. Ich werde Euch Fragen stellen und unter allen Personen, die dazu einen Kommentar abgeben, werden dann die Bücher verlost. 

Die Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel findet ihr hier!

An dieser wunderbaren Lese-Aktion nehmen die folgenden Buchbloggerinnen teil:

Im Zauberbann des Schneemonds

Natalie Luca hat mit ihrem neuen Buch “Im Zauberbann des Schneemonds” einen soliden und spannenden Reihenauftakt geschrieben.

Wir begleiten die siebzehnjährige Artemis, die nach einem Unfall ihrer Mutter zu ihrem unbekannten Großvater nach Neuwald ziehen muss. Sie hat Angst und ist verwirrt und weiß nicht so recht, was auf sie zukommt, denn sie hat ihren Großvater nie kennengelernt. Doch es kommt noch schlimmer für Ari – wie sie gerne genannt wird: Sie muss eine merkwürdige Privatschule besuchen, die von  Kindern alter Adelsfamilien besucht wird. Und dort scheint es auch zwei verfeindete Gruppen zu geben, aus denen Ari nicht so recht schlau wird. An ihrem ersten Schultag wird ihr der Schüler-Counssellor und Mönch Lykos zur Seite gestellt, der ihr in der Anfangszeit helfen soll, sich einzuleben. Doch irgendwie ist alles merkwürdig: Ihr Großvater, das Haus, in dem sie nun leben soll, die Schule, die Mitschüler und auch die Dinge, die sie mitbekommt.

Weiterlesen

Die Ermordung des Commendatore I

Haruki Murakami schreibt in seinem jüngsten Buch “Die Ermordung des Commendatore I – Eine Idee erscheint” über einen Künstler, der nach der Trennung von seiner Frau nicht mehr malen möchte. Bis ein reicher Mann ihn bittet, ein Gemälde von ihm anzufertigen. Das Buch ist ein Zweiteiler, der nächste Teil “Eine Metapher wandelt sich” wird Mitte April erscheinen.

Wer Murakami kennt und schätzt, der weiß, dass seine Protagonisten nicht immer Namen haben. So auch in diesem Buch. Der 36-jährige Künstler reist nach der überraschenden Trennung von seiner Frau ziellos durch Japan. Er möchte auch nicht mehr als Porträtmaler wirken und möchte sich nun nach diesem einschneidenden Life Event der Trennung auch beruflich neu orientieren.

 

“Und wo soll ich jetzt hin?, fragte ich mein Spiegelbild. Oder besser: Wie weit ist es mit mir gekommen? Wo bin ich? Und noch dringlicher: Wer bin ich überhaupt?” (Gelesen auf Seite 36)

So lässt er sich schließlich in einem leerstehenden Haus eines Bekannten seines Vaters – dem demenzkranken Amada – in den Bergen von Odawara nieder und entdeckt dort auf dem Dachboden ein verpacktes Bild, das den Titel “Die Ermordung des Commendatore” trägt. Das Bild ist ein unbekanntes Werk von Tomohiko Amada, der vormals in diesem Haus gewohnt hat und ein Freund des Vaters unseres namenlosen Ex-Künstlers ist.

Das Gemälde hat eine magische Wirkung auf unseren Protagonisten und er kann es nicht mehr aus der Hand legen, so fasziniert ist er davon. Und mit diesem Bild schlägt auch sein Leben eine neue Richtung ein: Plötzlich meldet sich seine Agentur und berichtet von einem Mann, der sich von ihm gerne porträtieren lassen möchte und dafür eine sehr hohe Summe zahlen möchte. Zwischen dem sehr reichen Herrn Menshiki und unserem namenlosen Maler entwickelt sich eine faszinierende Freundschaft. Und so bittet Menshiki seinen neuen Freund, ihm zu helfen, dessen 13-jährige Tochter kennenzulernen.

Wer Haruki Murakami kennt, der weiß, dass sich alle Geschichten irgendwie ähneln und doch entwickelt jede auf ihre ureigene Weise ihre individuelle Sogwirkung auf uns Leser. Murakami schreibt gewohnt lässig und einnehmend, geradezu magisch und ganz einfach, er erschafft eine so mystische Atmosphäre und das mit ganz einfachen Stilelementen. Genau das ist die hohe Kunst des Schreibens: Mit einfachen Mitteln eine so großartige, sogartige Atmosphäre entstehen zu lassen, dass der Leser das Buch auf keinen Fall aus der Hand legen möchte.

Und wie immer bei Haruki Murakami weiß man nicht, ob das, was man gerade liest,  Traum oder Wirklichkeit ist:

 „Es gelang mir einfach nicht, Wirkliches und Unwirkliches zu vereinbaren.“ (Aussage des Künstlers auf Seite 332)

Weitere faszinierende Sätze, die ich mir markiert habe:

“Das Bewusstsein, gemalt zu werden, gibt einem das Gefühl, nach und nach innerlich ausradiert zu werden.” (Seite 192)

“Vermutlich hatte eine Idee keine Wärme und kein Gewicht.” (Seite 336)

Die Geschichte ist sehr spannend und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Und ja, es gibt am Ende auch einen echt fiesen Cliffhanger, der einem die Zeit bis zum 16. April 2018 als sehr qualvoll erscheinen lässt.

Weiterlesen