Mein wunderbares Bücherboot

Als ich das erste Mal das Cover des Buches „Mein wunderbares Bücherboot“ erblickte, war es um mich geschehen: Dieses wundervolle herrlich frisch gestaltete Bild, auf dem das Bücherboot „The Book Barge“ von Sarah Henshaw abgebildet ist, ist schon eine Augenweide. 

Begeistert las ich das Vorwort von Torsten Woywod, dessen Bücher ich ebenfalls sehr gerne lese. Er sagt, dass „es wohl kaum eine andere Branche gibt, in der es deutlicher zu spüren ist, dass die Leute, die hier arbeiten, lieben, was sie tun.“

Auch werden einige Bücher genannt, die sehr interessant klingen. Doch das war es leider auch schon an Positivem. Denn was Sarah schreibt ist nur teilweise wirklich interessant und nach der gefühlt tausendsten Schleuse, die sie durchquert, wollte ich das Buch am liebsten schreiend weglegen, denn ich hatte ganz Anderes erwartet … Ich habe so viele Seiten weitergeblättert, ohne wirklich zu lesen, habe den Text nur überflogen, doch so richtig gepackt hat mich das Buch leider nicht.

Ich konnte mich mit Sarah einfach nicht identifizieren und was sie schreibt, scheint mir doch größtenteils sehr belanglos zu sein und auch am Thema leicht vorbei. Dass es doch eigentlich um den Buchhandel und die Entwicklungen in dieser Branche gehen soll, bleibt meiner Meinung nach einfach zu sehr im Hintergrund … Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, warum tut sie sich das an, wenn es doch nur nervt? Was will sie sich damit beweisen? Warum leiht sie sich Geld von ihren Eltern und warum fälscht sie Papiere, um eine Genehmigung zu bekommen? Und warum schreibt sie darüber, das ist überhaupt nicht vorbildlich?! Und was interessiert mich ihr Beziehungsstatus? Ich hatte mich doch auf ein Buch über Bücher und einen Buchladen gefreut … 

Mutig und in jedem Maße unterstützenswert finde ich etwas anderes den großen Buchhandelsketten, die die kleinen auffressen oder zum Verschwinden bringen und den Buchkäufern einmal zu spiegeln, dass mit dem Zuwachs des Online-Buchhandels all die kleinen, schnuckeligen und gemütlichen individuellen Buchläden verschwinden und durch in jeder Stadt gleich eingerichtete und mit einem ähnlichen Sortiment an Büchern ausgestattete Filialketten ersetzt werden. Und dass dort nicht immer Buchhändler in der Beratung tätig sind, die auch die Bücher, die sie empfehlen, gelesen haben! 

Fazit: Sarah Henshaw hat in ihrem Buch „Mein wunderbares Bücherboot“ eine Art Schiffstagebuch geschrieben und berichtet, wie sie mit ihrem schwimmenden Buchladen durch Mittelengland tuckert. Es ist vielmehr eine Reise zu sich, ein Egotrip und die Bücher sind meiner Meinung nur Nebenschauplatz. Das Buch konnte mich leider nicht wirklich vom Hocker reißen! Ich wünsche Sarah einen guten Re-Start auf ihrer Fahrt durch die französischen Kanäle … und eine gute und ehrliche Reisevorbereitung!

Inhalt:

Die Britin Sarah Henshaw liebt Bücher und hat eine ungewöhnliche Idee: Sie träumt von einer Buchhandlung auf einem Boot! Obwohl die Suche nach Investoren zäh verläuft und die Buchbranche nicht gerade ihre beste Zeit erlebt, kann die ehemalige Journalistin ihren Traum verwirklichen. Sarah macht sich mit ihrem schwimmenden Bücherparadies auf zu einer abenteuerlichen Reise durch Großbritanniens Kanallandschaft. 

Unterwegs trifft sie auf allerlei Hindernisse, lernt aber auch außergewöhnliche Menschen kennen und gerät in so manch aberwitzige Situation. Von einem überfluteten Maschinenraum über ein Ankerverbot im Hafen Bristols bis hin zu kreativen Tauschgeschäften à la Buch gegen Dusche – das Memoir versammelt jede Menge spannende Anekdoten rund um Sarahs schwimmenden Buchladen und bietet kurzweilige Unterhaltung nicht nur für Literaturfans.

Über die Autorin:

Sarah Henshaw war als Journalistin für große Tageszeitungen tätig, bevor sie 2009 mit der Book Barge ihren Traum verwirklichte. Mit ihrer schwimmenden Buchhandlung schipperte sie durch Großbritannien und erlebte allerlei Abenteuer. Inzwischen lebt sie mit Partner und Baby in Frankreich, wo die Book Barge 2019 neu eröffnet wird.

Buchinformationen:

  • Verlag: Eden Books Verlag, erschienen am 3. August 2018
  • Preis: 19,95 Euro
  • ISBN-13: 978-3959101813
  • Originaltitel: The bookshop that floated away